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9-Euro-Ticket? Unbedingt mitmachen!

Christian Machold, Klimaschutzmanager im Erzbischöflichen Generalvikariat, rät Mitarbeitenden dazu, die Gelegenheit zu nutzen, jetzt auf Busse und Bahnen umzusteigen
© DisobeyArt / Shutterstock.com
News
13. Mai 2022
Paderborn

9-Euro-Ticket? Unbedingt mitmachen!

Christian Machold, Klimaschutzmanager im Erzbischöflichen Generalvikariat, rät Mitarbeitenden dazu, die Gelegenheit zu nutzen, jetzt auf Busse und Bahnen umzusteigen

Beginnt mit dem 9-Europ-Ticket ein ÖPNV-Sommermärchen oder bricht die #Syltokalypse aus? Unter diesem Hashtag jedenfalls spottet die Netzwelt über das Szenario, dass mit dem Billigticket und Dosenbier bewaffnete Heerscharen über die Insel der Schönen und Reichen herfallen könnten. Christian Machold hofft auf ersteres, also auf das Sommermärchen, und darüber hinaus auf Langzeiteffekte. Für den Klimaschutzmanager ist das 9-Euro-Ticket eine ideale Gelegenheit, die eigene Mobilität zu hinterfragen und auszutesten, welche Fahrten sich mit den Öffis zurücklegen lassen.

Das 9-Euro-Ticket kommt im Juni 2022. Bis Ende August sollen Fahrgäste deutschlandweit für 9 Euro pro Monat im Nah- und Regionalverkehr in der zweiten Klasse fahren können. Ausgenommen sind der Fernverkehr der Deutschen Bahn AG und anderer Bahnen sowie Fernbusse. Das Ticket soll online erhältlich sein, aber auch über Fahrkartenautomaten und am Schalter angeboten werden.

Redaktion

Was halten Sie vom 9-Euro-Ticket?

Christin Machold

Das 9-Euro-Ticket ist ein Angebot der Bundesregierung, um den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) zu fördern und Mobilität in Zeiten hoher Kraftstoffpreise sicherzustellen. Ich sehe das Ticket aber vor allem als tolle Möglichkeit, die eigenen Wege in den Blick zu nehmen und diese per ÖPNV zurückzulegen.

Redaktion

Was empfehlen Sie Mitarbeitenden?

Machold

Nutzen Sie das 9-Euro-Ticket, um Ihr Mobilitätsverhalten auf dem Weg zur Arbeit, aber auch in Ihrer Freizeit auf den Prüfstand zu stellen und neue Möglichkeiten auszuprobieren. Bei Strecken von bis zu zehn Kilometern sind Sie mit öffentlichen Verkehrsmitteln in den meisten Fällen genauso schnell am Ziel wie mit dem Auto und haben nebenbei Zeit, ein wenig abzuschalten, etwas zu lesen oder Musik zu hören. Zusätzlich schonen Sie dabei das Klima und leisten so einen Beitrag zur Bewahrung der Schöpfung.

Redaktion

Wie viel CO2 lässt sich mit den Öffis sparen?

Machold

Enorm viel. Die Zahlen schwanken je nach Rechenmodell. Aber ganz gleich wie Sie rechnen, ist der ÖPNV die bessere Alternative zum Auto. Wenn wir die Zahlen aus unserem Klimaschutzkonzept zugrundelegen, ist die typische Strecke zur Arbeit zehn Kilometer lang und wird allein im PKW zurückgelegt. Dabei werden 2,15 kg CO2 ausgestoßen, was einem Volumen von etwa 1000 Litern entspricht. Mit dieser Menge könnten Sie 400 Luftballons prallvoll aufblasen! Wenn Sie diese Strecke mit dem ÖPNV zurücklegen, wird für dieselbe Strecke nur etwa 0,55 kg CO2 ausgestoßen, eine Ersparnis von fast 75 Prozent oder 300 Luftballons! Dabei gehen die Berechnungen des Umweltbundesamts von einer Auslastung von nur 19 Prozent bei Bussen und Bahnen aus. Das sind Zahlen vor der Pandemie. Mit den Öffis sind Sie auch deutlich emissionsärmer unterwegs als mit dem Elektroauto. Noch weniger CO2 als bei der Nutzung von Bussen und Bahnen werden nur bei Wegen zu Fuß oder mit dem Fahrrad ausgestoßen.

Das 9-Euro-Ticket

  • Das 9-Euro-Ticket gibt es im Rahmen des Entlastungspakets der Bundesregierung
  • 9 Euro für 1 Monat (Juni, Juli, August) deutschlandweit im Nahverkehr (2. Klasse)
  • Als Handyticket, am Automaten, im Kundencenter und Onlineshop
  • Wermutstropfen: Die Fahrradmitnahme ist nicht inkludiert

Zum Nachrechnen

Die Musterrechnung von Christian Machold können Sie mit den Angaben des Umweltbundesamtes auf der Seite https://www.umweltbundesamt.de/bild/vergleich-der-durchschnittlichen-emissionen-0 überprüfen. Auch lassen sich mit den Angaben die Treibhausgasemmissionen für Ihre individuelle Strecke zur Arbeitsstelle ermitteln.

(Hinweis: Das Umweltbundesamt geht bei den Berechnungen davon aus, dass ein PKW mit durchschnittlich 1,4 Personen besetzt ist. Auf diese Weise kommt das Umweltbundesamt beim PKW auf einen Ausstoß von 154 Gramm CO2 pro Personenkilometer. Bei der Aufstellung des Kimaschutzkonzepts für das Erzbistums Paderborn wurde jedoch ermittelt, dass Mitarbeitende die Fahrten zur Arbeit größtenteils allein zurückgelegen. Demnach ist beim PKW ein Ausstoß von 215 Gramm CO2 pro Personenkilometer zu veranschlagen.)

Einen weiteren guten CO2-Rechner finden Sie unter https://www.quarks.de/umwelt/klimawandel/co2-rechner-fuer-auto-flugzeug-und-co/

 
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