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© MEE KO DONG / Shutterstock.com
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Frauen ermutigen, Führung wahrzunehmen

Im Erzbistum Paderborn haben 2024/25 zwei Frauen als Mentees am Programm „Kirche im Mentoring – Frauen steigen auf“ teilgenommen. Das bundesweite Programm fördert Frauen auf ihrem Weg in kirchliche Leitungsaufgaben. Es bringt Mentees mit erfahrenen Mentorinnen und Mentoren zusammen.

Der aktuelle zehnte Durchgang wurde vom 22. bis 24. September im Tagungshaus St. Ulrich in Augsburg ausgezeichnet.
Er bestand aus zwei Mentoring-Gruppen, wovon die erste Gruppe des aktuellen Jahrgangs 2024/25 schon im Mai verabschiedet wurde. Nun folgte die zweite Gruppe mit den beiden Paderborner Mentees Julia Brodersen-Schäfers (Kompetenzeinheit KiTa) und Valerie Renken (Lehrerin am Gymnasium St. Michael).

Der neue Durchgang 2025/2026 startete am 29. September 2025 in Paderborn mit 23 Tandems , davon zwei Paderborner Tandems: Marietheres Janoschka (Mitarbeiterin im Team Arbeits- und Gesundheitsschutz) mit Ihrer Mentorin Astrid Fichtner-Wienhues (Pädagogische Leitung der KEFB im Erzbistum Paderborn) und Susanne Föller (Leitung Team Weltkirche) mit ihrem Mentor Daniel Schröter (Abteilungsleitung im Bereich Bauen). Am Mittwoch, 12. November fand die Begrüßungs- und Würdigungsveranstaltung aller Mentees, Mentorinnen und Mentoren des vergangenen und aktuellen Durchgangs statt.

Im Gespräch mit dem vergangenen Durchgang 2024/2025 berichten die Mentees Julia Brodersen-Schäfers (Kompetenzeinheit KiTa) und Valerie Renken (Lehrerin am Gymnasium St. Michael) sowie die Mentorinnen Michaela Maas (Theologische Fakultät Paderborn) und Carmen Matery-Meding (Diözesanbaumeisterin im Erzbischöflichen Generalvikariat ) über ihre Erfahrungen nach dem Mentoringjahr. Ergänzt werden die Eindrücke von Stefanie Berns (Leitung der Abteilung Personalentwicklung im Erzbischöflichen Generalvikariat), die das Programm inhaltlich und organisatorisch begleitet.

„Kirche im Mentoring – Frauen steigen auf“

Das Mentoring-Programm zur Steigerung des Anteils von Frauen in Leitungspositionen in der katholischen Kirche, wird vom Hildegards-Verein in Kooperation mit der Deutschen Bischofskonferenz und der Förderung durch das Bonifatiuswerk für die deutschen Bistümer durchgeführt. Es zielt darauf ab, Frauen auf Führungspositionen innerhalb der katholischen Kirche vorzubereiten. Bislang haben 171 Frauen das Mentoring erfolgreich abgeschlossen; sie stammen aus 20 (Erz-)Bistümern, sechs Hilfswerken und sieben Caritasverbänden. Das 2015 gestartete Programm will zu einer geschlechtergerechten Personal- und Organisationsentwicklung beitragen, für den Arbeitsplatz Kirche werben und eine nachhaltige Nachwuchssicherung ermöglichen.

Redaktion

Was hat Sie persönlich motiviert, am Programm „Kirche im Mentoring – Frauen steigen auf“ teilzunehmen? Welche Erfahrungen haben Sie während des Jahres gemacht?

Julia Brodersen-Schäfers, Kompetenzeinheit KiTa (Mentee)

Vor allem die Suche danach, wo es für mich perspektivisch beruflich hingehen könnte und die Begeisterung ehemaliger Mentees haben dazu beigetragen, dass ich mich für das Programm beworben habe. Das Programm bietet eine gute Möglichkeit, sich die Frage konkreter stellen zu können, ob Führung im Kontext der Kirche für mich passt und bietet Gelegenheit, hier erste Erfahrungen zu sammeln. Die einzelnen Bestandteile des Programms greifen sehr gut ineinander: Bei den Treffen auf Bundesebene kann ich mich mit starken Frauen aus dem kirchlichen Kontext in ganz Deutschland mit vielen unterschiedlichen Professionen vernetzen und von ihren Erfahrungen profitieren. Zugleich erhalte ich durch die Seminarinhalte wichtigen Input zum Thema Führung in Kirche. Bei der regelmäßigen Begleitung durch meine Mentorin im Tandem kann ich meine persönlichen Erfahrungen reflektieren und bessere Einblicke in die Arbeit einer Führungskraft in unserem Erzbistum erhalten.

Valerie Renken, Lehrerin Gymnasium St. Michael (Mentee)

Ich habe mich beworben, um eine Entscheidungshilfe für den weiteren beruflichen Werdegang zu erhalten. Also zu schauen, wie es für mich persönlich beruflich weitergehen könnte.
Als erste Lehrerin, die hier im Erzbistum an dem Programm teilgenommen hat, sehe ich mich als Wegbereiterin für die Teilnahme weiterer Lehrerinnen.

Darüber hinaus wollte ich Mitstreiterinnen kennenlernen – starke Frauen, die auch im kirchlichen Dienst tätig sind. Persönlich ist es für mich sehr gewinnbringend den eigenen Radius zu erweitern, zu netzwerken, um auch nach dem Programm weiter in Kontakt zu bleiben.

 

Redaktion

Welche Erkenntnisse waren für Sie wichtig?

Brodersen-Schäfers

Durch den Austausch mit meiner Mentorin habe ich einen besseren Einblick in die Organisationskultur des EGVs erhalten. Ich konnte mich in andere Bereiche  im Erzbistum und auf Bundesebene vernetzen. Der Austausch mit den anderen Mentees ist eine große Bereicherung. Durch die Gespräche und Inhalte konnte ich meine Erfahrungen reflektieren und wurde ich in meinem Handeln bestärkt. Im Vergleich zu anderen Bistümern habe ich erfahren, dass hier schon viel für die Frauenförderung gemacht wird.

Renken

Bereichernd war das Jahr vor allen Dingen, weil es eine klar erkennbare Bestärkung und Erweiterung meiner professionellen und persönlichen Kompetenzen war. Klarheit zu gewinnen, Reflektionsprozesse anzustoßen und sich bezogen auf die eigene berufliche Perspektive mit anderen Frauen in einem geschützten Rahmen auszutauschen und weiterzuentwickeln – das sind für mich die wertvollen und nachhaltigen Benefits des Mentoringjahres.

Durch den Austausch mit meiner Mentorin habe ich einen besseren Einblick in die Organisationskultur des EGVs erhalten. Ich konnte mich in andere Bereiche  im Erzbistum und auf Bundesebene vernetzen. Der Austausch mit den anderen Mentees ist eine große Bereicherung.

Julia Brodersen-Schäfers (links)

Redaktion

Was hat Sie als Mentorinnen motiviert? Welche Erfahrungen und Erkenntnisse haben Sie gewonnen?

Michaela Maas, Theologische Fakultät (Mentorin)

Da ich gerne Menschen auf einem Abschnitt ihres Lebensweges begleite, hat mich das Programm “Kirche im Mentoring – Frauen steigen auf” sehr angesprochen. Eine solche Begleitung ist keine Einbahnstraße, sondern ein gegenseitiges Geben und Nehmen. Es geht zum einen darum, Lebenserfahrungen und berufliche Erfahrungen auszutauschen und zu reflektieren, um eine Entscheidung für den weiteren beruflichen Weg zu treffen, zum anderen geht es um die Sichtbarmachung, Unterstützung und Nutzung der Potenziale von Frauen in Kirche und Gesellschaft. Eine besondere Erfahrung war für mich, wie durch dieses Programm die Arbeit verschiedener Personen in unterschiedlichen beruflichen Bereichen durch die Präsentationen sichtbar gemacht und miteinander vernetzt wurde. Durch die Schaffung von Netzwerken und die Unterstützung von Seiten des Hildegardisvereins und des Erzbistums Paderborn führt das wiederum zu Denkanstößen, die Umwandlungsprozesse bereichern können.

Carmen Matery-Meding, Diözesanbaumeisterin (Mentorin)

Ich gebe sehr gerne meine Zeit hierfür, auch wenn es im Grunde Freizeit ist. Weil ich es für ein ganz, ganz sinnvolles und wirksames Programm halte. Ich hätte mich als junge Frau gefreut, die Chance an so einem Programm teilzunehmen. Heute sehe ich eine Win-Win-Situation: Wenn sich eine junge Frau mit mir austauscht, profitiert sie – aber auch ich nehme sehr viel aus diesem Austausch mit.

Redaktion

Wie haben Sie sich während des Jahres gefühlt?

Brodersen-Schäfers

Insgesamt sehr gut. Natürlich gab es Momente, in denen es herausfordernd war, das Programm zeitlich in den beruflichen Alltag sowie die familiären Anforderungen zu integrieren. Wenn man mehrere Tage unterwegs ist, bleibt halt anderes liegen. Aber im Gesamtbild bin ich sehr froh, die Chance der Teilnahme erhalten zu haben. Ich würde es auf jeden Fall jeder Frau, die es in Erwägung zieht, empfehlen und mich auch wieder bewerben. Die Teilnahme am Programm bietet so viele Chancen, die ich ansonsten wahrscheinlich so nicht gehabt hätte.

Renken

Ich habe das Mentoringjahr als sehr bestärkend und wertvoll erlebt und möchte auch andere weibliche Lehrkräfte ermutigen, sich dafür zu bewerben und von der Teilnahme zu profitieren.

Es geht zum einen darum, Lebenserfahrungen und berufliche Erfahrungen auszutauschen und zu reflektieren, um eine Entscheidung für den weiteren beruflichen Weg zu treffen, zum anderen geht es um die Sichtbarmachung, Unterstützung und Nutzung der Potenziale von Frauen in Kirche und Gesellschaft.

Michaela Maas (links)

Redaktion

Wie haben Sie die Zusammenarbeit mit Ihrer Mentorin erlebt?

Brodersen-Schäfers

Absolut bereichernd! Es war eine Möglichkeit, konkrete Einblicke in Führung zu bekommen, die nicht die Führung meines direkten Vorgesetzten ist. Im Austausch konnte ich an den Erfahrungen von Frau Matery-Meding lernen und meine eigenen Erfahrungen reflektieren. Dabei fand ich den „Shadowing-Tag“ auch sehr wertvoll: Einen Tag lang durfte ich Frau Matery-Meding begleiten, ihre Arbeitsweise in Terminen, Gesprächen etc. miterleben und anschließend mit ihr darüber ins Gespräch kommen. Ihre Rückmeldungen bestärken mich sehr in meinem Handeln.

Renken

Für mich war es ein sehr bereichernder Austausch, der von Anfang an auf Augenhöhe stattfand. Durch meine Mentorin habe ich eine ganz wertvolle Unterstützung, Stärkung und besonders auch Wertschätzung erfahren.

Redaktion

Wie haben Sie die Rolle als Mentorin erlebt?

Maas

Die Gespräche waren für mich sehr bereichernd. Jede hat ihre Erfahrungen eingebracht. Besonders spannend fand ich, gemeinsam über Ideen nachzudenken, wie man etwas umsetzen kann, das es so noch nicht gibt bzw. bisher nur in Pilotprojekten, so dass Frauen und auch Männer Beruf und Familie miteinander besser kombinieren können. Dadurch habe ich selbst neue Denkanstöße erhalten.

Matery-Meding

Es war für mich sehr interessant, mich mit jemandem austauschen zu können, die aus einem ganz anderen Bereich kommt. Besonders deutlich wurde für mich die Lebensphase meiner Mentee – mitten im Familienleben, mit vielen zusätzlichen Anforderungen. Und trotzdem hat sie dieses intensive Programm absolviert. Das verdient großen Respekt.

© Besim Mazhiqi / Erzbistum Paderborn
Redaktion

Haben Sie Erfahrungen gemacht, dass Vorurteile oder Muster durchbrochen wurden?

Stefanie Berns

Es gibt heute mehr Möglichkeiten, über Vorurteile und Muster zu sprechen. Das Bewusstsein, dass es eine ungleiche Verteilung von Führungspositionen zwischen Männern und Frauen gibt, ist stärker geworden. Es geht nicht einfach darum, dass Frauen sich nicht bewerben – es gibt strukturelle Fragen. Viele Frauen machen sich mehr Gedanken: Schaffe ich das überhaupt? Habe ich die notwendige Unterstützung? Dieses Thema ist  geworden.
Auch Strukturen haben sich verändert: Führungsstellen werden inzwischen selbstverständlich in Teilzeit ausgeschrieben – vor zehn Jahren undenkbar. Tandem-Modelle sind heute möglich. Und Themen wie Mikrodiskriminierung sind ins Bewusstsein gerückt: Frauen hinterfragen, ob die Art, wie sie behandelt werden, in Ordnung ist – und sagen auch: „Nein, so nicht.“
Ich glaube, sicherlich sind Frauen in einem gewissen Maße in der Lage, Vorurteile und Muster selbst zu durchbrechen – und das tun sie auch. Das gelingt jedoch letztendlich vor allem dann gut, wenn Strukturen und Menschen, die Entscheidungen treffen, das ermöglichen und dazu ermuntern.

Matery-Meding

Ganz pragmatisch: Wir können nicht auf Frauen verzichten. Natürlich handeln wir auch aus christlicher Überzeugung. Aber wir brauchen Frauen in Führungspositionen. Und es ist wichtig, dass es in der Verwaltung Leuchtturm-Projekte gibt, die zeigen: Es wird etwas getan.

Redaktion

Wie wird der Erfolg des Programms gemessen oder evaluiert?

Berns

Der Hildegardisverein evaluiert über alle teilnehmenden Organisationen hinweg und stellt fest, dass das Programm wirksam ist. Das Erzbistum führt die Evaluation zum einen dadurch, dass die Entwicklung der Mentees betrachtet wird und schaut durch den FrauenKarriere-Index immer wieder auch auf alle Aktivitäten zur Unterstützung von Frauenkarrieren im Erbischöflichen Generalvikariat (EGV).

Redaktion

Wie trägt das Mentoring-Programm dazu bei, die Sichtbarkeit und den Einfluss von Frauen in der Kirche zu stärken?

Berns

Seit Beginn des Mentoringprogramms konnte der Anteil von Frauen in Führung im Erzbischöflichen Generalvikariat auf über 35% gesteigert werden. Gerade mit Blick auf den Transformationsprozess ist es nun wichtig, dass dieses Thema im Blick bleibt. Es geht also weiterhin darum, das Thema sowohl strategisch zu bearbeiten als auch ganz konkret Frauen zu fördern und ihre berufliche Karriere zu unterstützen.

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