Die Begegnungen und Gespräche kreisen um eine Frage: Wie bleibt Kirche nah, wenn ihre Strukturen größer werden? Beim morgendlichen Spaziergang durch die urbane, multikulturell und von Leerstand geprägte Wittener Innenstadt erkundigt sich Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz bei Pfarrer Friedrich Barkey nach sozialen Brennpunkten, der Zusammenarbeit im Quartier zwischen Caritas, Stadt Witten, Vereinen und anderen Religionsgemeinschaften. Schnell wird deutlich: die katholische Kirche ist hier mittendrin und gut vernetzt. Stadt und Gesellschaft erleben wie die Kirche eine rasante Transformation.
Um zu erfahren, wie dies gelingt, tauscht sich der Erzbischof anschließend im Pfarrzentrum St. Marien mit Pfarrer Friedrich Barkey, dem pastoralen Koordinator Dominik Mutschler und Verwaltungsleiter Alexander Böduel aus. Sie arbeiten schon seit Jahren so zusammen, wie es im Transformationsprozess „Glauben.Gemeinsam.Gestalten“ zukünftig für alle Seelsorgeräume vorgesehen ist: als Leitungstrio. Gestartet sind sie 2020 als Pilotprojekt für kooperative Leitungsmodelle, wissenschaftlich begleitet von der Universität Paderborn. Deshalb sei dieser Austausch auch besonders spannend für ihn, verrät der Erzbischof. Schließlich stehe für ihn demnächst, sukzessive ab 2028, die Beauftragung von insgesamt 21 Leitungstrios an.
„Für mich war es von Anfang an eine riesige Entlastung“, so Pfarrer Barkey. Durch seine theologische Grundausbildung und zahlreiche Weiterbildungen bringe Gemeindereferent Dominik Mutschler einfach ganz viel theologische, pädagogische und organisationale Kompetenz mit. Auch wichtig: „Nach außen funktionieren wir immer als ein Wir, auch wenn intern manchmal die Fetzen fliegen.“ Auch in dem heutigen Gespräch geht es um heiße Eisen: die konkrete Ausgestaltung der Leitung an den verlässlichen Orten im Seelsorgeraum und die Verbesserung des Kommunikationsflusses zwischen Erzbischöflichem Generalvikariat und Pastoralen Räumen.
Im zukünftigen Leitungstrio ist vor allem ein gutes Schnittstellenmanagement gefragt. Erzbischof Bentz ist sicher: „Wir dürfen nicht mehr in getrennten Ressorts denken.“ Letztendlich müssen sich Pfarrer und Koordinator gegenseitig vertreten können. „Theologisch und spirituell auf Augenhöhe zu sein, ist ein Muss“, hält der Erzbischof für sich fest.