Eine Kastanie als Symbol
Die Fortbildung, die Ende März in der Kapelle St. Georg am Diözesanzentrum der DPSG in Rüthen stattfand, begann mit einer Gesprächsrunde. Die Mitarbeitenden hatten eine Kastanie mit goldenem Herz auf ihrem Platz liegen – Sinnbild für die persönlichen „Schätze“, die jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer mitbringt: Erfahrungen, Haltungen, Fragen und Hoffnungen. In einem gemeinsamen Ritual legten alle ihre Kastanien in eine zentrale Schatzkiste – als Zeichen dafür, dass jede Erfahrung zählt und der gemeinsame Austausch stärkt.
Am Vormittag waren zwei Referenten von Horizontas, einem Verein zur Trauerbegleitung von Kindern, Jugendlichen und Familien, zu Gast: Hildegard Fisch und Thomas Thiesbrummel berichteten von ihrer Arbeit. Viele Erzieherinnen und Erzieher waren dankbar für die Vorstellung. „Sie wissen nun, dass man auch dort Hilfe bekommen kann“, sagt Kita-Leiterin Stefanie Schmidt.
Ablaufpläne für den Notfall und weitere Ideen
Am Nachmittag stand die Erarbeitung eines Notfallplans auf dem Programm. „Die Kitas haben anhand verschiedener Fallbeispiele konkrete Ablaufpläne entwickelt“, erzählt Gemeindereferentin Hildegard Langer. „Da stand beispielweise drin, wer, wann, wie informiert werden muss oder was No-Gos im Umgang mit dem Kind und den Eltern sind.“ Diskutiert wurde unter andern, ob und wann es sinnvoll ist, dass eine Erzieherin oder ein Erzieher bei der Beerdigung des Angehörigen eines Kindes dabei ist. Oder wie ein solcher Trauerfall in der Kitagruppe kommuniziert werden kann.
Vorgestellt wurde die Idee eines „Trauerkoffers“ – eine Sammlung von Materialien, die individuell auf die Bedürfnisse eines Kita-Teams abgestimmt werden kann. Darin zu finden: Kerzen, ein Regenbogen, eine Handpuppe, Kuscheltiere, Klebesterne, Blumen, Schleichtiere, Abschiedsbücher. Eine andere Idee war eine „Ereignis-Ecke“ im Gruppenraum, die Kinder zu schönen und weniger schönen Lebensereignissen aufsuchen können.
Am Nachmittag rundete eine Abschlussrunde den Tag ab. Die Teilnehmenden nahmen ihre Kastanien wieder aus der Schatzkiste und reflektierten, welche „Schätze“ sie aus dem Tag mitnehmen: neue Perspektiven, Impulse aus Gesprächen oder das Gefühl, mit schwierigen Themen nicht allein zu sein.