Die Agenda des Abends ist gerade vorgestellt, da gehen schon die ersten Hände der Teilnehmenden nach oben. Wie soll ein Kirchenvorstand künftig Verantwortung für einen ganzen Seelsorgeraum übernehmen? Was kann weiterhin vor Ort entschieden werden? Wie werden die Fusionsausschüsse zusammengesetzt? Und was passiert mit dem Vermögen der heutigen Kirchengemeinden?
Solche Fragen gehören zum Konzept der Themenforen im Bistumsprozess „Glauben. Gemeinsam. Gestalten.“ Bis Mitte November finden sie an verschiedenen Orten im Erzbistum Paderborn sowie digital statt. Rund einhundert Hauptberufliche und Ehrenamtliche kamen zum Auftakt in Schmallenberg zusammen. Nach der Begrüßung durch Ludger Büngener, Teilprojektleiter „Fusion von Kirchengemeinden“, stimmte Volker Birke von „Labor E“ und Projektleiter für die pastoral-inhaltliche Ausrichtung der Seelsorgeräume die Teilnehmenden mit einem geistlichen Impuls auf den Abend ein. Unter dem Bild von der „Zeit der ersten Trauben“ lud er sie ein, zu Kundschafterinnen und Kundschaftern zu werden und zu prüfen, ob das, was im Bistumsprozess derzeit entwickelt wird, für die Kirche vor Ort trägt.
Anschließend konnten die Teilnehmenden in zwei Workshoprunden aus acht aktuellen Themen aus der Arbeit der Teilprojekte wählen. Sie reichten von Fusionen und verlässlichen Orten über Liturgie, Jugendpastoral und Katechese bis zu Engagementförderung, neuen Formen der Glaubenskommunikation und kooperativer Leitung. Vorgestellt wurden aktuelle Arbeitsstände aus Pastoral- und Verwaltungstransformation, die mit den Teilnehmenden diskutiert und an den Erfahrungen aus der Praxis gespiegelt werden sollten.
Im Workshop „Orte der Nähe in einem Raum der Weite“ gab es Gesprächsbedarf. Es ging um die geplanten Fusionen von Kirchengemeinden und die künftigen Substrukturen in den Seelsorgeräumen. Vorgestellt wurden Arbeitsstände dazu, wie Verantwortung künftig auf unterschiedlichen Ebenen wahrgenommen werden könnte. Während der Kirchenvorstand des Seelsorgeraums strategische Aufgaben übernehmen soll, sollen Entscheidungen über Mandate, Ausschüsse und eigene Budgets auch weiterhin vor Ort möglich sein. Doch wie kann das in der Praxis funktionieren? Genau darüber wurde intensiv diskutiert. Teilnehmende fragten nach der Arbeitsbelastung der künftigen Kirchenvorstände, nach der Rolle der heutigen Kirchenvorstandsmitglieder und danach, wie viel Entscheidungsspielraum tatsächlich vor Ort bleibe. Ein Kirchenvorstand könne unmöglich einfach die Arbeit vieler heutiger Gremien auf größerer Ebene übernehmen, lautete eine Sorge aus dem Raum. Auch vonseiten der Projektverantwortlichen war klar: Würde lediglich die bisherige Struktur auf einen größeren Raum übertragen, könne das nicht funktionieren. Rechtliche Orientierung gab zusätzlich Dr. Marcus Baumann-Gretza, Leiter des Bereichs Recht im Erzbischöflichen Generalvikariat.
Dr. Christian Föller, Projektleiter für den Projektstrang „Verantwortung im Seelsorgeraum“ sagte: „Für uns ist es enorm wichtig, aus der Fläche Rückmeldung zu bekommen.“ Die Resonanzen aus Schmallenberg würden nun in die weitere Arbeit einfließen.