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Frau öffnet Tür© Seksun Guntanid / Shutterstock.com

Die Tür offen halten

Durch kleine Gesten, Zeichen der Aufmerksamkeit und eine freundliche Willkommenskultur auch für Ausgetretene können wir die Tür zu unseren Gemeinden und zur Kirche offen halten.

Weder Aktionismus noch Gleichgültigkeit

Die Erfahrung der Dialogstelle sowie der Gemeinden vor Ort ist sehr eindeutig: Die meisten Ausgetretenen haben keinen Bedarf, mit Mitarbeitenden der Kirche in Kontakt zu treten und gehen nicht auf Dialogangebote ein. Auch die aktuellen Studien zum Kirchenaustritt zeigen klar: die Kirche halt längst an Relevanz verloren und spielt im Leben der allermeisten Menschen keine Rolle mehr.

Das ist eine Entwicklung, die viele Kirchen in Deutschland betrifft. Für die Mehrheit der Deutschen sind Religion und Spiritualität nicht mehr wichtig und das spiegelt sich auch in den Austrittszahlen.

Angesichts dieser Entwicklung sind zwei Dinge fehl am Platz:
1. Blinder Aktionismus, in der Hoffnung, durch möglichst viele Akti­onen die Austrittswelle aufhalten oder gar umkehren zu können.
2. Stoischer Gleichmut, der den Verlust der Kirchenmitglieder achselzuckend hinnimmt.

Offene Gemeinden und eine offene Kirche

Auch wenn wir viele Menschen nicht mehr erreichen, weil sie mit der Kirche nichts zu tun haben wollen, gibt es noch die anderen – zahlenmäßig gewiss in der Minder­heit, aber für uns dennoch besonders wichtig: Verunsicherte und zweifelnde Gläubige, die ihr Leben mit Gott gestalten wollen, aber das Vertrauen in die Institution Kirche verloren haben und vielleicht schon ausgetreten sind, obwohl sie weiterhin gläubig bleiben.

Durch kleine Gesten, Zeichen der Aufmerksamkeit und eine freundliche Willkommenskultur auch für Ausgetretene können wir die Tür zu unseren Gemeinden und zur Kirche offenhalten.

Ein vorurteilsfreier und offener Umgang mit ausgetretenen und austrittswilligen Menschen hält die Tür zur Kirche offen. Es gibt viele und auch berechtigte Gründe, warum Menschen sich enttäuscht von der Kirche abwenden. Ihre Zweifel und Nöte ernst zu nehmen und sie auch bei einem Kirchenaustritt nicht abzuschreiben, sind kleine aber wirksame Schritte.

Auch die Ausgetretenen bleiben Getaufte und gehören damit weiterhin der Kirche an, auch wenn sie keine staatliche Kirchenmitgliedschaft mehr besitzen. Sie als Abgefallene oder nicht mehr der Gemeinde zugehörig zu betrachten, widerspricht jeder christlichen Pastoral und verschließt die Tür zu einer Rückkehr zur Kirche.

Wir brauchen offene Gemeinden, die zeigen, dass alle herzlich willkommen sind, auch die Austrittswilligen und Ausgetretenen.

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