Es gibt technologische und gesellschaftliche Entwicklungen, die rasch als „Megatrend“ tituliert werden. Wenn es um Künstliche Intelligenz (KI) geht, könnte man sogar von einem Multimegatrend sprechen, denn KI hat mittlerweile Zugang in sämtliche Lebens- und Gesellschaftsbereiche erhalten.
Und so war es eine gute Entscheidung, dass die Organisatoren der Jahrestagung der katholischen Religionslehrkräfte an Berufskollegs im Erzbistum Paderborn das Thema jetzt aufgegriffen haben. Im Liborianum in Paderborn trafen sich rund 50 der etwa 300 vom Erzbischof beauftragten Lehrkräfte, um sich intensiv mit dem Thema „KI im Religionsunterricht“ zu beschäftigen.
Theologischen Reflexionen und religionsdidaktische Hilfestellungen für die Unterrichtspraxis
Im Mittelpunkt der von Dr. Dennis Lewandowski, Leiter der Abteilung Religionspädagogik des Erzbistums, organisierten Veranstaltung stand die Frage, wie sich die Einflüsse von KI insbesondere auf Schule und Unterricht ausprägen. Dabei lag der besondere Fokus auf dem Religionsunterricht am Berufskolleg. Neben theologischen Reflexionen gab es zahlreiche religionsdidaktische Hilfestellungen für die Unterrichtspraxis. Das „gelungene Miteinander von Theorie und Praxis“ lobten im Anschluss die Teilnehmenden.
Für Dr. Dennis Lewandowski, der zugleich Diözesaner Referent für den katholischen Religionsunterricht an Berufskollegs ist, war es die zweite Tagung, die er inhaltlich mit gestaltet hat: „Unser großes Netzwerk erleichtert uns die Ansprache der Referentinnen und Referenten und die hohe Expertise der Vortragenden und der Workshopleitungen wird uns hoch angerechnet.“
Verband katholischer Religionslehrerinnen und Religionslehrer an Berufsbildenden Schulen ist bewährter Partner
Kooperationspartner der Tagung, die jährlich stattfindet, waren der Verband katholischer Religionslehrerinnen und Religionslehrer an Berufsbildenden Schulen (VKR), die kefb RegionPlus und die Theologische Fakultät Paderborn.
Christina Heinsius, Mitglied im Vorstand des VKR, ist bereits seit vielen Jahren Gast der etablierten Veranstaltung und lobt vor allem den Praxisbezug: „Die Wahl des Themas ist entscheidend und in diesem Jahr haben wir viele junge Kolleginnen und Kollegen begrüßen können, was mich sehr freut. Unser Netzwerk ist eine ideale Austauschplattform und das Treffen in Paderborn festigt diese Struktur.“
Ele Schleiden, Oberstudienrätin am Börde Berufskolleg Soest und ebenfalls VKR-Vorstandsmitglied, unterstreicht die Bedeutung des Tagungsthemas: „KI ist und bleibt herausfordernd und es lohnt sich, der aktuellen Entwicklung mit einer Portion Gelassenheit zu begegnen.“ In diesem Kontext sei der offene Dialog mit den Schülerinnen und Schülern und auch eine Lernbereitschaft seitens der Lehrerinnen und Lehrer hilfreich. Die Tagung habe in jedem Fall viele wertvolle Impulse geliefert.
Die „ausgewogene Mischung zwischen Theorie und Praxis“ stellte Katharina Lenze, Bezirksbeauftragte für den Religionsunterricht an Berufskollegs im Kreis Gütersloh, in den Vordergrund ihrer Rückschau: „Die Vernetzung untereinander ist uns ebenso wichtig und die Tagung fühlt sich immer an, wie ein Klassentreffen.“
Zwei Impulsvorträge waren Basis für Diskussionen
Der familiäre Charakter täuschte nicht über die Ernsthaftigkeit zahlreicher Diskussionen hinweg. Diese gab es vor allem im Anschluss an die Impulsvorträge von Prof. Dr. Aaron Langenfeld zum Thema „KI als theologische Herausforderung“, bzw. von Prof. Dr. Bardo Herzig über „KI in der Berufsschule – pädagogische Dilemmata und Ordnungsversuche“.
Die acht Workshops waren vielfältig und abwechslungsreich. Die Tagungsplanung erlaubte den Teilnehmenden den Besuch von vier Einheiten, was einen guten Kompromiss darstellte. Sie hatten die Wahl zwischen folgenden Workshops, die jeweils einen unverwechselbaren Charakter hatten:
- „KI als Thema und Tool im RU: Ideenpool für Lernarrangements“ (Dr. Natascha Bettin)
- „Der Kreuzweg heute – von KI generiert“ (Citypastoral Paderborn)
- KI als Helfer? (Dr. Heiko Overmeyer)
- „Mit KI zur Lernsituation – Impulse für den Religionsunterricht am Berufskolleg“ (Danny Schulte und Thomas Holzer)
- „Future of humans – Future of humanity“ (Pfr. Burkhardt Nolte)
- „ChurchGPT – kann KI für mich beten und predigen?“ (Pastor Christian Olding)
- „(Film-)Medien für den Religionsunterricht zum Thema KI“ (Michael Müller)
- „Theologische Implikationen“ (Dieter Vehmeyer)
Am Ende der Tagung, die mit einer Andacht in der Aula des Liborianums ausklang, bestimmten die Teilnehmenden das Thema für die nächstjährige Veranstaltung. Am 15. und 16. Februar 2027 geht es dann um den „Pax Christi – die religionspädagogische Auseinandersetzung mit Krieg, Wehrpflicht und Frieden in unserer Gesellschaft.“