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© fongbeerredhot / Shutterstock.com
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Zur Freiheit berufen – Gefängnisseelsorge tagt in Paderborn

Bundesweite Studientagung der Katholischen Gefängnisseelsorge beschäftigt sich mit Freiheit, Verantwortung und neuen Perspektiven im Justizvollzug

Wie viel Freiheit braucht ein Mensch, um über sein Leben und seine Zukunft nachzudenken? Und was bedeutet Freiheit für Menschen, deren Alltag durch die Grenzen des Justizvollzugs bestimmt ist? Mit diesen Fragen haben sich rund 50 Tätige in der Gefängnisseelsorge aus den deutschen Bistümern bei der bundesweiten Studientagung in Paderborn beschäftigt.

Vom 5. bis zum 9. Oktober kamen sie im Liborianum zusammen, um Erfahrungen auszutauschen, fachliche Impulse aufzunehmen und gemeinsam über ihre Arbeit nachzudenken.
Unter dem Leitwort „Zur Freiheit berufen: Möglichkeiten und Grenzen im Justizvollzug“ ging es um Schuld und Verantwortung, um die Grenzen des Vollzugs – vor allem aber um die Frage, wie Menschen trotz ihrer Vergangenheit neue Perspektiven entwickeln können.

Interview mit Referent Pater Christoph Wrembek SJ

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Nicht für immer auf einen Augenblick des Lebens festlegen

In seinem Grußwort zur Tagung betonte Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz, dass Freiheit auch dort Raum braucht, wo Menschen mit Schuld und den Folgen ihrer Taten leben müssen. „Verantwortung darf nicht übersprungen werden“, sagt er. Zugleich setze Verantwortung voraus, „dass wir einem Menschen zutrauen, sich zu seiner Geschichte zu verhalten“. Das Entscheidende sei, dass ein Mensch „nicht für immer auf einen Augenblick seines Lebens festgelegt“ werde.

Erzbischof Bentz erinnert daran, dass Gefängnisseelsorge Menschen nicht auf ihre Taten reduzieren darf. „Das Evangelium erzählt immer wieder davon, dass Jesus einen Menschen nicht mit seiner Geschichte verwechselt. Er nimmt die Schuld ernst und eröffnet dennoch Zukunft.“ Darin liege ein Kern menschlicher Freiheit: Menschen könnten Verantwortung übernehmen und zugleich neue Wege einschlagen.

Die Arbeit der Gefängnisseelsorgerinnen und -seelsorger würdigt Erzbischof Bentz ausdrücklich: Sie begegneten Menschen „mit Brüchen und Möglichkeiten, mit Sehnsüchten und Ängsten“ – und mit einer Würde, „die niemand erst verliehen werden muss und die deshalb auch niemand nehmen kann“.

Erfahrungen, Herausforderungen, Impulse

Ein besonderer Höhepunkt der Tagung bildete am Donnerstag eine Vesper mit dem Erzbischof in der Krypta des Hohen Domes zu Paderborn.

Die Tagung hat gezeigt, wie wichtig der persönliche und fachliche Austausch für die Arbeit der Gefängnisseelsorgenden ist. Die Tage in Paderborn gaben Raum, Erfahrungen zu teilen, Herausforderungen gemeinsam in den Blick zu nehmen und neue Impulse für die seelsorgliche Arbeit im Justizvollzug mitnehmen. Das Leitwort der Tagung blieb dabei auch über die einzelnen Veranstaltungen hinweg präsent: „Zur Freiheit berufen“ – auch dort, wo das Leben von Grenzen bestimmt ist.

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