Das war für die einen eine Pilgerwanderung, für die anderen Tanzen. Eine Gruppe wagte sich zum Klettern in den Wald. Die Nächste probierte Kendo, eine japanische Kampfkunst, aus. Und wieder andere entspannten im Raum mit Klangschalen, beim gemeinsamen Singen oder beschäftigten sich mit Teresa von Ávila, welche die Seele des Menschen mit einer Bug vergleicht, die viele Wohnungen hat. Unabhängig davon, ob die Selbsterfahrung nun weit oben im Baumgipfel oder tief im Seelenleben stattfand, war in allen Gruppen ein großes Gemeinschaftsbewusstsein spürbar. Dies prägt die gesamte Notfallseelsorge, bestätigt Julia Makhardt, selbst Notfallseelsorgerin und Koordinatorin beim Erzbistum Paderborn für diesen Bereich.
Ungefähr 50 Engagierte hatten sich zum ersten Oasentag angemeldet, aus den insgesamt 29 Teams im Erzbistumsgebiet und auch über die Bistumsgrenze hinaus. Gerne hätten es auch mehr sein dürfen, platztechnisch war Luft nach oben. Erstmals hatte die AG Notfallsorge diesen Oasentag statt der Jahrestagung angeboten. Zukünftig ist geplant, diesen Tag NRW-weit anzubieten. „Dass wir bistumsübergreifend vernetzt sind, ist Usus in der Notfallseelsorge. Für unsere Teams sind die Grenzen über Bistümer, Landeskirchen und sogar Bundesländer hinweg so fließend, dass das absolut Sinn macht“, sagt Mitorganisatorin Julia Makhardt (Notfallseelsorgerin in Gütersloh). Sie wurde von den anderen Mitgliedern der AG – Frank Manegold, Pfarrer Klaus Engel (beide Hochsauerland), Burkhard Rother (Herford) und Anita Papenheinrich (Paderborn) – unterstützt. In der Notfallseelsorge – kurz: NFS – duzt man sich, und das Ehrenamt verbindet. Entsprechend ungezwungen und freundschaftlich ging es an diesem Tag zu.