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Libori bringt die Welt nach Paderborn

Blog-Beitrag von Weihbischof Matthias König

Das große Liborifest 2026 ist vorüber. Jedes Jahr wundere ich mich, wie schnell die Festtage vergehen. Wurden gerade noch Kirmes und Pottmarkt aufgebaut, so ist buchstäblich über Nacht alles wieder verschwunden.

Nicht verschwunden sind aber die Eindrücke von intensiven und glaubensfrohen Feiertagen mit vielen Besuchern aus der ganzen Welt. In diesem Jahr waren drei Bischöfe aus Äthiopien hier, die ich im Januar dort besuchen konnte. Die Katholiken machen weniger als ein Prozent unter den 135 Millionen Äthiopiern aus. Aber sie sind sehr präsent. Denn (nur) sie haben sich Bildung, Gesundheitsfürsorge und Caritas auf die Fahnen geschrieben, was die Menschen sehr schätzen.

Einsatz für Bildung, Gesundheitsfürsorge und Caritas

Denn das Land ist arm. Abseits der großen Städte, die mit Gewalt modernisiert werden, liegt die Entwicklung sehr zurück. Wenn da in einer katholischen Gemeinde ein Kindergarten errichtet wird, sorgt das für große Aufmerksamkeit. Das gibt es vom Staat nicht. Diese Kindergärten, die im guten Sinne „Vorschulen“ sind, bereiten Kinder vom Land, die oft aus analphabetischen Kontexten kommen, auf die Schule vor. Ohne diese Vorbereitung würden sie schnell durch das Raster fallen.

An vielen Stellen hat die Kirche „Kliniken“, Gesundheitsstationen, an denen Kranken- und Ordensschwestern aufopfernd Dienst für die Menschen tun, die sonst keinerlei medizinische Versorgung hätten oder sie sich nicht leisten können. Ärzteteams aus Deutschland, zum Beispiel von der „Äthiopienhilfe Steinheim“, kommen jedes Jahr für zwei Wochen in die verschiedenen Kliniken des Vikariates Emdebir und behandeln in dieser Zeit bis zu 1.500 Patienten. Sie sind Allgemeinmediziner, Chirurgen, Augen- und Zahnärzte. Alles erfolgt auf eigene Rechnung und wird ausschließlich von Spenden finanziert. Das gibt es in den verschiedenen Bistümern des Landes.

In Muketuri bei Addis Abbeba durfte ich eine Behinderteneinrichtung besuchen, die von Missionarinnen betrieben wird. Sie berichteten, dass die Dorfbewohner sie und die Helferinnen im Anfang gemieden hätten. Denn von Behinderten hielt man sich fern, weil man befürchtete, ihr Schicksal würde Unglück bringen. Durch beharrliche Aufklärung hat sich das gewandelt. Nun kommen die Menschen und feiern mit allen dort.

Bischöfe aus Südafrika, aus Tansania und Indien, die ebenfalls zu Gast waren, können aus ihren Ländern Ähnliches berichten. Ohne die Kirche, ohne ihren Einsatz für die Menschen, ohne gelebte Caritas sähe es noch trüber aus in den Ländern, in denen die Armut nach wie vor groß ist.

Glaube bringt Menschen Hoffnung

Der Glaube bringt den Menschen Hoffnung. Sie feiern ihn mit Freude und Hingabe – wie die Abschlussmesse am letzten Libori-Sonntag mit den muttersprachlichen Gemeinden gezeigt hat: Da gab es zum Evangelien-Zug einen indischen Tanz mit Kerzen und Räucherstäbchen. Da brachten Menschen aus Afrika singend und tanzend die Gaben zum Altar.

Liborius, unser Schutzpatron, der Brückenbauer zwischen Frankreich und Deutschland, ein Heiliger, der Europa mitaufgebaut hat, hat längst die Grenzen unseres Kontinents geweitet. Wir dürfen voller Stolz sagen: „Liborius holt die Welt ins Haus!“

 

Ihr
Weihbischof Matthias König

Intensive und glaubensfrohe Feiertage

„Das große Liborifest 2026 ist vorüber. Jedes Jahr wundere ich mich, wie schnell die Festtage vergehen. Wurden gerade noch Kirmes und Pottmarkt aufgebaut, so ist buchstäblich über Nacht alles wieder verschwunden.

Nicht verschwunden sind aber die Eindrücke von intensiven und glaubensfrohen Feiertagen mit vielen Besuchern aus der ganzen Welt. In diesem Jahr waren drei Bischöfe aus Äthiopien hier, die ich im Januar dort besuchen konnte. Die Katholiken machen weniger als ein Prozent unter den 135 Millionen Äthiopiern aus. Aber sie sind sehr präsent. Denn (nur) sie haben sich Bildung, Gesundheitsfürsorge und Caritas auf die Fahnen geschrieben, was die Menschen sehr schätzen.“

Weihbischof Matthias König

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