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© Till Kupitz / Erzbistum Paderborn
© Till Kupitz / Erzbistum Paderborn

Transformation geistlich gestalten: „Wir erfinden diese Kirche nicht neu“

Leitungsverantwortliche der Pastoralen Räume beraten mit Erzbischof Bentz, Generalvikar Bredeck und Vertretern des Transformationsprozesses über geistliche Orientierung, konkrete Planungsschritte und Rückmeldungen aus der Fläche

Leitungsverantwortliche aus den Pastoralen Räumen des Erzbistums Paderborn sind am Donnerstag zu ihrer Jahreskonferenz in Paderborn zusammengekommen. Gemeinsam mit der Bistumsleitung nahmen sie den aktuellen Stand der Transformation der Pastoral im Rahmen des Bistumsprozesses „Glauben. Gemeinsam. Gestalten.“ in den Blick, diskutierten zentrale Themen für die kommenden Jahre und reflektierten ihre eigene Rolle im Veränderungsprozess.

Zum Auftakt setzte Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz einen geistlichen Impuls, der sich an den Worten des Propheten Jeremia orientierte. Darin erinnerte er daran, dass strukturelle Reformen allein nicht ausreichen, wenn die geistliche Dimension aus dem Blick gerät. „Der Prophet Jeremia warnt uns vor einer Verschiebung, dass neben allem Reformieren und Transformieren Gott nur noch die fromme Überschrift bleibt.“ Der Transformationsprozess im Erzbistum Paderborn dürfe deshalb nicht nur eine organisatorische Aufgabe sein. Entscheidend sei die Haltung, aus der heraus Veränderungen gestaltet werden. „Wir erfinden diese Kirche nicht neu. Sondern wir fragen: Wo sind die Quellen? Wer sind wir als Kirche von Christus her?“, so der Erzbischof.

Veränderung geistlich gestalten

Der Erzbischof machte deutlich, dass Veränderungen immer auch Unsicherheit mit sich bringen. „Gewohnte Strukturen verlieren an Stabilität, vertraute Sicherheiten werden brüchig“. Das könne Spannungen auslösen, auch zwischen Einsicht und innerer Zustimmung. „Der Kopf sieht: Ja Herr, es ist unausweichlich. Das Herz ist noch lange nicht dabei.“ Gerade deshalb sei es wichtig, Veränderungen nicht nur organisatorisch zu verwalten. Der „Schmerz der Veränderung“, so der Erzbischof, sei gefährlich, wenn er lediglich organisiert und verwaltet werde. Geistliche Leitung beginne vielmehr damit, die eigenen inneren Bewegungen wahrzunehmen und auch die Perspektiven anderer ernst zu nehmen. „Da beginnt geistliche Leitung: bei sich wahrnehmen können, was mich innerlich bewegt. Was den anderen innerlich bewegt. Daraus entsteht die Fähigkeit, gemeinsam etwas zu entdecken.“

Der Erzbischof ermutigte dazu, auch Zeiten der Unklarheit auszuhalten. Entscheidungen sollten nicht aus Angst oder unter Erwartungsdruck getroffen werden. „Wir müssen ein Wegstück Unklarheit und Unsicherheiten ertragen.“

Synodale Beratung und klare Entscheidungen

Im Blick auf den weiteren Weg erläuterte der Erzbischof auch die Entscheidungsstrukturen im Bistumsprozesses. Entscheidungen würden synodal beraten und anschließend getroffen, unter Beteiligung verschiedener Gremien im Erzbistum. Dazu gehören unter anderem der Diözesanpastoralrat, die Erzbischöfliche Leitungskonferenz oder die Dechantenkonferenz, die noch am Anfang der Woche getagt hat. Diese Beratungswege sollen sicherstellen, dass unterschiedliche Perspektiven in die Entscheidungen einfließen. Der Erzbischof betonte, dass ein wichtiger Grundsatz dabei das Subsidiaritätsprinzip bleibe. Die Gestaltungsmöglichkeiten vor Ort sollen möglichst groß bleiben.

Konkrete Planungsschritte für die Seelsorgeräume

Im anschließenden Themenblock informierten die Bistumsleitung sowie Projekt- und Teilprojektleiter über aktuelle Überlegungen im Transformationsprozess, die noch keine finalen Entscheidungen darstellen. Dabei ging es unter anderem um den Zeitplan für die kommenden Jahre, die künftigen Leitungsstrukturen und die Ausgestaltung der Seelsorgeräume. Generalvikar Dr. Michael Bredeck berichtete, dass für die Zeit zwischen Errichtung der neuen Seelsorgeräume und Einsetzung der Leitungstrios eine Übergangsphase vorgesehen ist. In dieser Phase sollen Übergangsleitungen eingerichtet werden. Im Vorfeld werde es umfassende Gespräche mit den Dechanten geben, um den Prozess gemeinsam zu gestalten.

Tobias Heinrich, Leiter der Koordinierungsstelle Transformation der Pastoral, stellte den weiteren Fahrplan für die kommenden Jahre vor, der laufend aktualisiert wird. „Wir arbeiten daran, dass wir gut die unterschiedlichen Abhängigkeiten in der Pastoraltransformation berücksichtigen sowie mit der Transformation der Verwaltung synchronisieren.“

Dr. Rainer Hohmann, Leiter des Bereichs Pastoral, stellte Überlegungen zur kooperativen Leitung der Seelsorgeräume vor – durch Pfarrer, Pastorale Koordination und Verwaltungsleitung. Geplant ist ein Leitungstrio, das gemeinsam Verantwortung übernimmt. Dr. Annegret Meyer aus dem Bereich Pastorale Dienste erläuterte die Bedeutung sogenannter „starker Substrukturen“ innerhalb der Seelsorgeräume. Auch wenn strukturelle Veränderungen durch Fusionen anstehen, sollen möglichst vielfältige Formen von Verantwortung vor Ort bestehen bleiben. Der Rat der Pfarrei und der Kirchenvorstand bleiben wichtige Gremien der Mitbestimmung für einen größeren Verantwortungsbereich. Darüber hinaus sollen lokale Gemeindeteams, Ortsausschüsse oder thematische Teams verbindlich Verantwortung übernehmen.

Strukturen weiterentwickeln

Thomas Klöter, Bereichsleiter Pastorale Dienste, sprach über mögliche Entwicklungen bei den Pfarreistrukturen. Perspektivisch könne es in einem Seelsorgeraum eine gemeinsame Pfarrei geben, die Voten aus den Gremien zeigten in diese Richtung. Gleichzeitig betonte er, dass tragfähige Strukturen unterhalb dieser Ebene entscheidende Grundlage dafür sind. Die Entscheidungen dazu sollen voraussichtlich im Mai veröffentlicht werden.

Raum für Rückmeldungen aus der Praxis

Neben den inhaltlichen Informationen bot die Konferenz vor allem Raum für Austausch. In moderierten Gesprächsrunden konnten die Leitungsverantwortlichen zentrale Themen vertiefen, Fragen stellen und Rückmeldungen geben. Dabei ging es beispielsweise um den Zeitplan der Transformation von 2026 bis 2030, um Leitungsmodelle, Übergangsstrukturen oder um Möglichkeiten der Verantwortungsübernahme in den Seelsorgeräumen. Im zweiten Teil richtete sich der Blick stärker auf die Perspektiven der aktuell Verantwortlichen. In Gruppen reflektierten die Teilnehmenden ihre persönliche Situation im Prozess und formulierten Rückmeldungen an die Bistumsleitung.

Lernen im Prozess

Zum Abschluss stand eine gemeinsame Reflexion des bisherigen Transformationsprozesses im Mittelpunkt. In einer Marktplatzsituation diskutierten die Teilnehmenden Leitfragen. Beispielsweise: Was funktioniert im Prozess gut? Und welche Unterstützung brauchen die Verantwortlichen vor Ort? Die Rückmeldungen sollen in die weitere Gestaltung des Prozesses einfließen.

Generalvikar Dr. Michael Bredeck zog am Ende des Tages eine positive Bilanz. „Ich bin dankbar für die Ernsthaftigkeit, mit der wir die Themen bearbeitet haben, für das konstruktiven Miteinander.“ Er habe großen Respekt vor den Leitungsverantwortlichen, dass sie sich dem Transformationsprozess stellen, der sie auch persönlich in ihrer Aufgabe betreffe. „Ich freue mich, dass wir es geschafft haben, die biografischen, die persönlichen Fragen nach dem eigenen Platz in die Debatte zu holen“, so der Generalvikar.

Ein Beitrag von:
Leiter des Teams Redaktion

Dirk Lankowski

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