Zentrale Fragen in Zeiten des Umbruchs standen im Mittelpunkt der diesjährigen Delegiertenversammlung der Paderborner Ordenskonferenz. Unter der Leitung von Pater Siegfried Modenbach, dem Vorsitzenden der POK, trafen sich rund 30 Ordensschwestern und -Brüder im Haus Maria Immaculata zur Beratung und zum Austausch. Die Versammlung begann mit einem Impulsvortrag von Volker Mauß, Diözesan-Ökonom, der unter dem Titel „Zwischen Besitz und Berufung“ zentrale Fragen der Orden in einer Zeit des Umbruchs stand. Er machte deutlich, dass die aktuellen Herausforderungen – vom Umgang mit Immobilien über die Versorgung älterer Ordenschristen bis hin zur Rolle der Orden im Transformationsprozess des Erzbistums – immer sowohl praktische als auch zutiefst geistliche Dimensionen haben. Sein Blick auf die „Prophetie der Orden“ bildete den Auftakt zum gemeinsamen Austausch.
Aufbruch und Identität: Wie Orden ihre Rolle neu definieren wollen
Die Diskussionen orientierten sich stark an den Impulsen aus dem Vortrag von Volker Mauß, Diözesan-Ökonom, der den Bogen zwischen praktischen Fragen und geistlicher Identität gespannt hatte. Im Austausch erinnerte er daran, dass Ordensleben immer ein Gegenentwurf zu gesellschaftlichen Trends sei: Armut statt Konsum, Gehorsam statt Selbstoptimierung, Gemeinschaft statt Vereinzelung. Diese Lebensform werde zwar gesellschaftlich weniger wahrgenommen, sei aber gerade dadurch ein kraftvolles Zeichen. Viele Teilnehmende betonten, dass sie sich in der Vergangenheit zu wenig eingebunden fühlten – sowohl im Bistumsprozess als auch in pastorale Überlegungen. Gleichzeitig formulierten sie klar ihre Bereitschaft, künftig stärker mitzuwirken, etwa als verlässliche Orte des Gebets und der Begegnung.