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Sehnsuchtsorte müssen nicht weit weg sein

Blog-Beitrag von P. Julian M. Schaumlöffel OSB

Ferienorte sind so unterschiedlich wie die Menschen, die sie besuchen. Dank der verschiedenen Social-Media-Kanäle haben vermutlich viele von uns Freunde und Bekannte digital an ihren Sehnsuchtsorten besuchen und ganz verschiedene Urlaubseindrücke gewinnen können. Da gab es Fotos von der unendlichen Weite des Meeres, von traumhaften Sonnenuntergängen, von Bergwanderungen und sich im Sonnenlicht majestätisch erhebenden Gipfeln. Andere posteten abenteuerliche Erlebnisse, Fahrradtouren, weite Flugreisen, Kreuzfahrten oder einfach nur das gemütliche Abendessen in der Toskana oder nebenan beim Italiener. Ferienorte können sehr unterschiedlich sein – aber es bleiben eben nur kurze Episoden, bevor der Alltag wieder losgeht, das Schuljahr startet, die Ausbildung, das Studium oder ein neuer Lebensabschnitt beginnt.

Was wir in den Alltag hinüberretten, ist die Erinnerung an das Erlebte und vielleicht schon die Vorfreude auf den nächsten Urlaub. Doch reicht das schon aus, um mein Leben mit all seinen herausfordernden Situationen bestehen zu können? Es muss doch auch etwas geben, das mir dort, wo ich lebe, lerne und arbeite, Kraft und Hoffnung schenkt. Wir feiern das Heilige Jahr der Hoffnung und sind eingeladen, auch über unsere innersten Wünsche, unsere größte Hoffnung nachzudenken.

An welchen Ort hat Gott mich gestellt?

Vielleicht sind die Urlaubsorte deswegen so verschieden, weil wir uns immer nach dem sehnen und auf das hoffen, das so schwer zu erreichen scheint. Nicht selten fahren die Bewohner der Berge an die See und die Bewohner der Küstenstädte ins Bergland. Wir erleben das ganz Andere und lernen dort oft zu schätzen, was wir vor der eigenen Haustür haben. So können Urlaubsorte mich auch darin bestärken, dankbar für den Ort zu sein, an den Gott mich gestellt hat. Es ist die Erfahrung, die wir alle kennen: Nach dem schönsten Urlaub freue ich mich auch wieder auf zu Hause.

Innere Sehnsuchtsorte kennenlernen

Insofern können Ferienorte oder Urlaubserlebnisse auch wichtige Momente der Bestätigung sein. Ich ziehe in die Ferne, um das mich Umgebende, das Nahe wieder neu schätzen zu lernen. Und hier geht es nicht nur um die geographischen Orte, sondern ebenso um die Sehnsuchtsorte in meinem Innern. Ich gehe aus mir heraus, nehme mir Zeit, mich und mein Leben von außen zu betrachten, um gestärkt zurückzukehren und manchmal auch die eine oder andere Renovierung vorzunehmen, damit ich mich auch in mir wieder wohlfühle. Wir nennen das Exerzitien – Übungen, um mich und meine Sehnsuchtsorte besser kennen zu lernen. So gestärkt kann auch der Alltag leichter, erfüllender und beglückender werden.

Es kommt also weniger auf den spektakulären Urlaubsort als vielmehr auf die im Urlaub gemachte Erfahrung oder Übung an. Da kann eine herausfordernde Bergwanderung oder eine anstrengende Mountainbiketour mich ebenso voranbringen wie die Stilleübung in einer Wegkapelle oder ein staunender Blick auf das weite Meer.

 

Ihr

P. Julian M. Schaumlöffel OSB

Über den Autor

Pater Julian Schaumlöffel OSB ist Benediktiner der Abtei Königsmünster in Meschede und Religionslehrer am Gymnasium seines Ordens. Er wurde 1970 in Bremerhaven geboren und durch eine aktive Diaspora-Gemeinde geprägt. Nach dem Abitur machte er zunächst ein juristisches Staatsexamen, bevor er Theologie und Philosophie bei den Jesuiten in St. Georgen in Frankfurt a. M. studierte. Als Schulverwalter des Benedictinums gehört Pater Julian zur erweiterten Schulleitung. Im Kloster kümmert er sich zudem als Cellerar um die wirtschaftlichen Belange.

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