Mit dem spirituellen Format „Ankerpunkt.“ lud das Labor E die Mitarbeitenden des Generalvikariates in der Fastenzeit erneut zu kurzen morgendlichen Impulsen ein- dienstags um 8.30 Uhr für 15 Minuten in der Kapelle des Konrad-Martin-Hauses für ein bewusstes Innehalten, bevor der Arbeitstag beginnt. Das Oberthema suchen – sehnen – sein zog sich wie ein roter Faden durch die vier Einheiten.
Hunger und Durst – Grundbedürfnisse wahrnehmen
Zum Auftakt stand das körperliche Bedürfnis nach Nahrung und Wasser im Mittelpunkt. Die Erzählung vom Manna in der Wüste (Ex 16) erinnerte daran, wie existenziell das Suchen nach Orientierung und Versorgung ist. In Stille ein Stück Brot zu essen machte diese Erfahrung unmittelbar spürbar. Ein zweiter Impuls führte zum Jakobsbrunnen (Joh 4): Jesu Bitte „Gib mir zu trinken“ öffnete den Blick für das tiefere Sehnen hinter jedem Durst – nach Leben, Echtheit, einem Ort des Angenommenseins. In einer symbolischen Handlung füllten die Teilnehmenden ein leeres Glas mit Wasser und tranken bewusst: ein Zeichen dafür, dass Leben in uns hineinströmt und wir empfangen dürfen, was uns stärkt.
Beziehung und Vertrauen – eine Schale, die gefüllt wird
Der Blick richtete sich beim 2. Ankerpunkt auf eine leere Schale in der Mitte des Raumes. Bernhard von Clairvaux beschreibt den Menschen als Gefäß, das empfängt und weitergibt. Erst wenn unsere eigene Schale gut gefüllt ist, können wir von dem Wasser, was dann überfließt etwas an andere Menschen weitergeben. Die Teilnehmenden waren eingeladen, sich zu fragen: – Wie voll ist meine Schale? – Wer füllt sie? – Wessen Schale kann ich heute füllen?
Ehrlichkeit und Zuwendung – Bartimäus ruft
Ein weiterer Fokus lag auf der Begegnung Jesu mit Bartimäus und zeigte, wie radikal Zuwendung sein kann. Jesus bleibt stehen – mitten im Lärm, mitten im Gedränge – wegen eines Menschen, den alle übersehen. Seine Frage „Was willst du, dass ich dir tun soll?“ nimmt Bartimäus ernst und lässt ihm Raum, sein Bedürfnis selbst auszusprechen. In einer persönlichen Aktion schrieben die Teilnehmenden auf kleine Zettel, was sie Jesus heute antworten würden. Die Zettel durften als persönliches Gebet mitgenommen werden.
Bedürfnis nach Mehr – Wachsen lassen
Der letzte Ankerpunkt dieser Reihe stellte die Frage nach dem inneren Wachstum. Die Bilder vom Säen, Ruhen und Wachsen machten deutlich: Nicht alles lässt sich erzwingen. Wie ein Samenkorn, das Zeit, Erde, Wasser und Licht braucht, so braucht auch das, was Gott in uns angelegt hat, Geduld und Raum zur Entfaltung. Ein Beispiel aus dem Heiligen Land – 2000 Jahre alte Dattelsamen, die in fruchtbare Erde gelegt zu kräftigen Palmen wurden – unterstrich diese Hoffnung: In jedem Menschen liegt ein Potenzial, das wachsen kann. Die Teilnehmenden waren eingeladen, ihren eigenen „Garten“ zu betrachten: Wo kann Neues entstehen? Was braucht Pflege? Wo darf ich gelassen sein und Gott wirken lassen?