logocontainer-upper
Wir-Portal
logocontainer-lower

„Man spürt einfach, wie gut es den Leuten tut“

Im Pastoralverbund Kirchspiel-Drolshagen finden die Sonntagsgottesdienste acht Wochen lang im Pfarrgarten statt
News
16. Juli 2020

„Man spürt einfach, wie gut es den Leuten tut“

Im Pastoralverbund Kirchspiel-Drolshagen finden die Sonntagsgottesdienste acht Wochen lang im Pfarrgarten statt

Im Pastoralverbund Kirchspiel-Drolshagen finden die Sonntagsgottesdienste acht Wochen lang im Pfarrgarten statt

Sommerferien – für Gemeindereferentin Cornelia Clemens aus dem Pastoralverbund Kirchspiel-Drolshagen ist das eigentlich eine ruhigere Zeit, in der sie zum Beispiel die nächste Erstkommunionvorbereitung plant. Doch in diesem Jahr ist das anders. Grund dafür ist die „Sommerkirche im Pfarrgarten“, eine Reihe von insgesamt 16 Gottesdiensten und vier spirituellen Angeboten. Sie finden in den kommenden Wochen unter freiem Himmel, genauer gesagt im Pfarrgarten der Kirche St. Clemens Drolshagen statt. „Das macht viel Arbeit, aber auch viel Freude“, so Cornelia Clemens, die das Angebot zusammen mit anderen Engagierten aus dem Pastoralverbund entwickelt hat und organisiert.

Fronleichnam als Schlüsselerlebnis

Viel Vorlauf für das umfangreiche Programm gab es nicht, denn entstanden ist die Idee erst im Kontext des Fronleichnamsfestes (11. Juni). „Wir wollten unseren Fronleichnamsgottesdienst im Freien feiern, weil dann trotz Abstands- und Hygieneregeln mehr Menschen zusammenkommen können“, erzählt die Gemeindereferentin. „Auf der Suche nach einem geeigneten Ort haben wir schließlich den eigenen Pfarrgarten entdeckt. Er befand sich im Dornröschenschlaf, doch wir erhielten Hilfe von den Berlinghausener Schützen. Diese wollten am Sonntag nach Fronleichnam ihren Jubiläumsgottesdienst mit Weihbischof König dort feiern. Sie richteten uns den Garten schön her.“

Der Fronleichnamsgottesdienst war ein Schlüsselerlebnis. „Man spürte einfach, wie gut es den Menschen tat, wieder zusammen zu sein und Gottesdienst zu feiern und wie beseelt sie danach waren“, erinnert sich Cornelia Clemens. „Für viele, die aus Angst vor der Pandemie nicht in die Kirche kommen wollten, war es der erste Gottesdienstbesuch seit langem. Außerdem gingen einige Kinder zur Erstkommunion – für sie und ihre Eltern war es ein besonders schönes Erlebnis. Nachdem wegen Corona die eigentlich geplante Erstkommunion nicht stattfinden konnte, war die Freude nun umso größer.“

“Wir sind noch da!”

Sofort war klar: Das soll nicht der letzte Gottesdienst im Pfarrgarten gewesen sein. „Es ging uns um das Signal: Wir sind noch da! Es bricht nicht alles weg!“, so Cornelia Clemens. Zusätzliche Motivation erhielt die Idee durch die Tatsache, dass die Pfarrkirche St. Clemens wegen schon lange geplanter Renovierungsarbeiten schließt. „Indoor-Gottesdienste“ müssen jetzt im viel kleineren Pfarrheim stattfinden, was die Hürde für einen Gottesdienstbesuch noch einmal erhöht.

Schnell fand sich eine kleine Arbeitsgruppe zusammen, die die beiden regulären Sonntagsgottesdienste (9 und 11 Uhr) für acht Sommerwochen im Pfarrgarten neu plante. Der ganze Pastoralverbund sollte nicht nur eingeladen, sondern auch eingebunden werden. Während der Gottesdienst um 9 Uhr durch die Beteiligung von Chören und Blasorchester jeweils einen besonderen musikalischen Akzent erhält, werden zu den Gottesdiensten um 11 Uhr bestimmte Zielgruppen eingeladen. Ergänzt wurde die Gottesdienstreihe durch vier Mittwochabende mit spirituellen Impulsen – eine Illumination des Pfarrgartens sorgt dann für entsprechende Atmosphäre. Trotz „Open Air“ sind die Plätze bei allen Angeboten begrenzt, weshalb man sich vorher anmelden muss.

Der Start ist gemacht

Die besondere musikalische Gestaltung der Gottesdienste sei vor allem Pfarrgemeinderatsmitglied Klaus-Michael Becker aus Schreibershof zu verdanken, betont Gemeindereferentin Clemens. „Er ist selbst Mitglied in vielen Musikvereinen und hat seine zahlreichen Kontakte benutzt, um das musikalische Programm auf die Beine zu bringen. Wir haben eine große musikalische Vielfalt im Pastoralverbund – in vielen Dörfern gibt es einen eigenen Musikverein.“ Von den meisten angefragten Chören habe es allerdings Absagen gegeben. „Nicht weil sie sich nicht beteiligen wollen, sondern weil sie wegen der Pandemie noch nicht richtig proben können.“

Der Start ist inzwischen gemacht. Bei angenehmem Sommerwetter haben am 12. Juli die ersten beiden Sommergottesdienste im Pfarrgarten stattgefunden, beide gestaltet vom Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Drolshagen. Um 11 Uhr waren als Zielgruppe vor allem die engagierten Ehrenamtlichen aus dem Pastoralverbund eingeladen und der Einladung auch zahlreich gefolgt. Vikar Jairaj Kidangan Mani predigte über die Vielfalt der ehrenamtlichen Aufgaben, die im Pastoralverbund übernommen werden. Er   betonte, wie einfach es immer ist, im Kirchspiel Drolshagen Menschen zu finden, die helfen oder sich engagieren. Dafür dankte er alle Beteiligten noch einmal ausdrücklich.

Zum Ausdruck des Dankes wurden die Ehrenamtlichen nach der Messe noch auf ein „Glas der Freundschaft“ eingeladen.  Bei musikalischer Begleitung und entsprechendem Abstand bestand im Garten noch Gelegenheit, das ein oder andere Gespräch zu führen. „Viele unserer Ehrenamtlichen haben sich ja auch seit Monaten nicht mehr getroffen, denn die Sitzungen und Treffen sind ja ausgefallen. Und die Kommunikation untereinander fehlte doch allen. Das konnte man spüren“, so Pfarrer Markus Leber nach der gelungenen Auftaktveranstaltung.

Spirituelle Impulse ab August

Zum 11 Uhr-Gottesdienst am kommenden Sonntag (19.7.) sind besonders die Familien eingeladen, dann werden auch wieder einige Kinder zur Erstkommunion gehen. Als Zielgruppen folgen dann Großeltern mit ihren Enkelkindern (26.7), Paare, die ein Ehejubiläum begehen (2.8.), Familien mit Schulanfängern (9.8.), Frauen (16.8.) und Jugendliche (23.8.). Abgeschlossen wird die Gottesdienstreihe am 30.8. mit einem Internationalen Gottesdienst, zu dem besonders die nicht-deutschsprachigen Gläubigen eingeladen sind.

Im August kommen dann noch spirituelle Impulse am Mittwochabend hinzu. „Bei jedem Abend verwenden wir ein anderes Lichtkonzept“, freut sich Cornelia Clemens. Den Anfang macht der 5. August mit einer „Klingenden Nacht“ (Abendmusik, Licht und Klangeffekte), es folgt die „Träumende Nacht“ am 12. August, bei der neben Musik und Texten besondere Lichteffekte in der Zeit der Sternschnuppen im Mittelpunkt stehen. Nach dem Fest Mariä Himmelfahrt folgt am 19. August eine „Strahlende Nacht“ mit Texten, Gesängen, Meditationen und Lichteffekten. Abgeschlossen wird die vierteilige Reihe am 26. August mit der „Leuchtenden Nacht“, einem Taizé-Gebet.

„Vieles von dem, was wir planen, ist noch am Entstehen und wird sicher erst relativ spontan umgesetzt“, blickt Cornelia Clemens zuversichtlich voraus. „Aber es macht unheimlich viel Freude, die gewohnten pastoralen Pfade zu verlassen und etwas Neues zu erfinden.“

Programm "Sommerkirche im Pfarrgarten"

Test
 
| |
generalvikariat@erzbistum-paderborn.de
+49 (0)5251 125-0
Barrierefreiheit