Generalvikar Dr. Michael Bredeck setzte zu Beginn einen geistlichen Akzent. Ausgehend von Leitwort „Wir wollen mehr“, mit dem Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz sein jüngstes Hirtenwort überschrieben hatte, beschrieb er Transformation als Einstellungsfrage: „Die Bereitschaft, dieses Mehr zu entdecken, ist der Zugang zu diesem wichtigen Thema“, so Dr. Bredeck. Gerade in einer Zeit, in der vielerorts das Gefühl von Mangel und Verlust überwiege, lade der Glaube dazu ein, den Blick zu weiten – weg von der Fixierung auf Sorgen, hin zu Hoffnung, Zuversicht und neuer Gestaltungskraft. „Kirche steht ohne Zweifel in einer Krise“, ergänzt Dr. Bredeck, doch gerade darin liege auch ein geistliches Potenzial: „Wir müssen uns ausstrecken und neu entdecken, wie wir aus dieser Krise heraus Kirche sein können.“
Seelsorgeräume neu denken: Nähe, Vielfalt und Verantwortung vor Ort
Im weiteren Verlauf ging es um die Frage, wie kirchliches Leben künftig konkret organisiert sein soll. Tobias Heinrich machte deutlich: Der Seelsorgeraum sei keine XXL-Gemeinde und kein Identifikationsraum, sondern eine pastorale und organisatorische Einheit, die Kooperation ermögliche und Ressourcen bündele. Nähe entstehe weiterhin vor Ort – an Kirchorten, in Gemeinden, an pastoralen Zentren und anderen verlässlichen Orten.
Dr. Bredeck betonte, dass Nähe viele Facetten habe: Erreichbarkeit, Verlässlichkeit und Qualität pastoralen Handelns. „Da, wo Menschen ihren Glauben leben, soll das auch weiterhin möglich sein“, sagte er. Einheitliche Lösungen werde es dabei nicht geben: „Kein Seelsorgeraum gleicht dem anderen. Wir schaffen Rahmenbedingungen – die Ausgestaltung entsteht vor Ort.“