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© Foto: Andrey_Popov / Shutterstock.com

Zwischen Macht und Ohnmacht

Auffrischungsschulung zur Prävention sexualisierter Gewalt für Erzbischof Bentz und die leitenden Geistlichen des Erzbistums Paderborn

2024 und 2025 werden nach fünf Jahren rund 700 Personen aus dem pastoralen Personal des Erzbistums Paderborn an einer Auffrischungsschulung zur Prävention sexualisierter Gewalt teilgenommen haben. Denn ein zentraler Aspekt der Präventionsarbeit ist die kontinuierliche Aus- und Fortbildung von Mitarbeitenden. Am Donnerstag haben Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz und die leitenden Geistlichen des Erzbistums die Auffrischungsschulung absolviert. Nach einer ersten Intensivschulung ist eine Auffrischungsschulung mindestens alle fünf Jahre verpflichtend.

„Um Kinder und Jugendliche vor sexuellen Übergriffen zu schützen, braucht es eine wirksame und flächendeckende Prävention. Sie muss zu einer achtsamen Haltung und zum beherzten Handeln befähigen“, macht Erzbischof Bentz deutlich. „Im Erzbistum Paderborn geschieht das seit vielen Jahren systematisch – auf allen Ebenen. Deshalb ist es für mich selbstverständlich, mich als neuer Erzbischof gemeinsam mit dem Geistlichen Rat in Sachen Prävention intensiv schulen zu lassen. Gerade im Raum der Kirche ist der Begriff der ‚Macht‘ belastet, im Sinne einer Autorität, die einschüchtern kann. Wenn Macht aber als Dienst im Sinne der Verantwortung für den Nächsten, insbesondere für Kinder und Jugendliche, verstanden wird, kann und darf sie niemals Ohnmacht beim Gegenüber hervorrufen. ‚Hinsehen und schützen‘ – das geht alle an, die im Dienst der Kirche arbeiten.“

© Anna-Sophie Meyer/Erzbistum Paderborn
Die Auffrischungsschulung zur Prävention sexualisierter Gewalt ist alle fünf Jahre verpflichtend. Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz und die leitenden Geistlichen haben sich zum Thema "Macht und Ohnmacht" schulen lassen. Das Foto zeigt von links Weihbischof Matthias König, Weihbischof Josef Holtkotte, Stefan Beckmann, Referent der Koordinationsstelle Prävention, Vanessa Meier-Henrich, Präventionsbeauftragte, Offizial Hans-Jürgen Rade, Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz, Generalvikar Prälat Thomas Dornseifer, Regens Msgr. Dr. Menke-Peitzmeyer, Dr. Michael Werneke, Anna Meermeyer-Decking, Referentin der Koordinationsstelle Prävention, Domdechant Prälat Alfons Hardt, Matthias Micheel, Referent des Erzbischofs, und Dr. Florian Kleeberg.

Individuelle Schulungen

Je nach Tätigkeitsfeld, dem Grad der Verantwortung und der Beziehungsgestaltung kann aus einem vielfältigen Schulungsprogramm die passende Schulungs-Thematik für die Auffrischungsschulung ausgewählt werden. Erzbischof Bentz und die leitenden Geistlichen wurden von Dr. Florian Kleeberg, Refernt für die Fort- und Weiterbildung des Seelsorge-Personals im Bistum Münster und Lehrbeauftragter für Systematische Theologie und Dogmatik an den Universitäten Kassel und Tübingen, zum Thema „Macht und Ohnmacht“ geschult. Die Thematik setzt sich vertiefend mit den dynamischen Aspekten von Macht und Ohnmacht in kirchlichen Strukturen auseinander und macht die Auswirkungen von Machtdynamiken auf individueller und institutioneller Ebene deutlich. Die Teilnehmenden erhalten so ein tieferes Verständnis für die Herausforderungen, aber auch die Möglichkeiten, die sich aus dem Zusammenspiel von Macht und Ohnmacht ergeben.

Prävention braucht Vorbilder

„Prävention von sexualisierter Gewalt braucht Achtsamkeit, Aufmerksamkeit und Vorbilder“, stellt Vanessa Meier-Henrich, Präventionsbeauftragte des Erzbistums Paderborn, heraus. „Daher freut es mich sehr, dass Erzbischof Bentz und die Bistumsleitung mit gutem Beispiel vorangehen und so die Wichtigkeit und Relevanz der Präventionsschulungen deutlich machen.“ Das Thema der Auffrischungsschulungen richtet sich immer individuell nach der Gruppenzusammensetzung. „Es macht natürlich einen Unterschied, ob Kleriker, Gemeindereferenten, Kita-Leitungen oder Kirchenmusiker die Schulung besuchen“, erklärt Meier-Henrich. Wurden noch vor fünf Jahren die meisten Schulungen zum Thema Geistlicher Missbrauchen abgehalten, sind mittlerweile Peergewalt und Cybergrooming wichtige Themen geworden.

Cybergrooming ist ein sehr aktuelles Thema

Unter Peergewalt und Cybergrooming ist die Gewalt unter Kindern und Jugendlichen zu verstehen. Bei etwa einem Viertel der angezeigten Fälle sexualisierter Gewalt sind die Beschuldigten unter 18 Jahre alt. Hohe Zahlen in der Polizeilichen Kriminalstatistik stehen zudem für Übergriffe in digitalen Räumen. Daher gibt es ein eigenes Angebot zu dieser Thematik, die sich der Sensibilisierung und Kompetenzstärkung im Umgang mit Peer-Gewalt und Cybergrooming widmet und fundierte Einblicke in die Dynamiken dieser besorgniserregenden Phänomene liefert und präventive Strategien aufzeigt.

Ein ganz besonderer Dank gilt in diesem Zuge auch den zahlreichen Engagierten im Erzbistum, die sich durch Qualifizierungsschulungen weiterbilden, um dann selbst Erstschulungen durchführen zu können. „Das nimmt uns sehr viel Arbeit ab“, verdeutlicht Vanessa Meier-Henrich. Denn auf NRW-Ebene ist es möglich, sich zum Schulungsreferenten zu qualifizieren, um nach Beauftragung durch die Präventionsbeauftragte Präventions-Erstschulungen für die Handlungshilfe Kindheit und Jugend, Alten-, Behinderten- und Gesundheitshilfe durchführen zu können.

Prävention sexualisierter Gewalt

Alle Informationen zur Prävention sexualisierter Gewalt, Schulungsangeboten, Schutzkonzepten und Hilfsangeboten finden Sie ebenfalls im Wir-Portal:

Ein Beitrag von:
© Besim Mazhiqi
Redakteurin

Lena Jordan

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