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© Marcel Clasen / Erzbistum Paderborn
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Alternde und kranke Priester im Blick behalten

Im Priesterrat berichteten Weihbischof Josef Holtkotte und Schwester Gabriele Lüdenbach über die Situation von Ruhestandsgeistlichen. Das Beratungsgremium entwickelte zudem Handlungsempfehlungen für deren Begleitung

In seiner ersten Sitzung des Jahres hat sich der Priesterrat des Erzbistums Paderborn im Hotel Aspethera am 11. März intensiv mit der Situation älterer und kranker Priester im aktiven Dienst und im Ruhestand beschäftigt. Weihbischof Josef Holtkotte und Sr. Gabriele Lüdenbach FCJM, zuständig für die Begleitung der Ruhestandsgeistlichen, berichteten dabei über ihre Erfahrungen. Darüber hinaus standen Berichte aus verschiedenen Gremien sowie ein Rückblick auf den Synodalen Weg auf der Tagesordnung. Der Priesterrat ist eines der Beratungsgremien des Erzbischofs in Leitungs-, Pastoral- und Strukturfragen.

261 Priester sind im Ruhestand

Weihbischof Holtkotte gab als Bischofsvikar für die Begleitung der Ruhestandsgeistlichen zunächst einen Überblick über die aktuelle Situation: 261 Priester im Erzbistum Paderborn befinden sich im Ruhestand. 44 leben nicht mehr im Gebiet des Erzbistums, zu 20 Ruhestandsgeistlichen bestehe derzeit kein Kontakt. Im Austausch mit dem Priesterrat wurde deutlich, dass es vielen Ruhestandspriestern unter fehlendem geistlich-spirituellem Austausch mangele. Um dem entgegenzuwirken, gibt es seitens des Erzbistums im Laufe des Jahres zahlreiche Begegnungsmöglichkeiten. Dazu gehören Exerzitien, zwei Einkehrtage sowie verschiedene Begegnungstage für Priester im Ruhestand.

Ruhestandsgeistliche persönlich besuchen

Schwester Gabriele gab einen Einblick in die persönliche Begleitung von Ruhestandsgeistlichen:
„Wir rufen jeden Priester an seinem Geburts- und Namenstag an und hören, wie es ihm geht.“ Ein praktisches Problem sei der Alltag vieler älterer Geistlicher. Es gebe keinen Ehepartner oder wenig Kontakt zur weiteren Familie. Daher erführen sie keine Unterstützung und seien mehr von Einsamkeit bedroht. „Sie haben oft nicht einmal eine Haushaltshilfe“, erklärte Schwester Gabriele.
Auch persönliche Besuche gehören zur seelsorglichen Begleitung. Weihbischof Holtkotte besucht regelmäßig Ruhestandspriester im Rahmen der Visitationen. Dabei gilt für ihn ein wichtiger Grundsatz: „Reduziere einen Menschen nicht darauf, wie du ihn jetzt siehst.“ Oft beurteile man nicht die gesamte Lebensleistung eines Geistlichen, sondern schaue nur auf den aktuellen Zustand. Da sei mehr Empathie gefragt, so Weihbischof Holtkotte.

Empfehlungen zum konkreten Handeln für die Altersvorsorge

In der anschließenden Diskussionsrunde kam aus dem Priesterrat die Idee, Altenheime speziell für Priester einzurichten. Schwester Gabriele berichtete jedoch von praktischen Schwierigkeiten, denn für viele Priester komme ein Ortswechsel an einen zentralen Ort nicht mehr in Frage. Sie möchten dort leben, wo sie heimisch sind. Als weitere mögliche Alternative wurden daher Wohngemeinschaften für Ruhestandspriester genannt. Für ihre intensive seelsorgliche Begleitung erhielten Weihischof Holtkotte und Schwester Gabriele aus dem Priesterrat Lob und Wertschätzung.
Der gesamte Priesterrat erarbeitete in einer Gruppenarbeit folgende Handlungsempfehlungen: Frühzeitige Altersvorsorge bereits während der aktiven Dienstzeit, klare Verantwortlichkeiten für Priester im Ruhestand, ein Abschlussgespräch zum Ende des aktiven Dienstes, Unterstützung bei Wiedereingliederung nach Krisen, stärkere Förderung von Priestervereinigungen, regelmäßige Treffen der Weihekurse und frühzeitige Intervention bei psychischen Auffälligkeiten oder Erkrankungen. Daraufhin ordneten alle Priester gemeinsam den Vorschlägen konkrete Zuständigkeiten zu.

Mitarbeit des Priesterrates in synodalen Gremien

Sascha Heinrich nahm als Vertreter des Priesterrates an der Synodalversammlung in Stuttgart teil und betonte, dass sich die Ortskirchen aus seiner Sicht auf einem guten Weg befänden. Dirk Salzmann und DDr. Markus Jakobs nahmen am neu zusammengesetzten Diözesanpastoralrat teil. Das nächste Treffen des Gremiums findet am 17. und 18. April in Soest statt.
Thomas Bensmann berichtete zudem von der Arbeitsgemeinschaft der Priesterräte in Deutschland. Für ihn war es die erste Teilnahme. Dort wurde unter anderem über Beheimatung in Beziehungen sowie über Einsamkeit unter Priestern diskutiert.

Erzbischof Bentz nahm aus der Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz mit, wegen der aktuellen Situation im Iran auch die vielen christlichen Gemeinschaften in den Golfstaaten im Gebet nicht zu vergessen.

Priesterrat 11. März © Marcel Clasen / Erzbistum Paderborn
Aufmerksam hörten Pfarrer und Bistumsleitung Sr. Gabriele und Weihbischof Josef Holtkotte zu
Ein Beitrag von:
© Besim Mazhiqi / Erzbistum Paderborn
Redakteur

Marcel Clasen

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