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© Besim Mazhiqi / Erzbistum Paderborn
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Ziehen an einem Strang: Diözesanpastoralrat und Erzbischöfliche Leitungskonferenz beraten zum Bistumsprozess

Der neu konstituierte Diözesanpastoralrat ist das synodale Gremium des Erzbistums. Seine Mitglieder berieten erstmalig gemeinsam mit der Erzbischöflichen Leitungskonferenz über Weichenstellungen im Bistumsprozess.

Der neu zusammengesetzte Diözesanpastoralrat (DPR) hat seine Arbeit aufgenommen. Bei seinem ersten Treffen am Nikolaustag tagte er gemeinsam mit der Erzbischöflichen Leitungskonferenz (ELKo): ein wichtiger Schritt im Bistumsprozess und auf dem Weg zu einer synodaleren Kirche.

Mit der neuen Geschäftsordnung erhält der DPR mehr Mitbestimmungsmöglichkeiten und gestaltet zentrale Entscheidungen des Bistumsprozesses künftig verbindlich mit.

Neu ist auch die Zusammensetzung der 39 berufenen Personen aus dem gesamten Erzbistum. Insgesamt sechs Mitglieder sind über Bewerbungen in den Rat aufgenommen worden, darunter auch zwei Personen unter 25 Jahren, so wie es das neue Statut vorsieht. Dem Rat steht per se der Erzbischof vor. Der DPR setzt sich zudem aus Mitgliedern des Diözesankomitees, des Priesterrates, des Diakonenrates, der Ordenskonferenzen, des Kirchensteuerrates, sowie Vertretern der Gemeinde- und Pastoralreferenten, der Schulen, der Ortscaritasverbände, der muttersprachlichen Gemeinden und der wissenschaftlichen Theologie zusammen. In beratender Funktion gehören dem Rat außerdem Weihbischöfe, Generalvikare, Diözesancaritasvorsitzende und verschiedene Bereichsleitungen des Generalvikariates an.

Kennenlernen und Zusammenarbeit einüben

Die konstituierende Sitzung am 5. Dezember 2025 in der Aula des Bildungs- und Tagungshauses Liborianum diente dazu, das Gremium arbeitsfähig zu machen und die Grundlagen der zukünftigen Zusammenarbeit zu klären. Im Mittelpunkt stand das gegenseitige Kennenlernen. Die Wahl des geschäftsführenden Vorstands wird im April 2026 stattfinden. Beratungen über das neue Statut sowie gemeinsame Absprachen zur Arbeitsweise prägten den Tag. Das neue Statut tritt zum 1. Januar 2026 ad experimentum für vier Jahre in Kraft. Sie stärkt die Rolle des DPR deutlich.

Erste gemeinsame Sitzung von DPR und ELKo

Eine Premiere bildete der Tag des 6. Dezembers. Zum ersten Mal kam der neue DPR mit der Erzbischöflichen Leitungskonferenz (ELKo) zusammen, um Resonanzen aus den Transformationsprozessen Pastoral und Verwaltung zu bündeln und in die Vorbereitung der nächsten Entscheidungsschritte zu überführen.

Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz eröffnete den Tag mit einem Gebet und betonte, wie entscheidend gemeinsames Beraten und Entscheiden für die Zukunftsfähigkeit der Kirche sei: „Wir ziehen gemeinsam an einem Strang.“

© Besim Mazhiqi / Erzbistum Paderborn

Wir ziehen gemeinsam an einem Strang.

Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz

Ein stimmiges Gesamtbild entwickeln

Anschließend gaben die Generalvikare Thomas Dornseifer und Dr. Michael Bredeck, Tobias Heinrich, Leiter der Koordinierungsstelle der Pastoraltransformation, Sebastian Schrage und Volker Mauß, Programmleiter der Verwaltungstransformation, Stephan Lange, Abteilungsleiter Leben im Pastoralen Raum und Hannah Ax, Abteilungsleiterin Jugend/Junge Erwachsene Einblicke in die aktuellen Beratungsstände der Pastoral- und Verwaltungstransformation.

Folgende Beratungs- -und Entscheidungspunkte der Pastoraltransformation wurden vorgestellt und diskutiert.

  • Inhaltliche und strukturelle Ausgestaltung der zukünftigen maximal 25 Seelsorgeräume: Inzwischen herrscht in 13 von 19 Dekanaten bereits eine hohe Klarheit in der Ersteinschätzung zur Umschreibung des künftigen Seelsorgeraumes.
  • Fusionen von Kirchengemeinden ab 2028: Pro Seelsorgeraum sollen eine bis maximal drei Pfarreien entstehen. Ein Teilprojekt klärt pastorale, finanzielle und rechtliche Aspekte und entwickelt eine Übersicht möglicher Varianten.
  • Einsatz und Besetzung der zukünftigen Leitungstrios eines Seelsorgeraums: Zur Vorbereitung des Bewerbungs- und Besetzungsverfahrens wird Anfang 2026 eine Befragung des pastoralen Personals durchgeführt.
  • Benennung der Bistumsorte mit konkreter pastoraler Aufgabe und Ausstrahlung auf das gesamte Erzbistum
  • Vorstellung von Strukturbildern zur Transformation der mittleren Ebene und der Jugendpastoral sowie Modellen zur Einbindung von Gemeinden anderer Muttersprache 

Der Zeitplan des Bistumsprozesses sieht zu diesen Punkten strategische Entscheidungen im Frühjahr 2026 vor, um dann vor Start des ersten Seelsorgeraums in die Umsetzungsplanung gehen zu können. Tobias Heinrich fasst zusammen: „Ziel ist ein stimmiges Gesamtbild der Seelsorgeräume.“ 2028 soll dann die Etablierung der Seelsorgeräume starten. Bis dahin steht auch die auf das pastorale Zielbild angepasste neue Verwaltungsstruktur.

Der Prozess der Verwaltungstransformation erreichte im vergangenen Oktober mit dem Abschluss der Bestandsaufnahme einen ersten wichtigen Meilenstein. Nun geht es an die Konzeptionierung und Umsetzungsplanung mit dem Ziel, dass aus Erzbischöflichem Generalvikariat und den drei Gemeindeverbänden eine leistungsstarke, kundenorientierte Einheit entsteht, die klar, wirksam und unterstützend ist. Parallel wird eine Kita-Holding aufgebaut, die für Kindertageseinrichtungen die übergreifenden Themen Verwaltung, pastoraler Auftrag und politische Interessensvertretung verantwortet.

Offener Austausch im Themenraum – Mitbestimmung sichtbar im Prozess

Herzstück des gemeinsamen Sitzungstages war der offene Austausch. In drei Runden diskutierten DPR und ELKo an mehreren Themenwänden die zentralen Fragen im Bistumsprozess.

© Besim Mazhiqi / Erzbistum Paderborn
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Stimmen aus dem Diözesanpastoralrat: Das Ehrenamt stärken

Jill Fortmann, Herne

„Warum ich mich für den DPR beworben habe? Weil ich glaube, dass man Kirche nur gemeinsam gestalten kann. Wenn wir uns nicht nur vor Ort in unserer eigenen Gemeinde einbringen, sondern auch über den Tellerrand hinaussschauen. Ich glaube, es kommt uns allen zugute, wenn wir das, was wir vor Ort gelernt haben, ins Größere tragen.  Mir als Ehrenamtliche ist wichtig, dass wir das Ehrenamt einbeziehen, mitnehmen und stärken.“

 

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Strukturen mit Leben füllen

Sonja Hansmann, Marsberg, Kirchensteuerrat

„Mir als Lehrerein ist es wichtig, die Perspektive der jungen Menschen einzubringen. Verstaubte Strukturen dürfen auch gern einmal aufgeweicht und mit Leben gefüllt werden.“

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Gefragt sein als Herausforderung

Pfarrer DDr. Markus Jacobs, Detmold, Vorsitzender des Priesterrates

„Es ist ein wohlwollendes und im positiven Sinne gespanntes Klima. Wir müssen einander Kennenlernen. Und es ist neu,  gefragt zu sein. Was ist aus Deiner Sicht aus Deinem Umfeld heraus jetzt wichtig? Das ist eine Herausforderung. Aber es gelingt meiner Ansicht nach. “

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Der Jugend eine Stimme geben

Julia Rüthing, Paderborn, U-25 Mitglied

Mit meinem 21 Jahren bin ich die Jüngste. Mir ist wichtig, dass ich feministischere und jugendliche Perspektiven einbringen kann.

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Interkulturelle Vielfalt vertreten

Eleanor Itoe, Herford, Vertreterin der muttersprachlichen Gemeinden

„Es ist überwätigend. Ich freue mich, dass wir hier mitmachen dürfen. Es ist das erste Mal, dass Gemeinden anderer Muttersprachen vertreten sind. Ich möchte die interkulturelle Vielfalt in den Prozess einbringen.“

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Sicht der Kinder einbringen

Tim Hund, Marsberg, U25-Mitglied im DPR

„Ich bin mehrmals über die Website mit der Ausschreibung  zum Diözesanpastoralrat gescrollt und dachte dann: So, jetzt bewirbst du Dich einfach. Ich bin jetzt glücklich und froh, dabei zu sein und mitentscheiden zu können. Ich arbeite im Sportverein und der Kirche viel mit Kindern und Jugendlichen zusammen. Ich möchte hier gern die Erfahrungen aus meinem jungen Leben und aus der Messdiener- und Jugendarbeit einbringen. Und auch mal kontroverse Nachfragen stellen. “

Synodalität einüben – Erster gemeinsamer Schritt gelungen

Im Resümee machten die Mitglieder von DPR und ELKo  deutlich, wie wertvoll die Multiperspektivität für den Bistumsprozess ist.

Beide Gremien nahmen ihre Zusammenarbeit als konstruktiv und wertschätzend wahr.

Erzbischof Dr. Bentz dankte zum Abschluss allen Beteiligten und betonte die Bedeutung des DPR: „Der DPR ist das neue synodale Gremium. Es ist entscheidend, dass Sie sich darauf eingelassen haben, diesen Weg mitzugehen. Das ist etwas Kostbares und Wertvolles und macht mir Mut. Wir gehen hier einen neuen Weg.“

Wie geht es 2026 weiter?

Die Ergebnisse des Austauschs werden nun ausgewertet und fließen in die Vorbereitung der strategischen Entscheidungen ein, die im Frühjahr 2026 anstehen. Der DPR wird dann auf der nächsten Sitzung im April 2026 um ein Votum gebeten – ein Novum, das die neue mitbestimmende Rolle des Gremiums unterstreicht.

Mehr erfahren und informiert bleiben

Am 15. Januar 2026 um 19:30 Uhr findet eine digitale „Aktuelle Stunde“ mit Generalvikar Dr. Michael Bredeck, Tobias Heinrich als Leiter der Koordinierungsstelle der Transformation der Pastoral und Marlene Hoischen, Ansprechperson Grundsatzfragen Kirchenvorstände, statt. Kirchenvorstände, Gremienvertreter, aber auch alle Engagierten und Interessierten können weiterführende Fragen zum aktuellen Stand des Transformationsprozess stellen und Resonanzen geben.

Zur Anmeldung

Die gemeinsame Arbeit von DPR und ELKo wird damit zeitnah fortgesetzt – im Geist einer Kirche, die Mitbestimmung ernst nimmt und gemeinsam aufbricht.

Ein Beitrag von:
Simone Yousef © Besim Mazhiqi / Erzbistum Paderborn
Simone Yousef
Redakteurin

Simone Yousef

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