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Gut vorbereitet bei Trauersituationen in der Kita

Pädagogischer Tag stärkt Fachkräfte der katholischen Kindertageseinrichtungen im Pastoralen Raum Anröchte-Rüthen

Die Oma stirbt, ein Geschwisterkind wird still geboren, ein Elternteil begeht Suizid. Eine solche Krisensituation ist nicht nur eine Herausforderung für die ganze Familie, sondern auch für Erzieherinnen und Erzieher. „Wie kann ich das Kind begleiten? Wie soll ich mit den Eltern umgehen und was brauche ich in dieser Situation?“, fragt Stefanie Schmidt, Leiterin des katholischen Familienzentrums St. Josef in Rüthen. Bisher habe es in ihrer Einrichtung nur wenige solcher Fälle gegeben. Und doch sei es wichtig, für alle Eventualitäten vorbereitet zu sein, sagt sie.

Deshalb organisierte sie zusammen mit Gemeindereferentin Hildegard Langer und Pastor Stefan Gosmann einen Fortbildungstag für die katholischen Kitas im Pastoralen Raum Anröchte-Rüthen. Der Leitgedanke: „Vorbereitet statt kalt erwischt – Kitas für und in Krisensituationen stärken und begleiten“. Die Idee dazu brachte Langer ein, nachdem die Gemeindereferentin zwei Fortbildungsveranstaltungen zu dem Thema besucht hatte. Unter der Leitung von Cécile Droste zu Vischering, Diplom-Psychologin, Coach und Trauerbegleiterin, lernte sie dort konkrete Werkzeuge und psychologisches Hintergrundwissen im Umgang mit Krisen in der Kita kennen. Als Multiplikatorin wollte Langer ihr neu gewonnenes Wissen vor Ort einbringen. An dem pädagogischen Tag nahmen etwa 60 Fachkräfte aus vier Kitas (St. Josef, Rüthen; St. Marien, Rüthen; St. Clemens, Kallenhardt; St. Marien, Anröchte) teil.

Eine Kastanie als Symbol

Die Fortbildung, die Ende März in der Kapelle St. Georg am Diözesanzentrum der DPSG in Rüthen stattfand, begann mit einer Gesprächsrunde. Die Mitarbeitenden hatten eine Kastanie mit goldenem Herz auf ihrem Platz liegen – Sinnbild für die persönlichen „Schätze“, die jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer mitbringt: Erfahrungen, Haltungen, Fragen und Hoffnungen. In einem gemeinsamen Ritual legten alle ihre Kastanien in eine zentrale Schatzkiste – als Zeichen dafür, dass jede Erfahrung zählt und der gemeinsame Austausch stärkt.

Am Vormittag waren zwei Referenten von Horizontas, einem Verein zur Trauerbegleitung von Kindern, Jugendlichen und Familien, zu Gast: Hildegard Fisch und Thomas Thiesbrummel berichteten von ihrer Arbeit. Viele Erzieherinnen und Erzieher waren dankbar für die Vorstellung. „Sie wissen nun, dass man auch dort Hilfe bekommen kann“, sagt Kita-Leiterin Stefanie Schmidt.

Ablaufpläne für den Notfall und weitere Ideen

Am Nachmittag stand die Erarbeitung eines Notfallplans auf dem Programm. „Die Kitas haben anhand verschiedener Fallbeispiele konkrete Ablaufpläne entwickelt“, erzählt Gemeindereferentin Hildegard Langer. „Da stand beispielweise drin, wer, wann, wie informiert werden muss oder was No-Gos im Umgang mit dem Kind und den Eltern sind.“ Diskutiert wurde unter andern, ob und wann es sinnvoll ist, dass eine Erzieherin oder ein Erzieher bei der Beerdigung des Angehörigen eines Kindes dabei ist. Oder wie ein solcher Trauerfall in der Kitagruppe kommuniziert werden kann.

Vorgestellt wurde die Idee eines „Trauerkoffers“ – eine Sammlung von Materialien, die individuell auf die Bedürfnisse eines Kita-Teams abgestimmt werden kann. Darin zu finden: Kerzen, ein Regenbogen, eine Handpuppe, Kuscheltiere, Klebesterne, Blumen, Schleichtiere, Abschiedsbücher. Eine andere Idee war eine „Ereignis-Ecke“ im Gruppenraum, die Kinder zu schönen und weniger schönen Lebensereignissen aufsuchen können.

Am Nachmittag rundete eine Abschlussrunde den Tag ab. Die Teilnehmenden nahmen ihre Kastanien wieder aus der Schatzkiste und reflektierten, welche „Schätze“ sie aus dem Tag mitnehmen: neue Perspektiven, Impulse aus Gesprächen oder das Gefühl, mit schwierigen Themen nicht allein zu sein.

Positive Resonanz der Teilnehmenden

Laut Schmidt und Langer war die Resonanz zu dem pädagogischen Tag durchweg positiv. Und das, obwohl viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer morgens mit Bauchschmerzen gekommen sind. „Tod und Sterben sind für viele Menschen mit Angst besetzt“, sagt Langer. „Aber es ist ein Teil des Lebens. Gerade in den katholischen Kitas müssen wir einen Weg finden, das Thema zu integrieren.“

Diese Fortbildung sei ein erster wichtiger Schritt gewesen, so Schmidt. Die Kita-Leiterin freute sich besonders über die Rückmeldung, dass die Auseinandersetzung mit dem Thema gutgetan hätte, sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer nun sicherer fühlen und sich sogar noch einen weiteren Fortbildungstag dazu wünschen würden. „Wir werden die Impulse nun in unsere Einrichtungen mitnehmen und weiter daran arbeiten“, sagt sie.

Die mitgenommene Kastanie bleibt dabei als kleines Symbol: für die eigenen Stärken, für das gemeinsame Lernen – und für die Gewissheit, dass auch in herausfordernden Zeiten wertvolle Schätze im Miteinander entstehen können.

Ein Beitrag von:
Team Redaktion

Jasmin Lobert

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