Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz fand dazu klare Worte. Bei den drei Regionalkonferenzen betonte er, dass das Thema sexualisierte Gewalt in allen Bereichen präsent bleiben müsse – vor allem in den Gemeinden vor Ort. „Ich habe die klare Erwartung an die pastoralen Mitarbeitenden, dass sie dem Thema nicht ausweichen und es sensibel aufgreifen“, sagte er. Es dürfe „keinen Ort geben, an dem dieses Thema nicht besprechbar ist“.
Zugleich machte der Erzbischof bei der Informationsveranstaltung für alle Mitarbeitenden deutlich, wie tief die Studie wirkt: Die Dienstgemeinschaft, viele Gemeinden seien ein „irritiertes System“, weil sie in Berührung gekommen sind mit den Ergebnissen der Studie, die schweren Missbrauch und Vertuschung beschreibt. Und: Viele Menschen sind zwar nicht unmittelbar betroffen, aber würden durch Betroffene sowie Täter und Beschuldigte im eigenen Umfeld doch in Beziehung zum Thema stehen. Diese Irritation ernst zu nehmen und daraus konkrete Schritte zu entwickeln, sei nun die gemeinsame Aufgabe im Erzbistum.
Die Dezember-Ausgabe 2025 der „wirzeit“ widmet dem Thema Missbrauch, Intervention und Prävention das gesamte zweite Buch ab Seite 9. Was dort zur Sprache kommt, kann – ebenso wie die bestellbare Infobroschüre zur Aufarbeitung im Erzbistum Hilfe auch für die jetzige Situation nach Veröffentlichung der Studie sein. Nachfolgend dargestellt sind Ausschnitte aus zwei Texten, einem Interview mit einem Kirchenexperten zum Thema „Menschenwürde und Sorge um schutzbedürftige Personen“ und einem Bericht über eine betroffene Gemeinde, die transparent und mutig nach vorne ging.