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Auf-Brechen!

Blog-Beitrag von Generalvikar Thomas Dornseifer

„Im neuen Jahr wird alles anders“ – Sätze wie diesen kennen wir wohl alle in unterschiedlichen Ausprägungen und Kontexten, wenn wir gute Vorsätze fassen. Der Jahreswechsel scheint typischerweise von einer gewissen Aufbruch-Stimmung gekennzeichnet zu sein. Aber kann ein solches Denken nicht auch überfordern, wenn es Druck erzeugt?

Grund für den Glauben

Im Erzbistum Paderborn sind wir im vergangenen Jahr mit unserem Transformationsprozess aufgebrochen – auf einen gemeinsamen Weg, der uns allen ohne Frage einiges abverlangt. Womöglich fühlen sich viele Menschen durch diesen Weg auch überfordert. Ängste und Unsicherheiten sind bei einem solch grundlegenden und weitreichenden Prozess absolut nachvollziehbar.

Aus gutem Grund trägt unser eingeschlagener Weg den Titel „GLAUBEN. GEMEINSAM. GESTALTEN.“ Jedes einzelne Wort dieser Trias zählt: Es geht um nichts weniger als um unseren Glauben, der unter den veränderten gesellschaftlichen Bedingungen weiterleben soll. Es geht darum, diesen Glauben gemeinsam leben zu können – und die künftige Grundlage dafür gemeinsam zu gestalten.

In diesem Sinne bin ich überzeugt, dass unser gemeinsamer Aufbruch zu einem guten Ziel führen wird. Lassen Sie mich für den Weg dorthin aber den Begriff des „Aufbrechens“ noch aus einer anderen Perspektive betrachten, die in meinen Augen wesentlich ist: aufzubrechen heißt nicht nur, einen Weg zu beginnen. Auf-Brechen kann bildhaft, aber auch sehr konkret bedeuten, eine bisher bestehende, vielleicht hart gewordene Oberfläche und verkrustete Strukturen zu durchbrechen – und so neues Wachstum zu ermöglichen.

Neues Wachstum ermöglichen

Vor dieser Aufgabe stehen auch wir. Wir sind aufgebrochen – um gemeinsam auf-zu-brechen. Wenn wir beim Bild der Landwirtschaft bleiben: Es braucht eine verantwortungsvolle Kultivierung des bestehenden Bodens, um eine neue Saat auszubringen. Dabei werden wir an manchen Stellen sicherlich manch Liebgewordenes auch loslassen müssen. Von einer unbekannten Quelle habe ich dieses Zitat gefunden: „Der Bauer pflanzt nicht nur Samen, er pflanzt auch die Zukunft.“ Und genau darum geht es auch in unserem Transformationsprozess: Bestehendes verantwortungsvoll zu betrachten, notwendigerweise aufzubrechen und zu einem fruchtbaren Boden zu machen, auf dem unser Glaube auch in Zukunft wurzeln kann.

Ich finde: Das ist ein wirklich guter Vorsatz, den wir uns für die kommenden Monate und auch für die darauffolgende Zeit zu eigen machen können. Wir sind gemeinsam aufgebrochen. Wagen wir auch die nächsten Schritte. So werden wir Glauben gestalten. Gemeinsam!

Ihr
Generalvikar Thomas Dornseifer

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