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© Foto: Michael Bodin / Erzbistum Paderborn
© Foto: Michael Bodin / Erzbistum Paderborn

Drei Abende, über 150 Teilnehmende, wertvolle Impulse

Die Veranstaltungen in Paderborn, Meschede und Schwerte zur Zukunft der Kirchenvorstandsarbeit haben gezeigt, wie unentbehrlich das Engagement der Kirchenvorstände für den Bistumsprozess ist.

Damit Kirchenstrukturen im Erzbistum Paderborn zukunftsfähig sind, braucht es die Perspektiven und Erfahrungen derjenigen, die Kirche vor Ort mitgestalten – insbesondere der Kirchenvorstände im Erzbistum. Dessen sind sich die Verantwortlichen des Prozesses zur Transformation der Verwaltung einig. Diözesan-Ökonom Volker Mauß und Sebastian Schrage, Geschäftsführer des Gemeindeverbands Mitte, begrüßten die Kirchenvorstände als wichtige „Multiplikatoren und Experten vor Ort“ zu den „ersten Mitmachveranstaltungen“ im Transformationsprozess. Sie fanden in Paderborn, Meschede und Schwerte statt.

Das Ziel: eine gemeinsame Verwaltungseinheit für Erzbistum und Kirchengemeinden mit regionaler Nähe. Von den drei Veranstaltungen wurde eine Dokumentation erstellt, die hier zum Download zur Verfügung steht:

Wertvolle Rückmeldungen aus der Praxis

Die drei Veranstaltungen im Juli hatten ein klares Ziel: Die Kirchenvorstände frühzeitig in die strategische Entwicklung der lokalen sowie bistumsweiten Kirchenverwaltung einzubinden und ihre Expertise zu nutzen. Stefanie Müting, operative Programmleitung der Verwaltungstransformation, brachte es auf den Punkt: „Verwaltung ist kein Selbstzweck – sie soll ermöglichen, was Kirche sein will.“ Die Verwaltung diene dem Weiterleben des Glaubens im Erzbistum Paderborn.

Ein Mitmach-Format

 „Egal wohin wir auch gehen, Du bist schon da“, baten die Teilnehmenden gemeinsam im Gebet der Hoffnung um den Beistand Gottes, bevor es an die konkrete Projektarbeit ging.

An Stellwänden diskutierten die Kirchenvorstände mit den Projektverantwortlichen über Rollen und Aufgaben, Unterstützungsbedarfe, Formen des Engagements, Strukturen der Zusammenarbeit und zentrale Werte, die auch in Zukunft Bestand haben sollten. Auch allgemeine Resonanzen zum Bistumsprozess wurden gesammelt.

Die Rückmeldungen waren vielfältig und konkret. So wurde etwa eine bessere, verlässlichere Verwaltungsunterstützung gefordert – mit Bürokratieabbau, klaren Zuständigkeiten, schneller Rückmeldung und Zugang zu Expertenwissen. Als Beispiele: Ticktetsystem, Hotline, abendliche Erreichbarkeit von Verwaltungsexperten.

Auch die neue Rollen der „Verantwortlichen vor Ort“ wurde angedacht. Die Teilnehmenden haben Ideen entwickelt, wie die Brücke zwischen Kirchenvorstand in der größeren Pfarrei im Seelsorgeraum und Gemeindeleben vor Ort zum Beispiel mit „Kümmerern vor Ort“ geschlagen werden könnte. Ideen: klares Aufgabenprofil, Mandatierung, Entscheidungsbefugnis und Budgetverantwortung vor Ort.

Gemeinsam leiten – vielfältig gestalten

Vier Thesen gaben den Rahmen für die Diskussionen. Eine davon: „Der Kirchenvorstand wird zum Ermöglicher neuer Formen von Engagement.“ In einer zunehmend ehrenamtlich getragenen Kirche – geprägt von Vielfalt, Eigenverantwortung und lokalen Initiativen – verändert sich auch das Rollenverständnis. Nicht mehr alle Aufgaben müssen im klassischen Gremium bearbeitet werden. Neue Leitungsmodelle entstehen, beispielsweise als Trio aus Pfarrer, Pastoraler Koordination und Verwaltungsleitung zur Leitung der Seelsorgeräume.

Eine Idee der Kirchenvorstände auf der Veranstaltung in Paderborn: „Abgeordnete“ aus den Ortsgemeinden in den Kirchenvorstand vor Ort entsenden. Ein Kirchenvorstand formulierte seinen Wunsch, sich auch in Zukunft noch sinnvoll engagieren zu können: „Ich tue das, um meinem Glauben Herz, Hand und Verwaltung zu geben.“ Diese Haltung prägte die Abende: pragmatisch und kritisch, aber getragen von einem großen Gestaltungswillen.

Vielfältige Resonanzen in Dortmund und Meschede

Dies zeigte sich auch bei der Veranstaltung für den Raum Dortmund in der Katholischen Akademie Schwerte. Ein Thema war hier der Erhalt der Nähe und der Beziehungen vor Ort. Dazu gab es den Wunsch, dass es auch in einer größeren Struktur weiterhin ein Budget und eine gewisse Gestaltungsfreiheit für die einzelnen Kirchorte geben solle. Die Menschen müssten ihren Ort gestalten können, auch durch eine eigene Finanzverantwortung. Darüber hinaus sorgten sich mehrere Teilnehmende um die künftige Gewinnung von Ehrenamtlichen. Ihr Engagement können nicht mehr „einfach so“ erwartet werden, sondern müsse auch Anerkennung beispielsweise in Form einer Ehrenamtspauschale erhalten.

Stimmen der Kirchenvorstände im Raum Paderborn

Kathrin Wördehoff, Maria Heimsuchung, Büren Barkhausen © Simone Yousef / Erzbistum Paderborn
Kathrin Wördehoff

Es muss uns gelingen, den Ort in die Kirche zu bringen.

Kathrin Wördehoff, Kirchenvorstand Maria Heimsuchung, Büren Barkhausen
Heinz Josef Scholand, St. Antonius Bad Wünnenberg © Simone Yousef / Erzbistum Paderborn
Heinz Josef Scholand

Warum nutzen wir nicht die jetzigen Pastoralen Räume, vor allem auf dem Land?  Die Gremienarbeit vor Ort wird in Zukunft noch wichtiger, um Kirche vor Ort zu organisieren.

Heinz Josef Scholand, Kirchenvorstand St. Antonius Bad Wünnenberg

Stimmen der Kirchenvorstände im Raum Dortmund

Christoph Erber © Michael Bodin / Erzbistum Paderborn
Christoph Erber

Es braucht weiterhin auch vor Ort ein Mandat, Verantwortung und ein Budget.

Christoph Erber, Kirchenvorstand Christus unser Friede, Dortmund Oespel
Isabel Stein Dortmund © Michael Bodin / Erzbistum Paderborn
Isabel Stein

Wann stehen konkrete Strukturen fest? Vieles schwebt im luftleeren Raum.

Isabel Stein, Kirchenvorstand St. Martin, Dortmund

Generalvikar Dornseifer zum methodischen Vorgehen

Auf die letzte Frage zum methodischen Vorgehen bei der Umsetzung der Transformation erklärt Generalvikar Thomas Dornseifer, dass sich die Bistumsleitung aufgrund der großen Diversität im Erzbistum (Stadt, Land, Diaspora) bewusst dazu entschieden habe, die „Leitplanken“ zunächst im interdisziplinären Expertenreis der Erzbischöflichen Leitungskonferenz, eben in der besagten Konferenz im März 2025 in Herstelle zu entwickeln. Als Grundlage dienten Resonanzen aus der Fläche, Ergebnisse aus den vorangegangenen Phasen des Transformationsprozesses (2030+) sowie wissenschaftliche Daten zur Demographie, Prognosen zu Kirchenaustritten und Priesternachwuchs.  Diese in der Ausgestaltung offene Richtungsentscheidung gehe nun ergebnisoffen in den synodalen Diskurs. Erst dann kommt es zu einer finalen Verabschiedung der Ergebnisse. Generalvikar Thomas Dornseifer ermutigte die Kirchenvorstände: „Sie gestalten die Kirchenverwaltung der Zukunft.“

„Es lohnt sich“

Die weiteren Gespräche bei den drei Veranstaltungen zeigten, dass die Bereitschaft zur Veränderung – auch mit Skepsis und Sorgen – da ist, wenn Beteiligung auf Augenhöhe geschieht. Das Bemühen um Synodalität war spürbar: mehr Dialog, transparente Entscheidungen, verlässliche Informationen, Entscheidungen, die in Beratungen gut eingebettet sind. Generalvikar Thomas Dornseifer versprach abschließend: „Ich habe mir auf die Fahne geschrieben, dass wir ein System etablieren, von dem Sie sagen, dass es besser ist als vorher.“

Auch inhaltlich war klar: Veränderungen müssen regional passen. Die geplanten 25 Seelsorgeeinheiten  – bewusst nicht 19, was der Anzahl der Dekanate entspräche –  sollen nicht starr umgesetzt werden. Generalvikar Dornseifer betonte: „Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz ist die Synodalität ein zentrales Anliegen. Wir sind bewusst offen für gute Argumente“. Daher gäbe es auch schon die Idee, Kirchenvorstände als Ratgeber und Experten in die Teilprojekte zur Verwaltungstransformation einzubeziehen. Das stärkt das Vertrauen in den weiteren Prozess.

Der Tenor am Ende war positiv. Für Diözesan-Ökonom Volker Mauß haben sich die drei Abende gelohnt: „Sie sind der Repräsentant ihrer Kirchengemeinde. In Ihrer Gemeinde wird man auf sie schauen. Ohne Ihr Vertrauen in den Prozess kann die Transformation nicht gelingen.  Es lohnt sich, diesen Austausch fortzusetzen. Denn eines hat sich deutlich gezeigt: Ohne die Kirchenvorstände läuft tatsächlich gar nichts.“

Ein Kirchenvorstand drückt es in seinem „Plädoyer für Positivität“ so aus: „Ich bin überzeugt, dass es ein guter Weg sein kann, an dem wir am Ende alle als Gewinner dastehen.“  Für die Kirche der Zukunft, in der weiter der Glaube an Gott eine Heimat hat.

Nächste Schritte

Bis September sammeln und clustern die Projektverantwortlichen  die Impulse, Ideen und Rückmeldungen und binden sie in die Bestandsaufnahme und Konzeptionsphase der Verwaltungstransformation ein. Danach folgen erste Zwischenergebnisse und Prototypen, zu denen die Kirchenvorstände erneut zu Rückmeldungen eingeladen sind.

Dokumentation zum Download

Die Dokumentation zu den drei Veranstaltungen steht hier zum Download zur Verfügung:

 

Ein Beitrag von:
Simone Yousef © Besim Mazhiqi / Erzbistum Paderborn
Simone Yousef
Redakteurin

Simone Yousef

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