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Vereinbaren, wie das Zielbild umgesetzt wird

Handlungsempfehlungen und Pastoralwerkstätten – so geht der Diözesane Weg „Erzbistum Paderborn 2030+“ weiter
© alexkich / Shutterstocm.com
News
14. Dezember 2021

Vereinbaren, wie das Zielbild umgesetzt wird

Handlungsempfehlungen und Pastoralwerkstätten – so geht der Diözesane Weg „Erzbistum Paderborn 2030+“ weiter

Das Diözesane Forum ist gelaufen. Das „Zielbild 2030+ für das Erzistum Paderborn“ veröffentlicht. Wie geht es nun weiter mit dem Diözesanen Weg? Und wie kann das Zielbild verbindlich umgesetzt werden? Fragen, denen sich Markus Freckmann, Leiter der Abteilung Entwicklung und Teil der Prozessleitung für den Diözesanen Weg, stellt.

Redaktion

Das Diözesane Forum ist fast zwei Monate her. Was sind nun die nächsten Schritte auf dem Diözesanen Weg?

Markus Freckmann

Momentan sind drei Schritte wichtig: Es geht darum, die Inhalte des Zielbilds gebündelt zur Verfügung zu stellen. Dann, Pastoralwerkstätten zu planen, bei denen Haupt- und Ehrenamtliche aus mehreren Pastoralen Räumen zusammenkommen. Und wir sind dabei, die neugewählten Gremien mit auf den Diözesanen Weg zu nehmen. Voraussichtlich werden wir 2023 dann wieder bei einem Diözesanen Forum schauen, wie weit die Entwicklung ist.

Redaktion

Beginnen wir mit dem Zielbild. Wie erklären Sie das Zielbild jemandem, der noch nie davon gehört hat?

Markus Freckmann

Das Zielbild ist der strategische Rahmen für die Bistumsentwicklung, den der Erzbischof setzt. Es geht darum, wie wir im Erzbistum Paderborn Zukunft gewinnen können.

Redaktion

Und, wie können wir das?

Markus Freckmann

Die Ausrichtung ist klar: Wir gewinnen Zukunft, wenn wir aus der Kraft des Evangeliums leben und uns für die Gesellschaft einsetzen. Wie das geht, das haben Mitarbeitende in sechs Schlüsselthemen ausgearbeitet und in Handlungsempfehlungen präzise beschrieben.

Redaktion

Können Sie ein Beispiel nennen?

Markus Freckmann

Beim Thema Liturgie sagt das Zielbild: Qualität geht vor Quantität. Es ist angedacht, Feedback zu Gottesdiensten einzuholen, sie gemeinsam mit Gläubigen zu reflektieren: Wo konnte ich andocken? Wo bin ich in meinem Glauben und Leben gestärkt worden? Und nicht nur: Habe ich meine Sonntagspflicht erfüllt oder nicht?

Promotoren gewinnen

„Wir sprechen davon, dass wir Promotoren gewinnen wollen, die sich das Zielbild zu eigen machen und für die Transformation der Kirche engagieren. Die sich von der Arbeitsweise des Diözesanen Weges ansprechen lassen. Und dann auch andere mitnehmen. Das ist die spannende Phase, in der wir momentan sind.“

Redaktion

Wie soll dieser Inhalt bekannter werden?

Markus Freckmann

Die Handlungsempfehlungen sind ja schon digital verfügbar. Wir sind nun dabei, die Inhalte rund um das Zielbild weiter aufzubereiten und noch gebündelter sichtbar zu machen, damit sie leichter zugänglich werden.

Zusätzlich werden wir wieder digitale Podiumsdiskussionen konzipieren. Es geht um die Fragen: Was steht genau in den Handlungsempfehlungen? Wo sind Dilemmata? Wo sind Lösungen, die wir schon haben?

Darüber hinaus ist denkbar, dass die Pastoralteams gezielt mit den Handlungsempfehlungen arbeiten. Wenn sie in liturgische Qualität investieren möchten, könnten sie ein Paket zur Verfügung gestellt bekommen, um daran zu arbeiten. Da ist noch viel Dynamik drin.

Redaktion

Also kommt es stark auf die Haupt- und Ehrenamtlichen vor Ort an, wie sie sich an den Möglichkeiten beteiligen?

Markus Freckmann

Genau. Wir sprechen davon, dass wir Promotoren gewinnen wollen, die sich das Zielbild zu eigen machen und für die Transformation der Kirche engagieren. Die sich von der Arbeitsweise des Diözesanen Weges ansprechen lassen. Und dann auch andere mitnehmen. Das ist die spannende Phase, in der wir momentan sind.

Redaktion

Zu dieser Phase gehören auch die Pastoralwerkstätten, die Sie schon genannt haben. Was ist deren Ziel?

Markus Freckmann

Es werden Pastoralwerkstätten geplant, bei denen sich Menschen aus benachbarten Pastoralen Räumen treffen. Wegen der Pandemie werden die Veranstaltungen voraussichtlich ab Sommer 2022 starten. Die Haupt- und Ehrenamtlichen erarbeiten dort ganz konkrete Vorhaben für die Transformation der Kirche. Sie lassen das Zielbild am Ort Praxis werden. Dabei sollen verlässliche Vereinbarungen entstehen.

Redaktion

Wie kann diese Verlässlichkeit erreicht werden?

Markus Freckmann

Verbindlichkeit hat etwas, wenn es Praxis geworden ist. Dafür braucht es Einverständnis unter den Beteiligten und das nicht nur über schöne Worte. Entscheidungen sollten deshalb gemeinsam getroffen werden: von den Menschen, die am Ort arbeiten und somit die Vereinbarung umsetzen können und von Mitarbeitenden des Erzbistums, die für die Bistumsleitung in die Vereinbarung und für ihre strukturelle Absicherung eintreten.

Redaktion

Und dann?

Markus Freckmann

Praxis wird es, wenn eine Vereinbarung durchgehalten wird. Das braucht jemanden, der an die Vereinbarung in den folgenden Monaten und Jahren erinnert. Der fragt: Wie weit seid ihr mit dem, was ihr vereinbart habt? Wir hoffen, auch für diese Aufgabe Promotoren zu gewinnen, zum Beispiel auf Ebene der Dekanate.

Redaktion

Kommen wir zum dritten Punkt: den neugewählten Gremien. Wie nehmen Sie die mit auf den Diözesanen Weg?

Markus Freckmann

Für die Pfarrgemeinderäte gibt es sogenannte Starterveranstaltungen, für die Kirchenvorstände Bildungsveranstaltungen. Dabei wird das Zielbild eine Rolle spielen. Und Erzbischof Becker möchte sich an die Gremien wenden, wenn sie arbeitsfähig sind, und sie dazu ermutigen, sich für den Diözesanen Weg und das Zielbild als Promotoren zu engagieren.

Schon beim Diözesanen Forum hat Erzbischof Becker klar gesagt: „Veränderung ist möglich. Sie verlangt uns einiges ab: Mut, Disziplin, Ehrlichkeit, Verbindlichkeit. Niemand hindert uns daran, genau heute damit bewusster umzugehen. Ich rufe Sie auf, sich heute auf ein neugieriges Miteinander einzulassen und die vielen Möglichkeiten zu entdecken, die sich uns bieten.“

In einem vorweihnachtlichen Brief wendet sich Erzbischof Hans-Josef Becker jedes Jahr an alle Priester und Diakone. In diesem Jahr ermutigt er: „Für mich ist das Zielbild 2030+ verbindlich. Damit es wirksam wird, braucht es eine Übereinkunft auf allen Ebenen. Das „Wir“ im Zielbild muss Form und Stimme finden! Ich werde alles daran setzen, in den nächsten zwei Jahren zu konkreten Vereinbarungen mit den verschiedenen Ebenen zu gelangen. Dazu gehört unter anderem die gemeinsame Entwicklung eines Plans zur Ressourcenverschiebung in Richtung der Engagementförderung, der Vielfalt und Qualität von Gottesdiensten und der Ausrichtung pastoraler Schwerpunkte. All das ist jetzt schon möglich unter den bestehenden Bedingungen! Nutzen Sie also gerne die Möglichkeiten!“

Ein Beitrag von:
Redakteur

Tobias Schulte

 
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