Lernräume: nicht alles muss schon fertig sein
Eine weitere Frage galt den drei Lernräumen, die bei der Entwicklung der neuen Seelsorgeräume vorangehen – einer davon ist der künftige Seelsorgeraum Emschertal, in dessen Gebiet der Dialogabend stattfand. Wie kann es gelingen, innerhalb eines Jahres derart komplexe neue Strukturen auszugestalten?
Erzbischof Bentz ermutigte dazu, diese Aufgabe auch mit „Abenteuerlust“ anzugehen. Die Lernräume müssten ihren Weg nicht allein finden, sondern könnten auf verschiedene Begleitungs- und Unterstützungsangebote zurückgreifen.
Aus der Runde kam zugleich die Sorge, sich angesichts der vielen Aufgaben im Seelsorgeraum zu verzetteln. Neben der Beschäftigung mit einzelnen Strukturen brauche es möglicherweise stärker eine gemeinsame Vision, die Orientierung gebe und Bistum und Fläche miteinander verbinde.
Veränderung braucht Verbindlichkeit
An einer Stelle wurde der Dialog grundsätzlich. Mehrere Rückmeldungen drehten sich um die Frage, wie verbindlich Hauptberufliche selbst den Bistumsprozess mittragen. Nicht überall würden Informationen zur Bistumsentwicklung weitergegeben oder mit den Menschen vor Ort besprochen.
Erzbischof Bentz sah darin eine Frage der Kultur innerhalb der Dienstgemeinschaft: „Es fehlt teilweise an einer Kultur der Verbindlichkeit.“ Diesen Mangel wolle er jedoch nicht in erster Linie disziplinarisch angehen. Entscheidend sei vielmehr das Selbstverständnis der Mitarbeitenden und damit letztlich ein Kulturwandel.
Eine besondere Herausforderung der gegenwärtigen Phase bleibe dabei, dass viele Mitarbeitende verständlicherweise bereits wissen möchten, was die Transformation ganz konkret für ihre eigene Arbeit bedeutet. Gleichzeitig werden in den verschiedenen Teilprojekten noch grundlegende Fragen geklärt. Deshalb könne es derzeit noch nicht auf alles fertige Antworten geben.
Diese Ungleichzeitigkeit gelte es auszuhalten – und zugleich weiter miteinander im Gespräch zu bleiben.