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© Bonifatiuswerk
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Kamishibai funktioniert immer und überall

Bonifatiuswerk bietet das Erzähltheater kirchlichen Einrichtungen zum subventionier-ten Preis an. Gemeindereferent Christof Stracke erklärt, warum er das Kamishibai ger-ne in der Katechese einsetzt.

Christof Stracke klappt das Kamishibai auf. Mit seinem Holzrahmen sieht es fast wie ein Kasperle-Theater aus. Und ja: Ums Geschichtenerzählen für Kinder geht es auch hier – nur eben um biblische Geschichten. Statt mit Puppen ist das Kamishibai mit handgemalten Illustrationen bestückt. Acht Kinder hat Gemeindereferent Stracke im Gemeindezentrum Delbrück-Sudhagen bei Paderborn im Stuhlkreis um sich versammelt. „Mose und die große Rettung“ ist das Thema dieses Bibelnachmittages für Sechs- bis Zehnjährige. Christof Stracke zeigt auf das erste Bild und liest aus seinem Buch: „Im Palast bekam Mose kostbare Kleider. Mose sah nun aus wie ein Ägypter. Er sprach auch wie ein Ägypter. Aber er blieb Israelit. Er konnte sein Volk nicht vergessen.“ Die Kinderaugen sind weit, die Ohren gespitzt. In den Köpfen wird eine mehr als 3.500 Jahre alte Geschichte zu neuem Leben erweckt.

Das Erzähltheater Kamishibai lässt Geschichten auf besondere Weise lebendig werden. Kamishibai ist japanisch und bedeutet Papiertheater. Es besteht aus einem aufklappbaren Holzrahmen, in den Bilderkarten geschoben werden, während die dazugehörige Handlung erzählt wird.

„Kamishibai funktioniert immer und überall. Im Zeltlager, am Lagerfeuer, ohne Strom.“

Christof Stracke

Hochwertige Bibelkarten

Das Bonifatiuswerk unterstützt kirchliche Einrichtungen und bietet Kamishibai-Holztheater-Sets zum vergünstigten Preis an – 49 statt regulär 130 Euro. Enthalten sind zwei hochwertige Bibelkarten-Sets: „Die Hochzeit zu Kana“ und „Mose, der Prophet Gottes“.

„Und Gott sprach zu Mose: ,Mose, heb’ deine Hand. Und das Meer wird sich teilen, solange du die Hand hebst‘“, liest Christof Stracke. Sein Arm beschreibt eine Bewegung durch die Luft . „Ihr werdet trockenen Fußes auf der anderen Seite ankommen.“ Das Kamishibai hilft Christof Stracke dabei, die Geschichte greifbar zu machen. Bild für Bild zieht er die Bibelkarten aus dem Rahmen, jede Szene ein neuer Impuls. Das Prinzip ist einfach – und gerade deshalb so wirkungsvoll: sehen, hören, mitdenken.

Es bleibt nicht beim Zuhören

Die Geschichte von Mose bleibt nicht auf den Stuhlkreis beschränkt. Sie wandert weiter in die Hände der Kinder. Auf einem Tisch liegen Legosteine bereit. „Wir bauen Pyramiden“, sagt der sechsjährige Noah und setzt Stein auf Stein. Was genau eine Pyramide ist, lernt er erst jetzt. Das ist der Moment, in dem das Kamishibai seine Stärke entfaltet: Es bleibt nicht beim Zuhören. Es öffnet einen Raum, in dem Kinder sich selbst ins Verhältnis zur biblischen Erzählung setzen können. Christof Stracke geht zwischen den Tischen umher, schaut, fragt nach, hört zu. Die Geschichte, die eben „nur“ gelesen wurde, entwickelt sich weiter, gewinnt an Lebendigkeit und Fantasie.

Von den Pyramiden geht es zum Backofen. Matzenbrot, wie es die Israeliten auf ihrer Flucht gegessen haben sollen, steht auf dem Rezeptplan. Wasser, Mehl, Salz – mehr Zutaten braucht es nicht. Es riecht nach Mehl und ein bisschen nach Abenteuer. Beherzt kneten die Kinderhände den Teig. Weißer Mehlstaub bedeckt ihre Arme. Riechen, schmecken, fühlen: Mose und seine Geschichte wird mit allen Sinnen greifbar. Im Gemeindezentrum wird an diesem Nachmittag nicht nur von Mose gesprochen. Es geht um die Frage: Wer oder was ist Gott für mich? Es geht um Aufbruch, um Vertrauen – und darum, was das mit dem eigenen Leben zu tun haben könnte. Als der Nachmittag sich dem Ende neigt, sind die Pyramiden gebaut, das Brot gebacken, Blätter bemalt und vollgeschrieben. Die Mehlwüste ist aufgesaugt und weggewischt. Aber etwas bleibt. Und zwar genau das, was Christof Stracke erreichen wollte: dass eine alte Geschichte einen neuen Platz findet – mitten im Leben der Kinder.

Ein Beitrag von:
Redakteur

Hartmut Salzmann

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