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© PUWADON SANG / Shutterstock.com

Vom Guten erzählen 2.0

Online-Forum der Reihe „Kultur im Wandel" beschäftigt sich mit Beispielen für eine Pastoral des Gelingens

Was entwickelt sich an guten und neuen Wegen in der Kirche vor Ort? Was macht Mut und sollte weitergetragen werden? Wie lassen sich Menschen begeistern, an Ideen mitzuwirken? Um diesen Fragen nachzugehen, trafen sich über 20 Teilnehmende zu einer Veranstaltung der Online-Forum-Reihe „Kultur im Wandel“. Das Thema lautete „Vom Guten erzählen 2.0 – Noch mehr Beispiele für eine Pastoral des Gelingens“.

Maximilian Schultes führt als Moderator durch den Abend und begrüßt zu Beginn die Referentinnen, sowie die Teilnehmenden. Im Zentrum der Online-Diskussion stehen drei Projekte, die sich zum Ziel gesetzt haben, Menschen durch Glaube, Kirche und persönliches Erleben miteinander zu vernetzen.

Kommunionunterricht mal anders

Sabine Heßbrügge ist Gemeindereferentin im Pastoralverbund Mitte-Süd in Paderborn, wo sie die Erstkommunionvorbereitung verantwortet. Gemeinsam mit ihrem Team aus ehrenamtlich Mitarbeitenden hat sie im vergangenen Jahr coronabedingt Neuland betreten und ein Konzept entwickelt, das sich vom klassischen Kommunionunterricht unterscheidet.

„Durch die Corona-Zeit wuchs unter unseren Gemeindemitgliedern der Wunsch nach Pflege von Beziehungen“, so Heßbrügge. Aus diesem Grund haben sie und ihr Team den Schwerpunkt weg vom Setting Kirche hinein in den Alltag der Menschen getragen und dabei zu mehr Eigeninitiative angeregt. Im Zentrum: das gegenseitige Miteinander.

„Die Familie sollte etwas an die Hand bekommen, Impulse, die sie auch zuhause aufgreifen können“, erklärt die Gemeindereferentin. „Uns war wichtig, den Glauben für sie auf diese besondere Weise erlebbar zu machen, in einer Zeit, in der man den Alltag coronabedingt weitestgehend in den eigenen vier Wänden meistern musste.“

So wurde zum Beispiel die Osternacht als Wohnzimmergottesdienst über den Bildschirm gefeiert, und die Resonanz war laut Heßbrügge überwältigend. „Die Familien der Erstkommunionkinder berichteten von einem besonders intensiven Erleben, durch das sie den Glauben als etwas erfahren konnten, das auch bei ihnen daheim passiert.“

Kirche wird vor allem durch Beziehungen getragen – die vielleicht wichtigste Erfahrung.

Hier finden Sie den Kontakt zu Sabine Heßbrügge und ihrem Team: https://katholisch-in-paderborn.de/glauben-erfahren/erstkommunion

Pfingsten mit allen Sinnen erlebbar machen

Ganz ähnlich hat es Angelika Falkenkötter erlebt. Die Vorsitzende des Pfarrgemeinderates St. Elisabeth in Lippstadt stellt an diesem Abend ihr Projekt PFINGSTBRAUSEN vor, eine missionarische Initiative zur persönlich-spirituellen Erschließung des Pfingstfestes. Ziel der Aktion sollte sein, Pfingsten mit allen Sinnen erlebbar zu machen.

Zu diesem Zweck entwickelte das Team um Angelika Falkenkötter einen Erlebnis-Weg, bestehend aus neun Impuls-Stationen. So wurde zum Beispiel das Brausen, das die Jünger am Pfingsttag erlebten, durch extra dafür installierte Ventilatoren in der Kirche nachgestellt. Die Feuerzungen wurden als gelbe und rote Lichtpunkte an die Kirchenwand projiziert, dazu wurde das charakteristische Knistern des Feuers als Audio-Datei eingespielt.

Mit rund fünfhundert Besuchenden innerhalb von zwei Tagen erfuhr das Projekt eine beeindruckende Resonanz, weshalb bereits eine Folgeaktion in den Startlöchern steht. Zu Maria Lichtmess im kommenden Februar lädt die Gemeinde wieder ein, das Fest mit allen Sinnen zu erfahren.

Hier geht es zur Projektbeschreibung: https://pastorale-informationen.wir-erzbistum-paderborn.de/wp-content/uploads/sites/3/2022/08/Pfingstbrausen_AF-.pdf

Im Wohnzimmer um die Welt

Die Interkulturalität steht im Zentrum des dritten Projektes an diesem Abend. Mit der Weltreise durch Wohnzimmer e. V. stellt Catrin Geldmacher eine Aktion vor, in der Menschen aus anderen Kulturen für zwei Stunden ihr Wohnzimmer öffnen und Interessierten von ihrem Leben und ihren Erfahrungen in ihrem Heimatland erzählen.

„Neben spannenden Einblicken gibt es für jeden Teilnehmenden außerdem einen Reisepass, in dem man sich von jeder Wohnzimmerreise einen eigenen Stempel geben lassen kann“, weiß Geldmacher zu berichten. Das erklärte Ziel: Kontakt zu Menschen aus anderen Kulturen schaffen und einen Blick über den eigenen Tellerrand wagen.

Weitere Informationen zur Weltreise durch Wohnzimmer finden Sie hier: https://weltreisedurch.de/

Bedürfnis nach außen zu treten ist groß

Zum Ausklang des Abends bedankt sich Moderator Maximilian Schultes ganz herzlich bei den Referentinnen. Was die drei Projekte miteinander verbinde, sei das Bedürfnis nach außen zu treten und sich zu vernetzen. Der Wunsch nach Beziehungen, der gerade durch Corona noch einmal eine neue Gewichtung erfahren durfte, schlage sich in jeder Aktion auf eine bereichernde Weise nieder. Vom Guten erzählen 2.0.

Die Kirche lebt vor allem von den Menschen, die den Glauben nach außen tragen. „Was uns verbindet, schafft Beziehungen“, ist sich Catrin Geldmacher sicher und gibt dem gelungenen Abend damit ein Schlusswort, dem sich alle anschließen können.

Auch im Chat schlug sich die Begeisterung für die vorgestellten Projekte nieder, und viele Teilnehmende luden via geposteter Links dazu ein, sich dementsprechend ein Bild von ihrer jeweiligen Gemeindearbeit zu machen. Maximilian Schultes versprach, im Nachtragsmailing des Abends gesondert darauf einzugehen.

Reihe „Kultur im Wandel“

Die Online-Forumsreihe „Kultur im Wandel“ möchte interessierte Menschen in den Austausch bringen und Anregungen zur Umsetzung im eigenen Umfeld bieten. Veranstaltet wird dieses Online-Forum vom Prozessteam 2030+ in Kooperation und Trägerschaft des Bildungs- und Tagungshauses Liborianum.

Die nächste Online-Diskussion des Liborianums findet am 24. Oktober 2022 von 19 bis 20 Uhr statt. Der Abend steht unter dem Titel: „Wie wird ein neuer Bischof gewählt?“ – Umsetzung der Empfehlungen des Synodalen Weges im Erzbistum Paderborn. Die Teilnahme ist kostenfrei.

Anmeldung und mehr Informationen: https://www.liborianum.de/programm/l01pbpk002

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