„Im neuen Jahr wird alles anders“ – Sätze wie diesen kennen wir wohl alle in unterschiedlichen Ausprägungen und Kontexten, wenn wir gute Vorsätze fassen. Der Jahreswechsel scheint typischerweise von einer gewissen Aufbruch-Stimmung gekennzeichnet zu sein. Aber kann ein solches Denken nicht auch überfordern, wenn es Druck erzeugt?
Grund für den Glauben
Im Erzbistum Paderborn sind wir im vergangenen Jahr mit unserem Transformationsprozess aufgebrochen – auf einen gemeinsamen Weg, der uns allen ohne Frage einiges abverlangt. Womöglich fühlen sich viele Menschen durch diesen Weg auch überfordert. Ängste und Unsicherheiten sind bei einem solch grundlegenden und weitreichenden Prozess absolut nachvollziehbar.
Aus gutem Grund trägt unser eingeschlagener Weg den Titel „GLAUBEN. GEMEINSAM. GESTALTEN.“ Jedes einzelne Wort dieser Trias zählt: Es geht um nichts weniger als um unseren Glauben, der unter den veränderten gesellschaftlichen Bedingungen weiterleben soll. Es geht darum, diesen Glauben gemeinsam leben zu können – und die künftige Grundlage dafür gemeinsam zu gestalten.
In diesem Sinne bin ich überzeugt, dass unser gemeinsamer Aufbruch zu einem guten Ziel führen wird. Lassen Sie mich für den Weg dorthin aber den Begriff des „Aufbrechens“ noch aus einer anderen Perspektive betrachten, die in meinen Augen wesentlich ist: aufzubrechen heißt nicht nur, einen Weg zu beginnen. Auf-Brechen kann bildhaft, aber auch sehr konkret bedeuten, eine bisher bestehende, vielleicht hart gewordene Oberfläche und verkrustete Strukturen zu durchbrechen – und so neues Wachstum zu ermöglichen.