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Neugier auf die Möglichkeiten

In Rietberg trafen sich Teams aus 14 Pastoralen Räumen zum Diözesanen Forum
Dr. Claudia Nieser / Erzbistum Paderborn
News
23. Oktober 2021
Rietberg

Neugier auf die Möglichkeiten

In Rietberg trafen sich Teams aus 14 Pastoralen Räumen zum Diözesanen Forum

Teams aus den 87 Pastoralen Räumen des Erzbistums Paderborn kamen am Samstag zum Diözesanen Forum zusammen. Auf Einladung von Erzbischof Hans-Josef Becker trafen sie sich an insgesamt sechs Veranstaltungsorten, die über ein zentrales Studio im Bildungs- und Tagungshaus Liborianum miteinander vernetzt waren. Aus der Zentrale wurden mehrere Livestreams in die sechs Veranstaltungsorte des Forums gesendet. Außerdem gab es mehrere Live-Schaltungen in die Orte, so dass die Teilnehmenden von überall Eindrücke mitnehmen konnten.

Wir haben stellvertretend für die Veranstaltungsorte Rietberg besucht. Dort trafen sich in der Aula des Schulzentrums 62 Frauen und Männer aus 14 Pastoralen Räumen.

Freude und drängende Fragen

Die Freude, endlich wieder persönlich zusammen zu kommen, war den Teilnehmerinnen und Teilnehmern in Rietberg deutlich anzumerken. „Endlich treffen sich wieder echte Menschen!“, beschrieb Moderator Tom Hegermann aus dem zentralen Studio die Gefühlslage.

Doch nicht nur Freude über die persönliche Begegnung nach Monaten der Kontaktbeschränkungen prägte das Diözesane Forum. Es ging auch und vor allem um die drängende Frage nach der Zukunft der Kirche in herausfordernden Zeiten. „Wir müssen die Kraft zur Veränderung haben“, sagte Erzbischof Hans-Josef Becker, der im Auftakt-Livestream zu den Teilnehmenden sprach. Gleichzeitig lud er die Zuhörerinnen und Zuhörer ein, das Forum dazu zu nutzen, „neugierig die Möglichkeiten zu entdecken, die sich bieten“.

Dazu ermutigte auch Monsignore Dr. Michael Bredeck, Leiter des Bereichs Pastorale Dienste, im gleichen Livestream. „Es geht nicht darum, unsere Strukturen zu optimieren, sondern zu transformieren“, sagte er. Vom Diözesanen Forum wünsche er sich gemeinschaftliches Lernen, ein Wachsen des Glaubens, ein gutes Hören aufeinander und auf den Geist Gottes.

Austausch und Ideensammlung

Diese Anregungen nahmen die nach Rietberg gereisten Teams mit in den Austausch über die sechs Schlüsselthemen, die beim Diözesantag 2020 erstmals vorgestellt wurden. Beim Schlüsselthema „Corona und die Zukunft der Kirche“ stellten die Teilnehmenden zum Beispiel fest, dass die Corona-Pandemie wie ein „Musterunterbrecher“ gewirkt habe. Weil die gewohnten Angebote aufgrund der Kontaktbeschränkungen plötzlich weg waren, habe man neue Ideen auf einmal schnell umsetzen können. „Das gewohnte war nicht mehr möglich, wir mussten handeln, und es ging“, lautete die Feststellung. Und: „Mit den Angeboten, die während der Pandemie keiner vermisst hat, müssen wir jetzt auch nicht mehr anfangen.“

Am Nachmittag lud Klemens Reith, Referent für Sakramentenpastoral im Bereich Pastorale Dienste und Moderator in Rietberg, zu einer Phantasiereise ein: Wie wird der Glaube im Jahr 2045 gelebt? Und was müssen wir jetzt und heute tun, damit der Glaube dann noch lebendig ist? Diese Fragen nahmen die Teilnehmenden mit in eine weitere Gesprächsrunde. Zu den vielen Vorschlägen, die bei den Diskussionen zusammenkamen, zählte etwa eine Stärkung der Willkommenskultur: Wie können sich Gemeinden so öffnen, dass sie auch für Außenstehende einladend sind? Auch die Anziehungskraft des Evangeliums war Thema: Wie kann das Schöne an der christlichen Botschaft neu vermittelt werden?

Seismographen sammelten Eindrücke

Zum Ende der Veranstaltung hatten die vier so genannten Seismographen das Wort, die von der Bistumsleitung den Auftrag hatten, Eindrücke zusammeln. „Es gibt eine hohe Aufmerksamkeit für die Kirche vor Ort“, sagte Regens Dr. Michael Menke-Peitzmeyer, einer der Seismographen. „Es gibt Entwicklungen, die bisheriges infrage stellen“, sagte er. „Langsam aber sicher wird eine neue Gestalt von Kirche auf den Weg gebracht.“ Auch Martin Steffens vom Bereich Schule und Hochschule im Generalvikariat zählte zu den Seismographen: „Was ich gehört habe, macht mich zuversichtlich“, sagte er. „Wir haben eine frohe Botschaft, mit der wir in die Zukunft gehen.“

Weihbischof Dr. Dominicus Meier OSB, ebenfalls als Seismograph in Rietberg, bezeichnete es als Hoffnungszeichen, dass so viele junge Frauen und Männer zum Forum gekommen seien. Und er ergänzte: „Wir haben eine Botschaft, die jeder für sich in den Mittelpunkt stellen müsste, dann wirkt die Botschaft auch nach außen.“ Gerade bei den jungen Leuten habe er wahrgenommen, dass ihnen diese Botschaft viel wichtiger sei als Strukturen. Seismographin Lisa Hofmeister aus der Schlüsselthemengruppe „Leitung wahrnehmen“ stellte fest, dass sie viele Menschen kennengelernt habe, die etwas bewegen wollten.

Fazit der Teilnehmenden

Das Fazit der Teilnehmenden nach dem Ende des Diözesanen Forums fiel in Rietberg positiv aus. Thomas Huneke, ständiger Diakon im Pastoralen Raum Reckenberg, lobte die intensive Arbeitsatmosphäre beim Treffen in Rietberg. Gleichzeitig blickte er auf seine Rolle als Botschafter bei den Liveschaltungen ins zentrale Studio. „Das war eine spannende Erfahrung, immer einen genauen Zeitplan einzuhalten und zum Beispiel nur genau eine Minute reden zu dürfen“, stellte er fest.

Von einem positiven Tag sprach auch Brigitte Gnegel, Geschäftsführende Kirchenvorstandsvorsitzende in der Pfarrei St. Anna in Verl. „Ich fahre mit einem guten Gefühl nach Hause, weil dieser Tag alle auf ein gemeinsames Level gehoben hat“, stellte sie fest. „Wir haben offen miteinander gesprochen. Ich nehme viele Ideen und Gedanken mit, die man jetzt erst einmal kanalisieren muss. Und: Es braucht Mut, wenn wir die Zukunft angehen wollen.“

Dechant Thomas Wulf, Leiter des Pastoralen Raums Lippstadt, sprach von einer gelungenen Veranstaltung mit vielen jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmern. „Ich habe das Zueinander von Schlüsselthemen und Zielbild besser verstanden“, sagte er. Nun sei er gespannt, was das Zielbild für die künftige Verteilung von Ressourcen bedeute. Gut gefallen habe ihm, dass von einer Transformation von Strukturen gesprochen worden sei und nicht von einer Optimierung. „Und dass wir von einem Weitergehen gesprochen haben und nicht wie sonst oft von einem Losgehen.“

Infos

Beim Diözesanen Forum kamen an den sechs Veranstaltungsorten 400 Menschen zusammen. Außerdem hatten sich 250 Personen für die digitale Teilnahme angemeldet, auch der öffentliche Stream wurde von vielen genutzt. Grundlage der Beratungen war das Zielbild 2030+, das zuvor an die Teilnehmenden verschickt worden war. Es steht hier zum Download zur Verfügung.

Ein Beitrag von:
Redaktion

Dr. Claudia Nieser

 
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