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© Dirk Lankowski / Erzbistum Paderborn
© Dirk Lankowski / Erzbistum Paderborn

Zwischen Pastoral und Verwaltung: Verwaltungsleitungen gestalten Kirche in der Transformation

Jahrestagung der Verwaltungsleitungen im Erzbistum Paderborn rückt Rolle der Verwaltung im Bistumsprozess „Glauben. Gemeinsam. Gestalten.“ in den Fokus

Wie sich die Transformation von Pastoral und Verwaltung im Bistumsprozess „Glauben. Gemeinsam. Gestalten.“ weiterentwickelt und welche Rolle eine professionelle Verwaltung dabei einnimmt, stand im Mittelpunkt der Jahrestagung der Verwaltungsleitungen im Erzbistum Paderborn.

Mehr als 100 Verwaltungsleitungen sowie Verwaltungsreferentinnen und -Referenten kamen zusammen, um sich über die beiden Transformationsstränge auszutauschen, Erfahrungen einzubringen und Rückmeldungen in den laufenden Prozess zu geben. Erstmals nahm auch Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz an der Tagung teil. Vor diesem Hintergrund richtete sich der Blick auch auf die Entwicklung des Berufsbildes.

Seit der Einführung der Verwaltungsleitungen im Jahr 2018 hat sich ihr Aufgaben- und Rollenprofil kontinuierlich erweitert. Heute verantworten sie nicht nur administrative Abläufe, sondern tragen dazu bei, die Verbindung von Organisation und Pastoral weiterzuentwickeln – in den Pastoralen Räumen und aktuell auch in den Teilprojekten des Bistumsprozesses. Ergänzt wird das Modell seit 2021 durch Verwaltungsreferentinnen und -referenten, von denen derzeit 25 im Einsatz sind.

Impulse für geistliches Leiten

Erzbischof Bentz entfaltete in seinem Impuls das Verständnis von Leitung im künftigen Seelsorgeraum. Dabei betonte er, dass Verwaltung und Pastoral keine getrennten Felder seien, sondern eng miteinander verbunden. Leitung bedeute daher immer, den Sendungsauftrag der Kirche im Blick zu behalten. „Wir sind nicht ein Apparat oder eine NGO mit einem politischen Auftrag, wir sind Werkzeug der Sendung der Kirche, für Jesus Christus selbst: Er ist der Maßstab, der Inspirator, er ist die Motivation und Kraft.“

Zugleich machte der Erzbischof deutlich, dass es im Bistumsprozess und in der Verwaltungstransformation nicht nur um bessere Organisation gehe: „Es geht um unsere eigentliche Sendung als Kirche, unseren Auftrag für die Menschen.“ Ressourcen wie Geld, Gebäude und Personal seien kein Selbstzweck, sondern dienten diesem Auftrag.

Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz ordnete die Entwicklungen in einen größeren Zusammenhang ein und sprach von einem grundlegenden Gestaltwandel der Kirche. Dabei betonte er die Bedeutung der Verwaltungsleitungen für diesen Prozess: „Sie ermöglichen der Kirche eine Professionalisierung, die heute notwendig ist. Sie geben Dauerhaftigkeit und Stabilität – und sind mit ihrem Wirken zugleich eng verknüpft mit dem seelsorglichen Handeln.“

Zwischen Anforderungen und Möglichkeiten

Die Verwaltungsleitungen bewegen sich häufig in einem Spannungsfeld. „Sie stehen immer zwischen den pastoralen Erwartungen und wirtschaftlichen Grenzen“, so der Erzbischof. Umso wichtiger sei eine klare Haltung: Verwaltung als Dienstleistung zu verstehen und aktiv zum Gelingen von Pastoral beizutragen. Gerade in Zeiten des Umbruchs komme es darauf an, neue Wege zu entdecken und mutig auszuprobieren. „Worauf richte ich den Blick: wie viel Energie unseres Handelns geht dorthin, wo möglich ist zu gestalten, wo Neues entsteht!“

Austausch zu aktuellen Fragen

In einer offenen Fragerunde mit dem Erzbischof sowie Sebastian Schrage, Geschäftsführer des Gemeindeverbandes Mitte, und Thomas Klöter, Bereichsleiter Pastorale Dienste im Erzbischöflichen Generalvikariat, brachten die Teilnehmenden ihre Perspektiven ein. Themen waren unter anderem die Gestaltung des Übergangs in neue Seelsorgeräume, die Entwicklung eines gemeinsamen Leitungsverständnisses sowie die Sorge von Ehrenamtlichen und speziell von Kirchenvorständen im Veränderungsprozess.

Deutlich wurde: Viele Engagierte sind bereits auf der Suche nach ihrem Platz in den neuen Strukturen. In den Rückmeldungen betonten die Verwaltungsleitungen ihre hohe intrinsische Motivation – verbunden mit dem Wunsch, dass das Glaubensleben vor Ort weiterbesteht und sich weiterentwickelt.

Zum Ende der Runde unterstrich Thomas Klöter die Bedeutung der Verwaltungsleitungen in der Fläche des Erzbistums: „Verwaltungsleitungen haben eine wichtige Rolle bei der Ausgestaltung der Seelsorgeräume: Sie tragen dazu bei, dass Pastoral und Verwaltung gemeinsam zu einer guten Entwicklung der Kirche vor Ort führen.“

Ausblick auf den Bistumsprozess

Einen Ausblick auf den weiteren Verlauf des Bistumsprozesses – hier werden in den nächsten Wochen konkrete Entscheidungen kommuniziert – gaben Tobias Heinrich und Stefanie Müthing, die die Transformationsstränge Pastoral und Verwaltung koordinieren. Tobias Heinrich machte deutlich: „Aus den Richtungsentscheidungen des vergangenen Jahres werden jetzt nach einer Vielzahl von Beteiligungsformaten konkrete Präzisierungen, um einen konstruktiven Schritt auf die Errichtung der Seelsorgeräume zuzugehen.“ Auch mögliche neue Rollen in der Leitung des Seelsorgeraumes wurden vorgestellt, unter anderem durch Melina Sieker und Tobias Kroll aus dem zuständigen Teilprojekt.

Weitere Informationen in der nächsten „Aktuellen Stunde der Generalvikare“ am 21. Mai

Einblicke in den aktuellen Stand des Bistumsprozesses bietet auch die nächste digitale „Aktuelle Stunde der Generalvikare“ am 21. Mai 2026 um19.30 Uhr. Im Mittelpunkt stehen die weiteren Schritte der Pastoraltransformation, konkrete Entwicklungen bei den Seelsorgeräumen sowie der aktuelle Zeitplan. Die Veranstaltung richtet sich an haupt- und ehrenamtlich Engagierte und bietet Raum für Information, Einordnung und Austausch.

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