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30
Oktober
2019

Junge Menschen für Armut sensibilisieren

Best Practice Pastoral: Actionbox MittelLOS

Seinen Lebensunterhalt von Hartz IV bestreiten. Ohne Freunde und Familie durchs Leben gehen. Ohne einen Partner seine Kinder großziehen. In all diesen Situationen spiegelt sich Armut wider. Denn Armut muss nicht immer heißen, am finanziellen Existenzminimum zu leben. Auch finanziell gut aufgestellte Menschen können arm sein, denn Armut hat viele Gesichter und viele davon sind unsichtbar.

Die „Actionbox MittelLOS“ will auf das Thema Armut aufmerksam machen und verdeutlichten, was arm sein bedeutet und welche unterschiedlichen Formen es gibt. Das Projekt der youngcaritas und der Caritas-Konferenzen im Erzbistum Paderborn richtet sich vornehmlich an Jugendliche zwischen elf und 16 Jahren. Sie sollen in Gruppenarbeit auf spielerische Art und Weise an das Thema Armut herangeführt werden. Die Actionbox kann bei der youngcaritas bestellt werden und enthält Materialien, mit denen die Jugendlichen in drei Einheiten lernen können. Sie können nicht nur ein Bewusstsein für das Thema Armut gewinnen, sondern auch mit einer eigenen Spenden-Aktion einen Beitrag zur Unterstützung von örtlichen Hilfsprojekten leisten.

Action 1: Wissen, wo es fehlt
Umfasst Diskussionen, Gruppenaufgaben und Spiele, bei denen sich die Jugendlichen mit dem Thema Armut auseinander setzen und ihre eigene Einstellung sowie das Verhalten der Gesellschaft reflektieren.

Action 2: Hingehen, wo es fehlt
Es geht darum, ehrenamtliche Caritas-Projekte kennenzulernen, die von Armut betroffenen Menschen vor Ort zu Gute kommen.

Action 3: Anpacken, wo es fehlt
Aktiv werden und Spenden akquirieren.

Haltungen hinterfragen und Vorurteile abbauen

„Wir wollen Jugendlichen helfen, sensibel für das Thema Armut zu werden und gleichzeitig Vorurteile abzubauen. Nicht nur der Bettler, der in der Einkaufs-Passage nach einer kleinen Spende fragt, ist arm. Es gibt so viele Gesichter von Armut, die sich nicht um das Finanzielle drehen“, verdeutlicht Giulia Maira von der youngcaritas im Erzbistum Paderborn. Dazu findet in der ersten Action eine Auseinandersetzung mit dem Thema „Armut vor Ort“ statt. Verschiedene Kartenspiele, Arbeitsblätter oder Anleitungen zu Denkspielen, die sich alle in der Box befinden, helfen den Jugendlichen, sich eine eigene Meinung bilden zu können, ihre Haltung zu hinterfragen und sich mit gesellschaftlichen Vorurteilen auseinanderzusetzen.

Während Action Zwei lernen die Jugendlichen konkrete Caritas-Projekte vor Ort kennen. Krankenhäuser, Altenheime, Schulen oder Suppenküchen bieten zahlreiche Möglichkeiten für soziales Engagement. Oft fehlt schlicht das Wissen, welche Projekte in der eigenen Umgebung angeboten werden. Eine List mit Projekten, welche sich in der unmittelbaren Umgebung befinden, ist daher ebenfalls unter den Materialien der Actionbox.

Selbst aktiv werden die Jugendlichen schließlich in Action Drei. Dabei sammeln sie für ein zuvor festgelegtes Caritas-Projekt Spenden. „Sehr beliebt ist hierbei die Aktion ‚Pfandraising‘“, erzählt Maira. „Die Jugendliche stellen dabei Boxen in Supermärkten oder bei Sportfesten auf, die auf ihr Projekt hinweisen. Andere Menschen können anschließend ihr Pfand in die Box werfen und somit spenden. Die Summe kommt schließlich dem zuvor ausgewählten Caritas-Projekt zugute.“ So leisten die Jugendlichen einen aktiven Beitrag gegen Armut und spürten unmittelbar, wie gut sich soziales Engagement anfühle.

Einsatz in Schulklassen und der Firmvorbereitung

Seit etwa eineinhalb Jahren kann die Actionbox bei der youngcaritas bestellt werden und wurde seitdem rund hundert Mal verschickt. Mehrere hundert Jugendliche haben in dieser Zeit mit ihr gearbeitet, wobei sie am häufigsten bei Schulklassen im Religionsunterricht oder in Gemeinden in der Firmvorbereitung eingesetzt wurde. „Die Jugendlichen erfahren in der Arbeit mit der Actionbox gelebte Kirche. Alles, was sie häufig nur theoretisch im Unterricht hören, wird greifbar. Gleichzeitig lernen sie den Zusammenhalt in der Gesellschaft zu fördern, denn jeder Mensch kann einmal von Armut betroffen und für Unterstützung dankbar sein“, verdeutlicht Giulia Maira den Lerneffekt der Box.

Giulia Maira
Giulia Maira
Giulia Maira

Ansprechpartnerin

Giulia Maira
youngcaritas im Erzbistum Paderborn
Am Stadelhof 15
33098 Paderborn
Telefon: +49 (0)5251 209 209
young@caritas-paderborn.de

 

In der Serie “Best Practice Pastoral” stellen wir Angebote und Formate aus der Pastoral des Erzbistums Paderborn vor, die für die Arbeit in den Kirchengemeinden inspirieren können. Neue Beiträge erscheinen alle zwei Wochen mittwochs.

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