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© Tero Vesalainen / Shutterstock.com
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Was junge Seelsorgerinnen und Seelsorger von der Transformation erwarten

Eine Befragung zeigt: Junge Seelsorgerinnen und Seelsorger in der Berufseinführungsphase befürworten die Transformation deutlich. Die Befragung zeigt aber auch, was sie erwarten und welche Sorgen sie mit dem Wandel verbinden.

Transformation ist notwendig – aber sie muss mehr verändern als Strukturen. Zu diesem Fazit kommt eine Befragung unter jungen Seelsorgerinnen und Seelsorgern im Erzbistum Paderborn. Durchgeführt wurde sie von Professor Dr. Christoph Jacobs vom Lehrstuhl für Pastoralpsychologie und Pastoralsoziologie an der Theologischen Fakultät Paderborn.

Befragt wurden im Mai 2026 Priester sowie Gemeinde- und Pastoralreferentinnen und -referenten in der Berufseinführungsphase, insgesamt 28 Personen. Anlass war ein gemeinsamer Studientag, bei dem nahezu die gesamte Gruppe anwesend war und sich an der Befragung beteiligte.

Die grundsätzliche Zustimmung zur Notwendigkeit einer Transformation ist ausgesprochen hoch. Die Aussage, dass das pastorale Handeln einer Veränderung bedarf, erreicht auf einer Skala von 1 bis 10 einen Zustimmungswert von 9,48. Außerdem blicken die jungen Seelsorgerinnen und Seelsorger der neuen Entwicklung mehrheitlich positiv entgegen: Die Freude darauf erreicht einen Wert von 8,24.

Strukturen sind Mittel, nicht das Ziel

Die hohe Zustimmung zur Transformation ist allerdings mit klaren Erwartungen verbunden. Ihr Gelingen hängt für die Befragten nicht allein an neuen Organisationsformen und Strukturen: „Strukturen werden vielmehr als Mittel verstanden, um pastorales Handeln neu auszurichten“, so Professor Dr. Christoph Jacobs.

Für die jungen Seelsorgenden bedeutet das vor allem eine geistliche Vertiefung kirchlichen Handelns. Leitend sei die Vision einer Kirche, „die Menschen deshalb nahekommt, weil sie aus dem Evangelium lebt“.

Unsicherheit über den Weg

Neben dieser grundsätzlichen Zustimmung fördert die Befragung auch Unsicherheiten mit Blick auf den Transformationsprozess zutage. „Dabei geht es weniger um das Ziel des Prozesses, sondern um seine Umsetzung und Gestaltung“, so Professor Jacobs. „Zum Beispiel wird wiederholt misstrauisch gefragt, ob Partizipation tatsächlich ernst gemeint sei.“

Weitere Unsicherheiten betreffen die zukünftige Zusammenarbeit in den Pastoralteams, das Leitungsverhalten und die Teamfähigkeit sowie die Frage, wie unterschiedliche Haltungen konstruktiv miteinander verbunden werden können.

Sorge um die pastorale Nähe

Auch nach ihren Befürchtungen wurden die jungen Seelsorgerinnen und Seelsorger gefragt. Eine zentrale Sorge gilt dem möglichen Verlust pastoraler Beziehungen. „Dahinter steht die Angst, dass permanente Koordinationstätigkeiten, Verwaltung und unnötige Spezialisierung die pastorale Nähe zerstören und die eigentliche Berufung überlagern“, so Professor Jacobs.

Damit verbunden ist die Befürchtung eines Strukturwandels ohne Kulturwandel. „Dabei kritisieren die jungen Seelsorgenden nicht die neuen Strukturen selbst, sondern befürchten ihre Wirkungslosigkeit, wenn Einstellungen, Leitungsverständnisse und Formen der Zusammenarbeit im Seelsorgeraum unverändert bleiben.“

Missionarische Erneuerung: Vision für die Transformation

Für Professor Dr. Jacobs ergibt sich aus der Befragung ein klares Fazit: „Die jungen Seelsorgenden verbinden mit der Transformation eine Vision: die Ermöglichung von Beziehung – zu den Menschen und zu Gott. Strukturreformen sind lediglich eine notwendige ‚Hausaufgabe‘ auf dem Weg zu einer wirklichen missionarischen Erneuerung der Kirche. Dafür entwerfen die jungen Seelsorgenden eine Vision von Kirche, die den Menschen dient, aus dem Evangelium lebt und dadurch glaubwürdig Zeugnis von Gottes Gegenwart gibt.“

Mehr Infos zur Befragung

Eine ausführliche Analyse der Studienergebnisse erscheint Mitte Oktober in der Ausgabe 3/2026 der theologisch-wissenschaftlichen Fachzeitschrift „Theologie und Glaube“, die vier Mal jährlich von der Theologischen Fakultät Paderborn herausgegeben wird. Der Artikel von Professor Jacobs lautet: „Menschennähe. Gottesnähe. Meine Zukunft. Hoffnungen, Unsicherheiten und Befürchtungen junger Seelsorgender angesichts kirchlicher Transformation“ (S. 60-68).

Das Heft finden Sie auf der Seite des Aschendorff-Verlages oder über die Seite der Theologischen Fakultät Paderborn.

Studie zu Seniorpriestern

Gemeinsam mit einem Forschungsteam aus ganz Deutschland erforscht Prof. Dr. Jacbos auch gerade die Lebenssituation, Gesundheit und Spiritualität von Priestern ab 60 Jahren. In der aktuellen wirzeit 03/2026 finden Sie auf S. 12 erste Einblicke in diese Studie über „Seniorpriester“.

Ein Beitrag von:
© Besim Mazhiqi/Erzbistum Paderborn
Redaktion

Dr. Claudia Nieser

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