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Bildung einfach machen und nicht verwalten

Serie Mitarbeitermotivation: Phasen der Veränderung
News
22. September 2020

Bildung einfach machen und nicht verwalten

Serie Mitarbeitermotivation: Phasen der Veränderung

Serie Mitarbeitermotivation: Phasen der Veränderung

Heute schon auf der Arbeit gelächelt? Zufriedenheit im Beruf, einen Sinn in den Aufgaben zu erkennen – das ist besonders in der Kirche entscheidend. Deshalb geht es in der Serie „Mitarbeitermotivation“ mal ganz um Sie, die Mitarbeitenden der Kirche von Paderborn. Gemeinsam mit der Personalentwicklung hat die Abteilung Kommunikation vier Themen gesammelt, die der eigenen Motivation dienen. Heute: Phasen der Veränderung.

Corona – nichts anderes hat unser aller Leben in den vergangenen Jahren mehr verändert als dieses kleine Wort. Und es wird es auch weiterhin noch tun. Nicht nur im Privaten, auch der Arbeitsalltag hat lange Zeit anders ausgesehen als wir es gewohnt waren. Das war auch in der kefb, der Katholischen Erwachsenen- und Familienbildung im Erzbistum Paderborn, deutlich zu spüren. „Von jetzt auf gleich waren gewohnte Abläufe und Strukturen nicht mehr umsetzbar“, verdeutlicht Markus Schmiegel, Leiter der Paderborner kefb. „Bildungsarbeit wird bei uns zu einem großen Teil in Präsenzveranstaltungen angeboten und durchgeführt. Das war uns aber durch den Lockdown nicht mehr möglich.“ Vielerorts sei Unsicherheit aufgekommen, Niemand wusste so recht wie es weitergehen sollte. Fest stand nur: Die Mitarbeitenden der kefb mussten umdenken – und zeigten beispielhaft, wie sie Phasen der Veränderung bereichernd durchlaufen haben.

Abschied und Neuanfang

„Veränderungsprozesse haben immer auch eine emotionale Komponente. Es geht um Abschied und Neuanfang. Die Emotionen zu unterdrücken, hilft an der Stelle nicht. Sie sind ein wesentlicher und notwendiger Teil der Veränderung. Es ist wichtig ihnen Raum zu geben und sich mit ihnen auseinanderzusetzen. Jede Art von Veränderungsprozess folgt im Kern der gleichen emotionalen Logik“, so beschreibt es Detlef Trapp, Geschäftsführer der Agentur cidpartners.

Die erste dieser Phasen ist der Schock, in der sich Unsicherheit breit macht. Bei vielen bestätigt sich dann eine Vorahnung, eine Art Sorge, die sie im Vorfeld gespürt, aber vielleicht nicht richtig zuordnen konnten. Als Phase zwei schließt sich eine Abwehrhaltung an. Man möchte nicht wahrhaben, was passiert, verstellt sich der Realität und ignoriert vorerst die neuen Umstände. Doch mit der Zeit kommt die rationale Einsicht, man realisiert, dann man nichts tun kann, was zum weiteren Sinken der Motivation führt. Der Motivations-Tiefpunkt ist in diesem Schema in der Phase der emotionalen Einsicht und Frustration erreicht. Hier besteht die Gefahr die Orientierung zu verlieren und die Situation nicht mehr überblicken zu können. Aus diesem Tal heißt es sich nun heraus zu kämpfen, sich der neuen Situation zu öffnen und zu beginnen sie anzunehmen. Grenzen erkennen, erste Erfolge wahrnehmen. Stück für Stück wächst die Motivation allmählich wieder und wir können die neue Situation adaptieren und beginnen sie anzunehmen.

kefb mit klarem Vorteil

Um durch diese Phasen der Veränderung zu gehen, hatte die Paderborner kefb schon einen klaren Vorteil: im November vergangenen Jahres hatten alle Mitarbeitenden einen Fachtag zum Thema digitales Lernen absolviert. Sie lernten zahlreiche Tools spielerisch kennen, mit denen Onlinelernen gut funktionieren kann. Im Anschluss daran wurde die gesamte Einrichtung direkt mit der passenden Technik wie digitalen Whiteboards oder Laptops mit Frontkamera ausgestattet. „So waren wir bestens ausgerüstet als dann Corona und der plötzliche Lockdown kamen. Wir konnten uns alle mit unserer Technik ins Homeoffice zurückziehen und von dort aus problemlos weiterarbeiten“, beschreibt Nicola Maier von der kefb.

Schnell sei das gesamte Team vernetzt gewesen und ein Plan ausgearbeitet worden, mit dem die fehlenden Angebote vor Ort ersetzt werden sollten. „Doch gerade als wir richtig gut eingespielt und motiviert waren die neuen Wege zu beschreiten, haben uns die angeordneten Betriebsferien über die Osterzeit einen Dämpfer verpasst. Gerade als wir an einem Hochpunkt waren, noch dazu in der kirchlichen Hochzeit um Ostern herum, war das für uns alle schon ein ziemlicher Motivationsdämpfer“, erzählt Astrid Fichtner-Wienhues, Mitarbeiterin der Paderborner kefb. Es sei nicht einfach gewesen nach diesen zwei Wochen dann wieder hochzufahren, doch „es hat geklappt, indem wir einfach weitergemacht haben, so pragmatisch das auch klingen mag.“

Uneingeschränktes Vertrauen

Der wesentliche Faktor für das Gelingen sei aber nicht die moderne Technik oder die Notwendigkeit, dass es irgendwie weitergehen musste, gewesen, sondern das uneingeschränkte Vertrauen, welches aus der Leitungsebene in das gesamte Team gesetzt worden sei. „Wir durften uns in der Zeit stets ausprobieren und haben eine unglaubliche Offenheit gegenüber Neuheiten gespürt“, macht Nicola Maier deutlich. „Und auch wenn einmal etwas nicht funktioniert hat, war dies überhaupt kein Problem. Es herrschte durchweg eine hohe Fehlertoleranz und es wurde nie erwartet, dass etwas sofort funktioniert. Das hat uns unglaublich motiviert.“

Es sei eine regelrechte Experimentierphase gewesen, in der Bildung nicht verwaltet, sondern gemacht worden sei. Habe sich einmal eine Grenze aufgetan, habe man nach der Leiter gesucht, um sie zu übersteigen. Sei der Rahmen für ein Vorhaben nicht passend gewesen, wurde der Rahmen vergrößert. „Wir waren zwischendurch selbst überrascht, mit welch hoher Qualität die digitalen Bildungsangebote angeboten werden konnten. Das hatten wir so ehrlich gesagt selbst nicht gedacht“, so Markus Schmiegel.

Neue Erkenntnisse in Alltag übertragen

Diese Motivation sei aus der Paderborner kefb schnell auf die anderen Standorte im Erzbistum übergeschwappt. Es sei wie ein Schneeballprinzip gewesen. Nach anfänglicher Zurückhaltung sei das Interesse immer mehr gestiegen und zahlreiche Anfragen zu den digitalen Lernmöglichkeiten eingegangen. „Wir wollten Lust machen auf das, was wir können und erarbeitet haben und gleichzeitig Angst vor Digitalität nehmen, denn wir haben gemerkt, dass sich nicht jeder in der digitalen Welt wohlfühlt“, so Astrid Fichtner-Wienhues. Der Austausch mit den anderen Standorten und Bistümern sei stets ein befruchtender gewesen und habe die Kreativität gefördert. „Wir haben gemerkt, dass die vorgeschriebene Distanz in der Gesellschaft zu mehr digitaler Nähe geführt hat. Diese digitale Nähe haben wir für unsere Arbeit genutzt, denn Bildung geschieht zu einem wesentlichen Teil durch Beziehung und Erfahrbarkeiten.“

Nun sei es wichtig diese neuen Erkenntnisse und die gewonnene Motivation in den Stück für Stück zurückkehrenden Alltag zu übertragen. „Der Corona-Lockdown war für uns eine sehr kreative und experimentelle Phase des Ausprobierens, die so im normalen Arbeitsalltag nicht immer umzusetzen sein wird. Aber wir wollen uns bemühen diese Freiräume beizubehalten und aktiv zu schaffen, denn wir haben gemerkt, wie inspirierend und motivierend diese für uns sind“, sind sich alle drei Mitarbeitenden der kefb einig.

 
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