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Christliche Gemeinschaften in den Niederlanden als Lernfeld betrachten

Studienreise der Pastoralkommission der Deutschen Bischofskonferenz gibt Einblicke in kirchliche Transformationsprozesse

Im April unternahm die Pastoralkommission der Deutschen Bischofskonferenz eine Studienreise in die Niederlande, um sich darüber zu informieren, wie die Kirchen dort mit den Prozessen einer fortschreitenden Säkularisierung umgehen. Denn mehr als 60 Prozent der Niederländerinnen und Niederländer sind inzwischen religionslos, Tendenz steigend. Die Katholiken gelten dort mit 18 Prozent als größte Religionsgemeinschaft. An der Reise der Pastoralkommission nahmen neun Bischöfe sowie elf Beraterinnen und Berater teil, darunter Weihbischof Josef Holtkotte und Generalvikar Dr. Michael Bredeck aus dem Erzbistum Paderborn.

Der Utrechter Pastoraltheologe Professor Dr. Jan Loffeld betonte im Verlauf der Reise, dass die Säkularisierung in den Niederlanden noch weiter fortgeschritten sei als in Deutschland. Dies würde sich auch in der Mentalität und Kultur der Niederländer niederschlagen. Dennoch sind aber auch immer wieder Spuren des Religiösen und Aufbrüche des Glaubens zu entdecken. „Bei der Reise ging es nicht darum, in einen Abgrund zu schauen. Vielmehr habe ich diese Reise und den Blick in die Niederlande als Lernfeld betrachtet“, erzählt Weihbischof Josef Holtkotte. Er habe bei diesem Besuch viel über die Historie und die pastorale Geschichte des Landes gelernt.

„Eindrücke nicht wie Blumen pflücken und in die Vase stellen“

Die Pastoralkommission befasst sich mit den unterschiedlichen Feldern der Seelsorge, der Verkündigung und Gemeindeentwicklung. Sie besteht aus bischöflichen Mitgliedern sowie berufenen Beraterinnen und Beratern aus Wissenschaft, Diözesen und kirchlichen Verbänden. Auf ihrer Studienreise suchten sie den Austausch in verschiedenen niederländischen Diözesen, aber auch mit Mitgliedern anderer Konfessionen wie altkatholischer und reformierter Kirche in den Niederlanden, um zu erfahren, welche Wege die Kirche in den Niederlanden als Reaktion auf die Prozesse der Säkularisierung beschreiten. Auf dem Programm standen unter anderem der Austausch mit Bischöfen der (Erz-)Diözesen Utrecht, Haarlem-Amsterdam und ’s-Hertogenbosch sowie Vertretern weiterer Konfessionen. Ebenso gab es Besuche bei der internationalen Gemeinschaft von Sant’Egidio, bei missionarischen Initiativen und Gespräche mit niederländischen Theologinnen und Theologen aus dem Fachgebiet der praktischen Theologie.

„Ich fand es sehr bemerkenswert, dass es bei diesen Gruppengesprächen ein wirklich hohes Interesse für unseren Besuch gab und vor allem eine große Wertschätzung auch von der evangelischen und altkatholischen Kirche“, sagt Weihbischof Holtkotte. So haben sich die Teilnehmenden aus den Niederlanden sehr darum bemüht, dass die deutschen Bischöfe die Situation vor Ort besser verstehen und wahrnehmen. Dabei war es für ihn wichtig, Parameter zu entdecken, die in Deutschland ähnlich sind. Er habe sich bei den vielen Treffen immer wieder die Frage gestellt, welche Weichen im eigenen Land gestellt werden können. „Wir können die Eindrücke, die wir auf dieser Reise sammeln durften, nicht einfach wie Blumen pflücken und in die Vase stellen. Das funktioniert nicht. Wir sollten die Situation in den Niederlanden vielmehr nutzen, um über unsere Situation in Deutschland nachzudenken“, sagt Holtkotte.

Eine Ahnung, was auf die Kirche in Deutschland zukommt

Auch Bischof Dr. Peter Kohlgraf, Vorsitzender der Pastoralkommission, äußerte sich zu den kirchlichen Transformationsprozessen in den Niederlanden. So erhalte man dort bereits eine Ahnung davon, was auch auf die Kirche in Deutschland zukommen werde: „Wir haben eine große Vielfalt unterschiedlicher Weisen gesehen, wie die christlichen Gemeinschaften auf eine nachchristliche Gesellschaft reagieren, wie sie in ihr leben und sich zu ihr positionieren. Und es gibt viele Punkte, besonders zum Thema Synodalität, die mich zum Nachdenken angeregt haben. Mir wurde aber auch bewusst, wo aufgrund unserer unterschiedlichen Geschichten und kulturellen Hintergründe Grenzen der Vergleichbarkeit liegen.“

Die Erfahrungen der Reise werden in die Arbeit der Pastoralkommission einfließen. Weihbischof Josef Holtkotte sieht die vielen Eindrücke und Aspekte als Herausforderung. Wie lässt sich in einer Kultur, die sich so rasant verändert, etwas formen? Dabei würde es nicht darum gehen, alles schlecht zu reden. Vielmehr hoffe er, dass man von den Begegnungen und Erfahrungen dieser Reise lernen könne. Eines sei ihm ganz besonders in Erinnerung geblieben: „Glaube kann nur lebendig bleiben, wenn er auch das Leben berührt – genau daran sollten wir anknüpfen.“

Ein Beitrag von:
Redakteurin

Miriam Westfechtel

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