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© Besim Mazhiqi
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Mentoring eröffnet neue Perspektiven und macht Führung sichtbar

Wie entsteht gute Führung? Die beiden Mentoring-Tandems des aktuellen Jahrgangs von „Kirche im Mentoring – Frauen steigen auf“ geben persönliche Einblicke und zeigen, wie Mentoring Entwicklung fördert und neue Perspektiven eröffnet.

Was braucht gute Führung? Die Erfahrungen der beiden aktuellen Mentoring-Tandems aus dem Programm „Kirche im Mentoring – Frauen steigen auf“ zeigen, wie persönliche Entwicklung, gegenseitiges Lernen und starke Netzwerke Frauen auf ihrem Weg in Leitungsverantwortung stärken – und warum davon die gesamte Organisation profitiert.

Zehn Monate lang haben sich zwei Mentoring-Tandems im Erzbistum Paderborn intensiv ausgetauscht, voneinander gelernt und neue Perspektiven gewonnen. Im Mittelpunkt des Programms „Kirche im Mentoring – Frauen steigen auf“ des Hildegardis-Vereins stehen dabei nicht nur die Vorbereitung auf Führungsaufgaben und der Ausbau von Netzwerken. Ebenso wichtig sind persönliche Entwicklung, Reflexion und der Blick über den eigenen Arbeitsbereich hinaus.

Die Erfahrungen der beiden Tandems zeigen, wie unterschiedlich Mentoring wirken kann. Während Susanne Föller zusammen mit ihrem Mentor Daniel Schröter ihr Führungsverhalten bewusst weiterentwickelt und regelmäßige Reflexionsräume geschaffen hat, beschreibt Marietheres Janoschka ihre Mentorin Astrid Fichtner-Wienhues als „Türöffnerin“, die ihr neue Kontakte und Perspektiven eröffnet. Gleichzeitig machen auch die Mentorin und der Mentor deutlich: Mentoring ist keine Einbahnstraße. Beide nehmen neue Impulse für ihre eigene Arbeit und ihr Führungsverständnis mit.

Unterschiedliche Arbeitswelten, gemeinsames Lernen

Susanne Föller, Leiterin Team Weltkirche, und Daniel Schröter, Abteilungsleitung Kirchengemeindliche Immobilien, kommen aus ganz unterschiedlichen Arbeitswelten. Gerade diese Unterschiedlichkeit machte ihren Austausch besonders wertvoll.

Sie tragen bereits Führungsverantwortung. Was hat Sie dennoch dazu bewogen, sich für das Mentoring-Programm zu bewerben?

Susanne Föller: Bereits während meiner vorherigen Tätigkeit als Caritas-Koordinatorin in Hamm wuchs in mir der Wunsch, mich intensiver mit Leitungs- und Führungsaufgaben auseinanderzusetzen. Deshalb habe ich berufsbegleitend Sozialmanagement studiert. Seit 2021 leite ich das Team Weltkirche im Generalvikariat. Im Arbeitsalltag fehlten mir jedoch regelmäßige Zeiten, um mein Führungsverhalten bewusst zu reflektieren. Das Mentoringprogramm hat dazu beigetragen, mir diese Momente – gerade im Austausch mit meinem Mentor – gezielt einzuplanen. Der Wunsch nach fundiertem Feedback und persönlicher Weiterentwicklung stand deshalb bei meiner Bewerbung im Mittelpunkt.

Auf den ersten Blick kommen Sie aus sehr unterschiedlichen Arbeitswelten. Wie haben Sie als Tandem zueinandergefunden?

Susanne Föller: Aus meiner Sicht hatten wir von Anfang an eine vertrauensvolle Gesprächsebene. Uns verbindet die Leidenschaft für das, was wir tun – bei Daniel Schröter die Architektur, bei mir der Einsatz für globale Gerechtigkeit. Durch unsere unterschiedlichen Bereiche konnten wir unsere Perspektiven auf das Generalvikariat gut ergänzen. Ich durfte an Abteilungsmeetings teilnehmen, Daniel hat mich bei einer größeren Veranstaltung begleitet und mir wertvolles Feedback gegeben.

Daniel Schröter: Gerade diese Breite an Arbeitsbereichen und Aufgaben macht für mich das Generalvikariat unglaublich spannend. Ich halte es für sehr wertvoll, wenn wir uns interdisziplinär austauschen und verschiedene Themen miteinander verknüpfen. So nehme ich von Susanne Föller spannende Impulse für meine Arbeit mit und bewege mich bewusst aus meiner täglichen Themenwelt heraus.

Was hat Sie motiviert, sich als Mentor in diesem Programm zu engagieren?

Daniel Schröter: Mir ist es wichtig, dass Frauen in der Kirche nicht nur mehr Sichtbarkeit erhalten, sondern auch Führungsaufgaben übernehmen und Strukturen mitgestalten. Das Programm bietet dafür einen guten Rahmen, um Erfahrungen auszutauschen, Netzwerke zu erweitern und Kompetenzen weiterzuentwickeln.

Welche Perspektive aus dem Arbeitsbereich Ihres Gegenübers hat Sie besonders überrascht oder bereichert?

Susanne Föller: Ich habe sehr von Daniel Schröters Erfahrungswissen rund um das Generalvikariat profitiert. Er hat mich mit Kolleginnen und Kollegen vernetzt, deren Expertise ich für mein Mentoring-Projekt nutzen konnte. Dadurch bin ich auch in Bereichen des Generalvikariats mit meinen Themen sichtbar geworden, mit denen ich zuvor kaum Berührungspunkte hatte.

Welche Stärke oder Fähigkeit nehmen Sie heute bewusster wahr als noch vor Beginn des Programms?

Susanne Föller: Das Mentoringprogramm hat mich sehr darin bestärkt, wie ich arbeite und wie ich führe. Dadurch kann ich heute noch überzeugender für meine Anliegen eintreten und eine kritisch-loyale Mitarbeiterin sein.

Was nehmen Sie persönlich aus der Zusammenarbeit mit Susanne Föller mit?

Daniel Schröter: Mir war ein Austausch auf Augenhöhe wichtig, der uns beiden neue Perspektiven eröffnet und gemeinsames Lernen ermöglicht. Dieser intensive Austausch hat mich sowohl thematisch als auch methodisch bereichert.

Netzwerke schaffen, Potenziale entfalten

Für Marietheres Janoschka, Projektkoordinatorin Arbeitsschutz mit System (AMS), und ihre Mentorin Astrid Fichtner-Wienhues, Pädagogische Gesamtleitung der kefb-Regionen, standen insbesondere persönliche Entwicklung, Reflexion und Vernetzung im Mittelpunkt.

Sie sind nun im zehnten Monat Ihres Mentoring-Tandems. Was war bisher Ihr gemeinsames Highlight auf dieser Reise?

Marietheres Janoschka: Es gab viele kleine Highlights. Besonders wertvoll ist für mich, dass meine Mentorin selbst einmal Mentee in diesem Programm war und ich von ihren Erfahrungen profitieren kann. Unsere Gespräche sind geprägt von einer angenehmen Mischung aus Humor und ernsthaften Themen. Besonders hilfreich war außerdem die Hospitation in ihrem Führungsalltag. Der anschließende Austausch und ihr Feedback haben mich in meinem beruflichen Handeln bestärkt. Gleichzeitig eröffnet mir die Vernetzung mit anderen Arbeitsbereichen neue Perspektiven.

Was hat Sie motiviert, eine Mentee auf ihrem Weg zu begleiten?

Astrid Fichtner-Wienhues: Ich selbst war Mentee in diesem Programm und habe erlebt, wie positiv es meine persönliche Entwicklung beeinflusst hat. Meine Mentorin, Annemarie Ostermann-Fette, hat mir damals wertvolle Einblicke in ihren Führungsalltag gegeben. Diese Erfahrung möchte ich gerne weitergeben und andere Frauen ermutigen, sich Führungsverantwortung zuzutrauen.

Gab es einen Moment, in dem Sie gemerkt haben: „Genau dafür lohnt sich dieses Mentoringprogramm“?

Marietheres Janoschka: Besonders wertvoll ist für mich die bewusste Zeit zur Reflexion, die im Arbeitsalltag oft zu kurz kommt. Außerdem empfinde ich den Austausch mit den anderen Mentees als große Bereicherung. Die Gespräche haben mich in meinem Handeln bestätigt und gleichzeitig neue Impulse gegeben.

Welche Erfahrungen aus Ihrer eigenen Laufbahn möchten Sie besonders gerne weitergeben?

Astrid Fichtner-Wienhues: Es ist enorm wichtig, Menschen zu begegnen, die einen fördern und entwickeln wollen. Das ist nicht selbstverständlich. Es zeigt Größe, auch zuzulassen, dass sich Mitarbeitende an einem vorbeientwickeln können. Ebenso wichtig sind tragfähige Netzwerke und die Bereitschaft, sich selbst immer wieder zu reflektieren und weiterzulernen.

Wie profitieren Sie voneinander – vielleicht auch in Bereichen, die Sie zu Beginn gar nicht erwartet hatten?

Marietheres Janoschka: Meine Mentorin ist für mich gewissermaßen eine „Türöffnerin“. Durch ihr Netzwerk lerne ich Menschen und Arbeitsbereiche kennen, die für meine Arbeit im Erzbistum wichtig sind.

Astrid Fichtner-Wienhues: Marietheres regt mich mit ihren Fragen immer wieder dazu an, mein eigenes Führungsverständnis zu reflektieren. Gleichzeitig lerne ich durch sie einen anderen Arbeitsbereich des Generalvikariats besser kennen und erweitere mein eigenes Netzwerk. Darüber hinaus bringt sie von den Veranstaltungen des Hildegardis Vereins aktuelle Themen und Impulse mit, die dort gemeinsam erarbeitet werden. Mein eigenes Mentoring liegt inzwischen acht Jahre zurück – seitdem hat sich das Programm kontinuierlich weiterentwickelt. Auch davon profitiere ich im gemeinsamen Austausch.

Welche Empfehlung würden Sie Kolleginnen oder Führungskräften geben, die über eine Teilnahme nachdenken?

Marietheres Janoschka: Für mich war die Teilnahme am Mentoringprogramm eine große Bereicherung. Ich stelle mich gerne neuen Herausforderungen und möchte mich kontinuierlich weiterentwickeln – sowohl für mich selbst als auch, um neue Perspektiven für andere zu eröffnen. Besonders wichtig ist für mich das Thema Netzwerken. Nur so werden Menschen und ihre Arbeit sichtbar, lernen voneinander und können sich gegenseitig unterstützen. Wir Frauen dürfen uns zeigen und füreinander starkmachen. Ich bin überzeugt, dass die Kirche starke Frauen in Verantwortung braucht. Das Mentoringprogramm bietet die Chance, persönlich zu wachsen, das eigene Netzwerk auszubauen und sich auf künftige Führungsaufgaben vorzubereiten.

Eine zukunftsfähige Organisation lebt von Menschen, die bereit sind, sich weiterzuentwickeln, Verantwortung für Themen und Menschen bewusst zu gestalten und voneinander zu lernen

Stefanie Berns

Stefanie Berns, Leiterin der Personalentwicklung im Erzbischöflichen Generalvikariat, freut sich über die Entwicklung der beiden Tandems und richtet den Blick zugleich auf die Frage, was gute Führung für die Zukunft des Erzbistums bedeutet:

„Eine zukunftsfähige Organisation lebt von Menschen, die bereit sind, sich weiterzuentwickeln, Verantwortung für Themen und Menschen bewusst zu gestalten und voneinander zu lernen. Genau diese Haltung haben die beiden Tandems in den vergangenen Monaten eindrucksvoll gelebt. Es freut mich sehr zu sehen, wie sich die Mentees persönlich und fachlich weiterentwickelt haben – und gleichzeitig auch die Mentorinnen und Mentoren neue Impulse aus dem gemeinsamen Austausch mitnehmen konnten.

Für uns als Erzbistum ist es wichtig, diese Kultur sichtbar und erlebbar zu machen. Frauen auf ihrem Weg in Leitungsverantwortung zu begleiten, ihre Stärken sichtbar zu machen und sie zu ermutigen, Verantwortung zu übernehmen – das sind die Ziele des Mentoringprogramms.

Die Reflexion darüber, was gute Führung für mich als Führungskraft und für unsere Organisation bedeutet, ist eine wichtige Zukunftsaufgabe. Ebenso beschäftigt uns die Frage, wie sich gute Führung individuell gestalten lässt und welche Voraussetzungen wir als Organisation dafür schaffen müssen. Diesen Fragen wollen wir uns künftig in einem gemeinsamen Austauschformat widmen.

Die Erfahrungen dieses Jahrgangs zeigen, wie wertvoll dieser gemeinsame Lernprozess für alle Beteiligten sein kann und wie dabei ein Gespür für gute Führung entsteht.“

Ein Beitrag von:
© Besim Mazhiqi / Erzbistum Paderborn
Redakteurin interne Kommunikation

Nadja Ikonomopoulos

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