Bereits im vergangenen Jahr hatte die Gemeinde eine Predigtreihe in der Fastenzeit angeboten. Damals stand das Glaubensbekenntnis im Mittelpunkt – auch mit Blick auf das Jubiläum von 1700 Jahren Konzil von Nizäa. Die Resonanz habe den Ausschlag gegeben, das Format fortzuführen.
„Viele haben den Wunsch geäußert, diesen Weg auch in diesem Jahr weiterzugehen“, so Vikar Hottmann. Die Fastenzeit biete einen geeigneten Rahmen, um grundlegende Fragen des Glaubens und der kirchlichen Entwicklung vertieft aufzugreifen.
Themenwahl: Erfahrungen zwischen Verunsicherung und Aufbruch
Bei der inhaltlichen Ausrichtung habe die Frage im Mittelpunkt gestanden, was die Menschen im Erzbistum derzeit besonders bewege. „Für das Erzbistum Paderborn ist das ohne Zweifel der vom Erzbischof ausgerufene Bistumsprozess“, sagt Vikar Hottmann.
Die Predigtreihe steht unter der Überschrift „Zumutung und Aufbruch“ und greift Erfahrungen im Umgang mit kirchlichen Veränderungsprozessen auf. „Vertraute innere und äußere Bilder von Kirche, die über Jahrzehnte getragen haben, verblassen – ja, sie hören teilweise auf zu existieren.“ Zugleich gehe es darum, neben der Verunsicherung auch mögliche neue Wege in den Blick zu nehmen.
Geistlicher Akzent: Transformation als Glaubensfrage
Bewusst setzt die Reihe einen geistlichen Schwerpunkt. Veränderungen würden nicht allein als organisatorische oder strukturelle Entwicklungen betrachtet, sondern in ihrem Bezug zum kirchlichen Grundauftrag.
Vikar Hottmann formuliert es so: „Wenn der Bistumsprozess langfristig neue Vitalität entfalten soll, dann muss er vor allem ein geistlicher Prozess sein.“ Es gehe nicht primär um Aktivität oder Engagement – daran fehle es vielerorts nicht. Entscheidend sei vielmehr die Frage, worauf sich kirchliches Handeln ausrichte.
„Wir haben uns möglicherweise zu sehr auf Dinge konzentriert, die nicht mehr den Kern unseres Auftrags treffen“, sagt Vikar Hottmann. Im Zentrum stehe daher die Frage, wie Menschen in eine lebendige Beziehung zu Jesus Christus geführt und darin begleitet werden können.
Vielfalt der Perspektiven und Zielsetzung der Reihe
Bei der Auswahl der Prediger wurde bewusst auf unterschiedliche Zugänge und Erfahrungen geachtet. Die Vielfalt soll sichtbar machen, dass Kirche aus verschiedenen geistlichen Prägungen lebt und gemeinsame Orientierung im Glauben findet – auch im Umgang mit gegenwärtigen Spannungen.
Die Fastenpredigten verstehen sich dabei nicht als Format mit fertigen Antworten, sondern als Impulsräume für persönliche Auseinandersetzung und geistliche Vertiefung. „Ich hoffe, dass die Reihe Impulse für ehrliche Fragen, für geistliche Vertiefung und für neue innere Beweglichkeit gibt – mitten in einer Zeit von Zumutung und Aufbruch“, so Vikar Hottmann.