Wie wurden diese Tage in Stuttgart erlebt? Weihbischof Josef Holtkotte beschreibt die Synodalversammlung als ein Ringen, das Kirche gerade jetzt braucht:
„Wir haben uns bewegt zwischen Zuhören und Streiten – aber dennoch Zusammenbleiben. Gerade das ist für mich ein Zeichen von Synodalität: Dass wir nicht ausweichen, sondern miteinander im Gespräch bleiben.“
Pastor Sascha Heinrich, Vertreter des Priesterrates im Erzbistum Paderborn, aus dem Pastoralen Raum Marsberg erlebte die Dynamik der Versammlung sehr deutlich. Die offiziellen Debatten seien teilweise schwer auszuhalten gewesen:
„Ich habe in den Sitzungen viel Enttäuschung, viel Verletzung wahrgenommen. Da wurde sehr emotional gesprochen, manchmal auch aggressiv. Und trotzdem habe ich in den persönlichen Gesprächen gemerkt: Da gibt es auch ganz viel Wertschätzung und Miteinander.“
Für ihn brachte der Prozess auch persönliche Glaubensfragen mit sich. Herausfordernd sei die Sorge, die Einheit in der Vielfalt zu verlieren – oder sie nicht wirklich leben zu können. In seinem Glauben sei besonders eine Frage deutlich geworden:
„Was ist eigentlich Gottes Plan für seine Kirche?“
Nicht die Frage nach dem eigenen Wollen stehe im Mittelpunkt, sondern die nach Gottes Weg – auch angesichts einer zunehmenden Säkularisierung, die Heinrich als Warnsignal versteht.