Eine Zeit zum Ankern
„Bei aller Veränderung, bei aller Beanspruchung braucht es eine Zeit, in der wir uns dessen vergewissern, was uns Halt gibt“, sagt Florian Jansen, Referent für Lokale Kirchenentwicklung aus dem Bereich Pastorale Dienste.
Die Idee für die Tage ist aus den Erfahrungen der vergangenen Monate entstanden. Rückmeldungen aus den Regionalkonferenzen haben gezeigt, dass die Veränderungen im Erzbistum bei Menschen auch Verlustängste und Trauer auslösen und Kraft kosten. Gleichzeitig übernehmen Leitungsverantwortliche neue Aufgaben oder geben bisherige Verantwortung ab. „Was braucht es in dieser Zeit? Was könnte hilfreich sein, diese Zeit auszuhalten und gut zu gehen?“, beschreibt Florian Jansen die Frage, die am Anfang der Überlegungen stand.
Die Antwort darauf soll keine weitere Methode für den Transformationsprozess sein. Unter der Überschrift „Mit Gott rechnen?! Veränderung als Wagnis“ geht es um Innehalten, geistliche Vertiefung und gemeinsames Lernen. Darum, sich innerlich auszurichten und Gott auch in den Veränderungen Raum zu geben.
Nicht übertragen, sondern voneinander lernen
Dass die Impulse dafür von den Philippinen kommen, hat eine längere Vorgeschichte. Die Verbindung zwischen dem Erzbistum Paderborn und Bukal ng Tipan besteht seit vielen Jahren. 2013 reiste eine erste Gruppe aus Paderborn auf die Philippinen. Von 2015 bis 2017 begleitete das Institut Modellprojekte zur Lokalen Kirchenentwicklung in acht Pastoralen Räumen.
„You Germans, you have to find the German face of Jesus“, habe Estela Padilla bereits bei einem der ersten Workshops gesagt, erinnert sich Gaby Vicens. Für sie beschreibt dieser Satz bis heute, was die Zusammenarbeit prägt. Erfahrungen von den Philippinen sollen nicht einfach übertragen werden. Entscheidend ist, herauszufinden, was davon in der eigenen Kultur trägt.
Heute begleitet Bukal ng Tipan Diözesen in unterschiedlichen Teilen der Welt auf dem Weg zu einer partizipativen und synodalen Kirche. Estela Padilla ist Mitgründerin des Instituts und bringt mehr als 40 Jahre pastorale Erfahrung mit.
Synodalität versteht Estela Padilla vielmehr als geistlichen Weg. Es geht darum, einander zuzuhören, unterschiedliche Erfahrungen einzubeziehen und gemeinsam nach Entscheidungen zu suchen. Besonders interessiert sie deshalb, was derzeit in Deutschland entsteht. Weniger Priester und neue Formen geteilter Leitung betrachtet Estela Padilla nicht allein als Reaktion auf knapper werdende Ressourcen. Sie können für sie auch Teil eines Übergangs sein.
Was Estela Padilla in Paderborn erlebt, macht ihr Hoffnung. Sie spricht von der Offenheit der Leitungsverantwortlichen, von ihrem Interesse an der gemeinsamen Mission und von ihrem Wunsch, Kirche unter veränderten Bedingungen weiterzuentwickeln.