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© Mikael Damkier / Shutterstock.com
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Die Bücherei von morgen ist mehr als Lesen

Diözesantag der Katholischen öffentlichen Büchereien vereinte engagierte Menschen unter einem kreativen Motto

Wenn sich über 100 belesene Expertinnen und Experten aus dem gesamten Erzbistum in Paderborn treffen, dann ist der Kreativität in einem lebendigen Netzwerk keine Grenze gesetzt. Bereits der Leitsatz des diesjährigen Diözesantages der Katholischen öffentliche Büchereien (KÖB) zeugte von der Bereitschaft, mutig und einfallsreich in die Zukunft zu blicken: „Bunt beliebt bereichernd – DIE BÜCHEREI 2030+“.

Vom Gewicht des Wortes

Elisabeth Lappe-Oeynhausen, Teamleitung der im Medienzentrum im Erzbistum Paderborn angesiedelten Büchereifachstelle, hatte den Diözesantag mit ihrem Team organisiert und sprach im Hohen Dom einführende Worte. Insbesondere dankte sie den Ehrenamtlichen für ihr vielfältiges Wirken vor Ort und stimmte auf einen Tag „mit zahlreichen wertvollen Begegnungen“, ein.

Dompropst Monsignore Joachim Göbel, der in seiner Funktion als Präses auch für die KÖB verantwortlich ist, zelebrierte den anschließenden Gottesdienst. In seiner Predigt ging er auf die Bedeutung von Wörtern – ob geschrieben oder gesprochen – ein: „Wörter sind mehr als Namen für Dinge. Doch die Wirkmächtigkeit von Gottes Wort scheint sich angesichts der aktuellen weltweiten Krisen in Grenzen zu halten“, sagte er. Ein einziges Wort eines Politikers könne heute über Frieden oder Krieg entscheiden. „Wohlgewählte Worte lenken ebenso wie Taten unseren Alltag“, so Göbel. „Worte und Taten müssen auf einen fruchtbaren Boden fallen und positiv wachsen – mit Vertrauen auf eine gute Ernte.“ Das kennzeichne das Wirken der Menschen unter den vielen Dächern der Kirche und also auch in den Büchereien. Sein Appell: „Wir benötigen Lust am Säen und nicht Frust beim Körner zählen.“

DIE BÜCHEREIEN sind verlässliche Orte

In der Aula des Tagungshauses Liborianum schloss sich eine von Claudia Auffenberg moderierte Gesprächsrunde an.

Das Thema der Podiumsdiskussion – DIE BÜCHEREI 2030+ – für die Zukunft gut aufgestellt?! – war passend gewählt, da hochaktuell. Ihre vielfältige Expertise steuerten die Podiumsgäste bei. Das waren neben Generalvikar Thomas Dornseifer auch Dechant Monsignore Andreas Kurte (Leitung Pastoraler Raum Brakeler Land), Dipl.-Ing. Daniel Schröter (Leitung Abteilung Kirchengemeindliche Immobilien im Generalvikariat), Angela Thieleke (Leitungsteam Bücherei St. Nikolaus Büren), Nicole Blöink (Leitung Bücherei St. Agatha Lennestadt-Maumke) und Elisabeth Lappe-Oeynhausen (Teamleitung Büchereifachstelle).

Sie beleuchteten die aktuellen Herausforderungen der Büchereien im Erzbistum aus unterschiedlichen Perspektiven. Das Selbstverständnis der Büchereien zwischen Immobilienstrategie und Bistumsprozess beschäftigt derzeit alle Beteiligten, denn diese Prozesse werden die Rolle der Büchereien im Erzbistum künftig verändern.

Große Einigkeit herrschte darin, dass die KÖB im Erzbistum Paderborn – sie werden auch als DIE BÜCHEREIEN bezeichnet – mit den überwiegend ehrenamtlich Engagierten mit Herzblut, Ideenreichtum und oft hohem Zeitaufwand wichtige kirchliche und gesellschaftliche Aufgaben übernehmen.

Sie sind als offene Orte der Begegnung und des Gesprächs für alle Menschen da und werden insbesondere von Familien aufgesucht, die das kostenlose Medienangebot dankbar nutzen. Dieses Angebot fördert die Sprachentwicklung und Lesekompetenz von Kindern und Jugendlichen und erhöht die Chancen auf erfolgreiche Bildungsbiografien. Das Angebot gibt zudem Lebens- und Glaubensorientierung und stärkt die Persönlichkeitsentwicklung. Es ermöglicht gleichzeitig ein positives Erlebnis von Kirche. DIE BÜCHEREIEN erreichen mit ihren Angeboten, Veranstaltungen und Kooperationen nicht zuletzt Menschen im gesamten Sozialraum und sind eine Brücke zwischen Kirche und Gesellschaft, sind Kirche in der Welt.

Gleichwohl beschäftigen mindestens drei Fragen die Beteiligten: „Wo haben die BÜCHEREIEN künftig ihren Platz? Wo können/sollen sie wirken? Wie ist ihr derzeitiger Beitrag und was sollen sie künftig bieten?

Die KÖB ist vor Ort ein Aushängeschild für die Katholische Kirche

Generalvikar Prälat Thomas Dornseifer betonte, dass die aktuelle Immobilienstrategie des Erzbistums „eine Chance bedeutet, Wandel aktiv zu gestalten“. Er erläuterte das Modell der Seelsorgeräume – bis 2040 werden im Erzbistum Paderborn maximal 25 entstehen – in denen es verlässliche Orte geben werde. Dies könnten dann auch Büchereien sein.

Dechant Andreas Kurte berichtete von der KÖB in Brakel (Kreis Höxter), die gleichzeitig Aufgaben einer Stadtbücherei mit übernimmt, da die Stadt selbst eine solche Einrichtung nicht mehr vorhalte: „Wir müssen weiter aktiv vernetzen und Büchereien als Orte der Kommunikation und Begegnung etablieren.“

Angela Thieleke sprach über die KÖB in Büren (Kreis Paderborn), in der 23 ehrenamtliche Kräfte dafür sorgen, dass die Einrichtung an sechs Tagen der Woche geöffnet ist. Hier gibt es rund 12.000 Medien, die im vergangenen Jahr etwa 27.000-mal ausgeliehen wurden. „Wir sprechen selbstbewusst von einem Erfolgsmodell, das den Schwächsten der Gesellschaft Türen öffnet“, so Thieleke. „Unsere KÖB ist vor Ort ein Aushängeschild für die Katholische Kirche und sie erfährt hohe Wertschätzung, aber wir benötigen perspektivisch weitere finanzielle Unterstützung vom Erzbistum.“

Nicole Blöink benannte die von ihr geleitete KÖB in Lennestadt-Maumke als „wichtigen Anlaufpunkt im Dorf und bedeutenden Gesprächsort für alle Konfessionen.“ Die Bücherei bringe einsame Menschen zusammen, benötige aber für den gesicherten Fortbestand mehr Rückenwind und ein Signal von den Pastoralverantwortlichen, dass die Büchereien mit gesehen würden.

Dipl.-Ing. Daniel Schröter attestierte in seinem Statement einen „Nachholbedarf bei der Einbeziehung der Büchereien im Rahmen der Immobilienstrategie des Erzbistums“. Der Austausch mit Elisabeth Lappe-Oeynhausen sei bereits intensiviert worden und „enorm wichtig“. Ortsbezogen würden Chancen ausgelotet, wie kirchliche Räume multifunktional genutzt werden können: „Denkbar ist, dass zukünftig gefüllte Bücherregale in Kirchen ein neues Zuhause finden und für Belebung sorgen.“ Kreative Lösungen seien im Rahmen der Immobilienstrategie willkommen.

Generalvikar Prälat Thomas Dornseifer machte Hoffnung, dass zukünftig Projekte gefördert würden, „die Menschen und ihre Bedürfnisse in der Fläche erreichen“.

Auch die Unterstützung der ehrenamtlich Tätigen würde diskutiert und dabei richte man den Blick auf den demographischen Wandel auch in diesem Bereich. Abschließend ergänzte Elisabeth Lappe-Oeynhausen, dass die Mitwirkung der Ehrenamtlichen vor Ort natürlich wichtig, aber auch eine weitere Belastung der Engagierten sei. Daher sei eine deutliche Unterstützung durch die Verantwortlichen in Kirchengemeinden und im Erzbischöflichen Generalvikariat vonnöten und weiter: „Die Büchereifachstelle wird beide Prozesse genau mitverfolgen und sich einbringen.“

Wohin geht die Reise?

Im Anschluss an eine Mittagspause standen die große Medienvielfalt und das Aufgreifen von Zukunftsthemen im Zentrum verschiedener Workshops, die den nachmittäglichen Kern des Diözesantages bildeten. Im Workshop „BVS-Minerva: eine neue Bibliothekssoftware“ ging es um die Zukunft der Bibliothekssoftware.

Die Leseförderung mit digitalen Medien und Leseclubs für eine junge Leserschaft ab 12 Jahren standen ebenso auf der Agenda.

Tanja Huckemann stellte aktuelle Buch-Neuerscheinungen vor; Thomas Henze widmete sich aktuellen Gesellschaftsspielen.

Ergänzt wurde das Programm mit einer Leseführung durch die Stadt Paderborn.

Abschließend trafen sich die Teilnehmenden zum Ausklang und waren sich einig: Der Diözesantag hat erneut wichtige Impulse gegeben und das Miteinander gestärkt.

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