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Eine Freundschaft als Hoffnungszeichen

Eine Freundschaft als Hoffnungszeichen

Blog-Beitrag von Generalvikar Alfons Hardt

Eigentlich wären Erzbischof Hans-Josef Becker und ich in den nächsten Tagen zusammen mit vielen Mitgliedern der Deutsch-französischen Liborius-Fraternität in unser Partnerbistum Le Mans gefahren: Jedes Jahr feiern wir dort Ende Januar das Juliansfest, das Patronatsfest der Diözese Le Mans. Wegen der Corona-Pandemie müssen wir in diesem Jahr auf die Begegnung verzichten – unsere französischen Freundinnen und Freunde konnten im vergangenen Jahr schon nicht mit uns Libori feiern. Dass ändert aber nichts daran, dass die Freundschaft zwischen unseren beiden Bistümern einzigartig bleibt.

Im Jahr 2017 konnte die Delegation aus dem Erzbistum Paderborn noch unbeschwert mit ihren französischen Freundinnen und Freunden das Juliansfest in Frankreich feiern. Archivfoto 2017: Gilles Mousse

1.200-jähriges Symbol des Friedens

Im Jahr 836 wurden die Reliquien des heiligen Liborius, der wie Julian einst Bischof von Le Mans war, nach Paderborn überführt: Das Bistum Le Mans hat „seinen“ Heiligen der Kirche von Paderborn anvertraut, deren Schutzpatron Liborius bis heute ist. Dieses Geschenk hat im damals noch jungen Bistum Paderborn den Glauben gestärkt und den „Liebesbund ewiger Bruderschaft“ zwischen beiden Diözesen begründet. Diese Verbindung währt jetzt fast 1.200 Jahre: Fast zwölf Jahrhunderte hat der Liebesbund Krisen, Kriege und Weltkriege überdauert. Kein noch so schlimmer Schrecken hat das Band trennen können, das seit dem 9. Jahrhundert ein dauerhaftes Symbol des Friedens für Europa ist – trotz aller historischen Konflikte.

Die Corona-Krise sorgt vielfach für Einsamkeit, Belastung und existenzielle Sorgen. Foto: Shutterstock
Die Corona-Krise sorgt vielfach für Einsamkeit, Belastung und existenzielle Sorgen. Foto: Shutterstock

Krise sorgt für inneren Unfrieden

Kann uns das heute, in dieser Corona-Situation, etwas sagen? Die Pandemie verhindert ja weit mehr als gegenseitige Besuche in Paderborn und Le Mans. Sie schränkt Menschen in ihrem Lebensalltag ein. Sie kostet Menschenleben und trennt Familien. Viele Menschen sind verzweifelt, psychisch belastet, fürchten um ihre wirtschaftliche Existenz – ganz zu schweigen von den Menschen in jenen Ländern, in denen die Pandemie schon vorhandene große Not eklatant verschärft. Es ist oft nicht leicht, angesichts all dieser selbst gemachten oder durch die Medien vermittelten Corona-Erfahrungen seinen inneren Frieden zu wahren oder auch nur zufrieden zu bleiben. Die Krise sorgt vielmehr oftmals für inneren Unfrieden – und das schon seit fast einem Jahr.

Hoffnungsperspektive trotz aller Bedrängnis

Vor diesem Hintergrund möchte ich bewusst noch einmal auf den Liebesbund zwischen Le Mans und Paderborn schauen. Im Angesicht der Pandemie betrachte ich diese über fast zwölf Jahrhunderte währende, wunderbare und Mut machende Partnerschaft zwischen zwei Völkern in einem neuen Licht: Sie ist für mich in dieser schweren Zeit ein Symbol für die christliche Hoffnungsperspektive, die trotz aller Angst und Bedrängnis dauerhaften Frieden verheißt – einen Frieden, wie die Welt ihn nicht geben kann, aber wie unser christlicher Glaube ihn gibt.

Generalvikar Alfons Hardt. Foto: Besim Mazhiqi/Erzbistum Paderborn
Generalvikar Alfons Hardt. Foto: Besim Mazhiqi/Erzbistum Paderborn