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Das Erzbistum macht sich auf den Weg in die Jahre 2030+

Mit dem digitalen Diözesantag startet das Erzbistum die nächste Wegetappe in die Zukunft - bis in die Jahre 2030+.
Allgemeine Neuigkeiten
14. November 2020

Das Erzbistum macht sich auf den Weg in die Jahre 2030+

Mit dem digitalen Diözesantag startet das Erzbistum die nächste Wegetappe in die Zukunft - bis in die Jahre 2030+.

Rückblick auf den ersten digitalen Diözesantag

In fünf Stunden die Zukunft der Kirche von Paderborn gestalten. Klingt unmöglich, ist es auch. Was kann man schon in so kurzer Zeit erreichen? Zumindest kann ein Weg bereitet werden. Genau das hat der digitale Diözesantag des Erzbistums Paderborn am Samstag geleistet. Denn durch das gut fünfstündige Live-Programm konnte keinesfalls die Kirche gerettet werden, wenn das überhaupt nötig ist. Aber der Tag schaffte es, für einen gemeinsamen Weg zu mobilisieren: den Diözesanen Weg in die Jahre 2030+.

Diese Aufbruchsstimmung zu schaffen, war gar nicht so leicht. Denn das Format an sich, eine Live-Sendung aus Paderborn, sozusagen aus der Zentrale des Erzbistums, birgt ja auch die Gefahr, dass der Blick nur von oben nach unten gerichtet ist.

Damit dieser Verdacht gar nicht erst aufkam, startete der Livestream nicht direkt mit einem Statement der Bistumsleitung. Nein, zwei junge Mitarbeitende des Generalvikariats, als Emmaus-Jünger inszeniert, saßen am Phönixsee in Dortmund und fragten sich, warum es sich lohnt, den Diözesantag zu verfolgen. Was das wohl bringt? Ob da wohl das Evangelium vorkommt?

Ziel: ein Erzbistum, "das seine Hausaufgaben gemacht hat"

Sprung ins Studio in Paderborn. Jutta Loke und Tom Hegermann begrüßten die Zuschauer, leiteten zum ersten Gespräch mit Erzbischof Hans-Josef Becker über, der sofort einen Anspruch an sich selbst formulierte. Und zwar „die Weichen für die Zukunft der Kirche von Paderborn zu stellen“. In der dritten Person sprach Becker über sich und sagte: „Später soll man sagen können: ‘Der Erzbischof Becker hat versucht, die Weichen dafür zu stellen.`- Ich möchte meinem Nachfolger ein Erzbistum übergeben, das seine Hausaufgaben gemacht hat.”

Der Diözesantag zeigte auf, welche Hausaufgaben das besonders sind. Denn aus all der Fülle an innerkirchlichen Themen fokussierte sich der Tag (und damit die gesamte Bistumsentwicklung) auf sechs Schlüsselthemen: Corona und die Zukunft der Kirche, Engagement fördern, Pastorale Räume weiterdenken, Liturgie und Sakramente feiern, Leitung wahrnehmen und für Menschen da sein.

Unterschiedliche Themen, die ähnlich beantwortet werden

Obwohl alle sechs Themen ein riesiges Fass aufmachen, konnten sie doch kurzweilig diskutiert werden. Ein kurzer Videoclip führte jeweils vor Augen, worin die Herausforderung besteht. Dann bekamen die Themen ein Gesicht – oder besser gesagt Gesichter. Ins Studio kamen die Mitarbeitenden, die täglich in dem jeweiligen Feld arbeiten oder dafür verantwortlich sind. Beispielsweise Kathrin Speckenheuer, verantwortlich für das Thema „Engagement fördern“, hielt eine flammende Rede dafür, Menschen zu ermöglichen, dass sie in der Kirche die Talente entfalten können, die Gott in sie hineingelegt hat.

Oder Professor Oliver Reis von der Uni Paderborn analysierte recht kühl, dass es bei organisatorischen Aufgaben in der Kirchengemeinde gut gelingt, Leitung zu teilen. Wenn es dann aber hin zur Katechese oder Liturgie gehe, seien die Hauptamtlichen, und vor allem Priester, die starken Akteure – weil sie sich selbst so sehen und auch von der Gemeinde als solche gesehen werden. Das müsse aber nicht so sein.

Darauf ausrichten, was Menschen bewegt

Die Palette an Themen ließe sich jetzt weiter ausrollen, doch spannender könnte sein, zu schildern, wie sehr sich Thema für Thema Querverbindungen und gemeinsame Forderungen offenbarten. Immer wieder forderten die Themenverantwortlichen, die Bedürfnisse der Menschen wahrzunehmen, auf Menschen zuzugehen und Vielfalt zu ermöglichen.

Auf die einzelnen Themen übersetzt: In den Gemeinden die Dynamik des Engagements während des Lockdowns beizubehalten. Die Pastoralen Räume darauf auszurichten, was die Menschen bewegt. Kirche im Haupt- und Ehrenamt von den Potentialen der Menschen her zu denken. Gottesdienstformate zu finden, die wirklich Feiern und Glaubensquelle sind. Klare Rahmenbedingungen von Seiten des Bistums für Leitung zu setzen, die gleichzeitig vor Ort für Spielraum sorgt, damit sich Christinnen und Christen aus der Taufe heraus engagieren können. Und bedingungslos für arme und bedürftige Menschen da zu sein.

Kathrin Speckenheuer (links) und Petra Scharfen gaben dem Thema Engagement fördern ein Gesicht.

Verschiedene Baustellen, auf denen nicht aneinander vorbei gearbeitet wird

Obwohl die einzelne Schlüsselthemen so unterschiedlich sind – letztlich waren die Antworten darauf, wie sie angegangen werden sollen, doch grundlegend gleich. Nämlich mit einer neuen, offenen Haltung, die sich daran orientiert, was für die Menschen vor Ort wichtig ist. Darin steckt auch eine beruhigende Erkenntnis: So sehr die haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitenden auf unterschiedlichen Baustellen agieren – sie arbeiten nicht aneinander vorbei. Beispiel gefällig? Der junge Gemeindereferent, der im Podcast über seinen Glauben spricht, und der Mitarbeiter der Caritas, der Bedürftige mit einer Suppe versorgt – beide arbeiten daran, für Menschen da zu sein. Und sie mit Gott in Berührung zu bringen.

Änderung bei Wortgottesfeiern

Während des Diözesantags verkündete Erzbischof Hans-Josef Becker, dass die Feier von sonntäglichen Wortgottesdiensten mit Empfang der Kommunion gestärkt wird. Nach drei Jahren Erfahrung mit dem Warburger Modell sagte Becker: „Wenn das örtliche Pastoralteam und die beauftragten Leiterinnen und Leiter der Wort-Gottes-Feiern der Überzeugung sind, die Heilige Kommunion auszuteilen, können sie das tun. Künftig stelle ich die Art und Weise frei und bitte lediglich um entsprechende Information.”

Außerdem informierte Erzbischof Becker, dass die Instruktion der Kleruskongregation aus Rom den Leitungsmodellen, die im Erzbistum Paderborn entwickelt wurden, nicht widerspreche. Auch für das pastorale Personal gab es Neuigkeiten. In Zukunft sollen die Pastoralen Räume stärker mit multiprofessionellen Teams besetzt und Stellenbeschreibungen deutlich differenzierter formuliert werden.

Kirche dürstet nach neuer Haltung

Die Kirche von Paderborn dürstet danach, dass diese neue Haltung (noch mehr) gelebt wird. Das wurde nicht zuletzt deutlich, als Msrg. Dr. Michael Bredeck und Prälat Thomas Dornseifer die aktuelle Situation der Kirche einordneten. „Wir dürfen uns nichts mehr vormachen“, sagte Dornseifer, „wir sagen seit zehn Jahren, dass der Status Quo die zentralen Fragen an die Kirche nicht beantwortet.“

Um diese Antworten zu finden, eröffnete der Diözesantag den Diözesanen Weg 2030+. „Wenn wir über 2030 und weiter hinaus schauen, werden die Christen in eine Minderheitensituation kommen“, sagte Dr. Bredeck. „Das sollten wir nicht betrauern, sondern als geistliche Aufgabe verstehen und eine pastorale Umkehr wagen.“

Pastorale Umkehr – ein großer, fast sogar erschlagender Begriff. Man könnte ihn so übersetzen: Nach vorne blicken und nicht mehr an dem hängen, was mal war. Wenn man den Begriff so versteht, dann lieferte der Diözesantag die Zutaten und Rezepte dafür. Man nehme Hunderte Männer und Frauen, die diese Kirche gestalten möchten und sich deshalb beim Diözesantag informierten und diskutierten. Man nehme Mitarbeitende im Generalvikariat, die die Schlüsselthemen durchdrungen und einen Weg formuliert haben, daran zu arbeiten. Man nehme eine Bistumsleitung, die Ansprüche an sich selbst stellt, um das was möglich ist, zu ermöglichen. Und man nehme das Evangelium, die Frohe Botschaft, mit ins Spiel. Daran erinnerten auch die Emmaus-Jünger vom Start des Diözesantags in vier weiteren Videobotschaften. Doch das schien gar nicht unbedingt nötig zu sein. „Die Evangelisierung ist die Klammer um alle Themen“, sagt Msrg. Dr. Bredeck. Deshalb lauten die Schlagworte des Weges 2030+: Glauben leben. Gott vertrauen. Zukunft gestalten.

Bilder zum Diözesantag

2030+ // Diözesaner Weg des Erzbistums Paderborn

Der Weg des Erzbistums Paderborn in die Zukunft wird vom Strategie-Logo 2030+ begleitet. Das Logo zeigt gleichzeitig den zeitlichen Horizont auf, den der Diözesane Wege in den Blick nimmt und der aus den Inhalten des Zukunftsbildes für das Erzbistum Paderborn gestaltet wird. Gott vertrauen, Glauben leben und Zukunft gestalten sind dabei die Schlagworte, die den Weg prägen werden. Weiterhin gibt es Schlüsselthemen, die während des Diözesantages vorstellt wurden. Alle Informationen, weitere Rückblicke, Videos und Downloads sowie ein Feedbackformular gibt es auf der Seite zum Diözesantag.

 
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