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© George Rudy / Shutterstock.com
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„Aktuelle Stunde“ gibt Orientierung für den Bistumsprozess

Die digitale „Aktuelle Stunde der Generalvikare“ zum Bistumsprozess nahm Fra-gen aus der Praxis auf und ordnete die nächsten Schritte ein. Im Mittelpunkt stand die Ausgestaltung der 21 künftigen Seelsorgeräume.

Als sich am Donnerstagabend der digitale Raum öffnete, wurde schnell deutlich: Der Bistumsprozess „Glauben. Gemeinsam. Gestalten.“ bewegt viele Menschen im Erzbistum Paderborn. Ehrenamtliche, Hauptberufliche, Mitglieder pastoraler Gremien und Kirchenvorstände sowie weitere Interessierte waren zur digitalen „Aktuellen Stunde der Generalvikare“ eingeladen, um Fragen zu stellen, weiter Orientierung zu gewinnen und den nächsten Schritten der Transformation der Pastoral näherzukommen. Über 700 Personen hatten sich zugeschaltet, vor einigen Bildschirmen saßen auch gleich ganze Gemeindeteams versammelt, um das Podium gemeinsam zu verfolgen.

Im Mittelpunkt des Livestreams stand die Frage, was die jüngsten Konkretisierungen für die Praxis vor Ort bedeuten. Generalvikar Dr. Michael Bredeck ordnete den aktuellen Stand des Bistumsprozesses ein. Mit dabei waren Tobias Heinrich, Leiter der Koordinierungsstelle für die Pastoraltransformation, Dr. Annegret Meyer, koordinierende Bereichsleiterin der Pastoralen Dienste, sowie Sebastian Schrage, Strategischer Programmleiter der Verwaltungstransformation und Geschäftsführer des Gemeindeverbands Mitte.

Redaktionsleiter Dirk Lankowski führte durch die eineinhalbstündige Sendung. Die Moderation griff die Fragen der Teilnehmenden auf, bündelte wiederkehrende Themen und machte den roten Faden des Abends sichtbar: Was ist entschieden? Wie wird der Übergang gestaltet? Was wird zukünftig auf Ebene des Seelsorgeraums geklärt? Und wo sind die Engagierten in den Kirchorten jetzt besonders gefragt?

Der Seelsorgeraum ist ein gemeinsamer Rahmen, in dem Gemeinden, Einrichtungen, Verbände und Initiativen weiterhin ihren Platz haben sollen

so Generalvikar Dr. Michael Bredeck

Fragen aus der Praxis im Mittelpunkt

Die digitale „Aktuelle Stunde“ war bewusst als Dialogformat angelegt. Neben kompakten Informationen gab es Raum für Rückfragen, Einordnungen und Perspektiven aus unterschiedlichen Teilen des Erzbistums. Dabei wurde spürbar: Die Pastoraltransformation ist mehr als eine organisatorische Veränderung. Sie berührt gewachsene Gewohnheiten, vertraute Orte, Verantwortlichkeiten und die Frage, wie Kirche künftig nah bei den Menschen bleibt. Zugleich zeigte der Abend, dass die 21 Seelsorgeräume, die in der Regel aus einer Pfarrei bestehen werden, nicht als fertige Antwort zu verstehen sind, sondern als Rahmen, den es jetzt von der Basis her mit Leben zu füllen gilt. Dazu, wie dies gelingen kann, kamen besonders viele Fragen aus dem Publikum.

„Der Seelsorgeraum ist ein gemeinsamer Rahmen, in dem Gemeinden, Einrichtungen, Verbände und Initiativen weiterhin ihren Platz haben sollen,“ so Generalvikar Dr. Michael Bredeck. Dabei werde nicht jeder Ort alles anbieten können. Umso wichtiger sei es, Schwerpunkte zu setzen, Angebote zu profilieren und das zu stärken, was vor Ort gewachsen sei und Menschen auch heute noch verlässlich erreiche. „Der Glaube an Jesus Christus lebt dort, wo Menschen beten, feiern, helfen, trösten, zuhören und das Evangelium konkret werden lassen.“

21 Seelsorgeräume als neuer Rahmen für Vernetzung

Ein Schwerpunkt des Abends waren die 21 künftigen Seelsorgeräume im Erzbistum Paderborn. Sie bilden mit Beginn des neuen Kirchenjahres am 1. Advent den größeren pastoralen Rahmen, in dem Zusammenarbeit, Leitung, Verwaltung und pastorale Schwerpunkte weiterentwickelt werden. In der Regel wird ein Seelsorgeraum aus einer Pfarrei bestehen. Die damit verbundenen Fusionen sollen sukzessive ab 2028 als Neuerrichtung erfolgen.

Für die Menschen vor Ort heißt das nicht, dass kirchliches Leben künftig nur noch an wenigen zentralen Orten stattfindet. Vielmehr sollen die Seelsorgeräume helfen, Verantwortung zu bündeln, Kräfte zu vernetzen und pastorale Angebote verlässlicher zu organisieren – möglichst nah bei möglichst vielen Menschen. Jeder Seelsorgeraum wird dazu ein eigenes pastorales Profil entwickeln. Dazu gehören ein Pastorales Zentrum, viele verlässliche Orte kirchlichen Lebens für alle großen Lebensfragen und – in einigen Räumen – weitere Orte mit besonderer Ausstrahlung.

Was jetzt vor Ort hilfreich ist – Geistliche Ankerzeit für den Übergang

Für Ehrenamtliche, Hauptberufliche und Gremien beginnt nun eine wichtige Phase der Wahrnehmung und Verständigung, um mit Beginn einer sogenannten geistlichen Ankerzeit zu Beginn des neuen Kirchenjahres (1. Advent 2026) den Übergang zu gestalten. Hilfreich sei es, riet Dr. Annegret Meyer, die veröffentlichten Rahmenbedingungen gemeinsam zu lesen und im eigenen Kontext zu besprechen. Welche Orte sind für Menschen im künftigen Seelsorgeraum heute schon verlässlich? Wo gibt es starke Teams, Gruppen und Initiativen? Welche Angebote erreichen Menschen über die bisherigen Gemeindegrenzen hinaus? Wo braucht es neue Formen der Zusammenarbeit?

Die „Aktuelle Stunde“ machte deutlich: Die kommenden Schritte leben davon, dass Erfahrungen aus der Praxis eingebracht werden. Der größere Rahmen der Seelsorgeräume soll Orientierung geben und als größeres Netzwerk verstanden werden, welches Engagement fördert.

Die konkrete Gestalt entsteht aber mit den Menschen, die Kirche vor Ort tragen – in Gremien, Gruppen, Einrichtungen, Verbänden, Projekten und im alltäglichen Einsatz

erklärte Tobias Heinrich

Ermutigung für den gemeinsamen Weg

Neben allen Strukturfragen stand am Ende auch die Frage im Raum, was Engagierte jetzt stärkt. Viele Menschen verbinden mit dem Bistumsprozess Erwartungen, aber auch Unsicherheiten. Der Livestream bot deshalb nicht nur Informationen, sondern auch die Einladung, den Wandel aktiv mitzugestalten und auf das Wertvolle zu schauen, was bereits da ist.

„Das vielfältige Glaubensleben in unseren Städten und Dörfern ist ein hohes Gut“, so Generalvikar Bredeck. „Wir wollen Verantwortung vor Ort stärken und Engagierte besser unterstützen. Wir brauchen die Menschen, die Kirche mit ihrem Gesicht, ihrer Stimme und ihrem Glauben prägen. Ich bin für jedes Engagement sehr dankbar.“

Weitere Informationen zu den 21 Seelsorgeräumen, den Substrukturen und den nächsten Schritten im Bistumsprozess gibt es auf www.bistumsprozess.de.

Ein Beitrag von:
Simone Yousef © Besim Mazhiqi / Erzbistum Paderborn
Simone Yousef
Redakteurin

Simone Yousef

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