Der „Trostweg“ auf dem Friedhof Ostinghausen im Kreis Soest gewinnt den mit 3.000 Euro dotierten dritten Platz des „Bonifatiuspreises für missionarisches Handeln in Deutschland“, den das Bonifatiuswerk alle drei Jahre vergibt. Der diesjährige Wettbewerb stand unter dem Motto: „Kurs setzen. Neue Horizonte entdecken!“ Der Preis wurde am Sonntag während der Diaspora-Aktionseröffnung des Bonifatiuswerkes in Köln verliehen.
Trost schenken
Trost zu schenken, ist eine der tiefsten Formen gelebter Nächstenliebe im Geist des Evangeliums. Doch Trost lässt sich nicht einfach herstellen – er braucht Raum, Zeit und Menschen, die ihn möglich machen. Ein solcher Raum ist in Ostinghausen im Erzbistum Paderborn entstanden: „Taufe, Trost und Trauer – Facetten des menschlichen Glaubens-(lebens): Trostweg“. Das ist ein Weg, der von Glaube, Hoffnung und gemeinschaftlicher Tatkraft zeugt.
Die Idee zu diesem besonderen Stationenweg wurde im Pastoralen Raum Soest geboren – aus der Erfahrung heraus, dass neue Formen der Trauerpastoral auch Menschen berühren, die sich sonst eher fern von Kirche fühlen. Mit großer Offenheit und Kreativität wurde der „Trostweg“ in die Firmvorbereitung integriert. 30 Firmbewerberinnen und -bewerber der Pfarrei Heilige Familie Bad Sassendorf haben mit dem Katechetenteam, weiteren Jugendlichen und dem Gartenlandschaftsbauunternehmen Grünwert Hellweg den Weg während der 72-Stunden-Aktion des BDKJ im April 2024 errichtet.
30 Firmbewerberinnen und -bewerber nahmen teil
Für die Jugendlichen eine prägende Erfahrung, gemeinsam etwas Bleibendes zu gestalten: „Ich habe das Wochenende auf dem Friedhof als eine sehr inspirierende Zeit erlebt. Die Arbeit hat uns als Gruppe zusammengebracht und wir konnten erleben, dass der Friedhof kein Ort ist, vor dem man Angst haben muss, sondern zum Leben dazugehört“, sagt Marlene Methfessel. David Strathmann ergänzt: „Auch wenn es manchmal schwierig und anstrengend war, haben wir gemerkt, wie wichtig Zusammenhalt ist. Mir persönlich wurde erst am Ende klar, welche großen Veränderungen wir auf dem Friedhof bewirkt haben. Darauf bin ich stolz.“ Karl Emil Arp, der ebenfalls am Trostweg mitgearbeitet hat, sagt: „Der Weg von der Trauer zum Trost in Ostinghausen erinnert daran, dass Trauer ein Weg ist, die nicht plötzlich zu Ende ist, sondern Wandlung in Trost erfahren kann. Es ist ein Weg, gestaltet von jungen Händen, die Hoffnung weitergeben.“
Trostweg mit vier Stationen
Die vier Stationen des Trostweges nehmen verschiedenste Fragen in den Blick, die helfen können, das eigene Leben und Miteinander zu reflektieren: Wo stehe ich in meinem Lebenslabyrinth? Wie sieht mein Weg aus? Was bereitet mir Sorgen? Wo sind Abschiede in meinem Leben? Wie gehe ich damit um? Welche Quellorte entdecke ich in meinem Leben? Die Impulse zu den einzelnen Stationen und weiterführende Informationen werden digital, aber auch mithilfe von Schaukästen vor Ort bereitgestellt.
Besucherinnen und Besucher zeigen sich tief berührt, auch vom Engagement der Jugendlichen. „Sie empfinden den Stationenweg als Aufwertung des Friedhofes in Ostinghausen, der auch immer wieder weiterentwickelt wird, um so zu einem „Ort der Lebenden und der ewig Lebenden“ zu werden“, erklärt Michael Stiehler, Pfarrer im Pastoralen Raum Soest.