Nicht verschwunden sind aber die Eindrücke von intensiven und glaubensfrohen Feiertagen mit vielen Besuchern aus der ganzen Welt. In diesem Jahr waren drei Bischöfe aus Äthiopien hier, die ich im Januar dort besuchen konnte. Die Katholiken machen weniger als ein Prozent unter den 135 Millionen Äthiopiern aus. Aber sie sind sehr präsent. Denn (nur) sie haben sich Bildung, Gesundheitsfürsorge und Caritas auf die Fahnen geschrieben, was die Menschen sehr schätzen.
Einsatz für Bildung, Gesundheitsfürsorge und Caritas
Denn das Land ist arm. Abseits der großen Städte, die mit Gewalt modernisiert werden, liegt die Entwicklung sehr zurück. Wenn da in einer katholischen Gemeinde ein Kindergarten errichtet wird, sorgt das für große Aufmerksamkeit. Das gibt es vom Staat nicht. Diese Kindergärten, die im guten Sinne „Vorschulen“ sind, bereiten Kinder vom Land, die oft aus analphabetischen Kontexten kommen, auf die Schule vor. Ohne diese Vorbereitung würden sie schnell durch das Raster fallen.
An vielen Stellen hat die Kirche „Kliniken“, Gesundheitsstationen, an denen Kranken- und Ordensschwestern aufopfernd Dienst für die Menschen tun, die sonst keinerlei medizinische Versorgung hätten oder sie sich nicht leisten können. Ärzteteams aus Deutschland, zum Beispiel von der „Äthiopienhilfe Steinheim“, kommen jedes Jahr für zwei Wochen in die verschiedenen Kliniken des Vikariates Emdebir und behandeln in dieser Zeit bis zu 1.500 Patienten. Sie sind Allgemeinmediziner, Chirurgen, Augen- und Zahnärzte. Alles erfolgt auf eigene Rechnung und wird ausschließlich von Spenden finanziert. Das gibt es in den verschiedenen Bistümern des Landes.