Alina Sivaraj stellte das Modell des zukünftigen Leitungstrios aus Pfarrer, Verwaltungsleiter und pastoraler Koordination vor, welches gerade in einem der Teilprojekte erarbeitet wird. Kriterien sind, der Vielfalt vor Ort gerecht zu werden, Machtmissbrauch und Überlastung Einzelner zu verhindern und das geltende Kirchenrecht zu berücksichtigen. Für die Ausgestaltung sollen die Pastoralteams intensiv eingebunden werden. „Leiten als geistliche Kultur“ gilt als Grundlage für die Stellenbeschreibungen und Anforderungsprofile der Leitungen in den Seelsorgeräumen.
Das Bewerbungs- oder Besetzungsverfahren ist ebenfalls Teil des Projektes. Verschiedenen Auswahlkriterien und Verfahren werden gerade entwickelt und beraten. Außerdem auf der Agenda: Wie sieht der Übergang von der alten in die neue Welt der Seelsorgeräume aus? Ausgearbeitet wird auch wer mit wem die Mitarbeitergespräche führt. Auch die Leitung und die Übernahme von Verantwortung im Seelsorgeraum wird gerade entwickelt.
Alle Ergebnisse aus dem Teilprojekt werden in den diözesanen Gremien beraten. Offizieller Startschuss für dieses Teilprojekt ist zwar erst Ende Oktober 2025, doch war es den Verantwortlichen um Domvikar Dr. Rainer Hohmann, stellv. Bereichsleiter Pastorales Personal, und Alina Siveraj wichtig, den Diözesan-Priestertag zu nutzen, um die ersten Ideenskizzen zu teilen und das Feedback der Priester einzuholen.
Die Priester gaben Input für die weitere Ausgestaltung der Leitungsmodelle. Besonders kritisch wurde die Frage nach Augenhöhe in den Leitungsteams gesehen. Wie kann diese tatsächlich gelebt werden, wenn letztendlich gemäß kanonischem Recht der Pfarrer in der Verantwortung steht.
Insgesamt zeigte sich zu einigen Ideen zu den Leitungsmodellen ein sehr gemischtes bis ablehnendes Stimmungsbild. Hier gibt es noch viel Entwicklungsbedarf in der Ausgestaltung der Führungsstrukturen.
Ein entsprechendes auf den Bistumsprozess abgestimmtes Entwicklungs- und Qualifizierungsprogramm wird im aktuellen Fortbildungskalender für Priester angeboten. Dr. Rainer Hohmann legte es den Teilnehmenden sehr ans Herz.
Engagement fördern
Julia Fisching-Wirth aus dem Bereich Pastorales Personal informierte über die zukünftigen multiprofessionellen Pastoralteams und die Engagementförderung. Beides wird in einem weiteren Teilprojekt der Pastoraltransformation bearbeitet. Laien und Kleriker sollen als Team in unterschiedlichen Funktionen und Spezialisierungen eingesetzt werden.
Neu ist das Feld der Engagementförderung zur Stärkung des Ehrenamts. Es geht um die Einführung von ensprechenden Personalstellen und die damit zusammen hängenden Fragen nach Profilerarbeitung, Ausbildung und Qualifizierung, Begleitung, Erprobung und Weiterentwicklung. Das Erzbistum stellt dafür zusätzliche finanzielle Ressourcen zur Verfügung.. Pro Seelsorgeraum soll eine volle Stelle für Engagementförderung geschaffen werden. Sowohl Laien mit Seelsorgeausbildung, aber auch Menschen aus ganz anderen Berufsgruppen können sich bewerben, wenn sie dem Anforderungsprofil entsprechen. Verantwortlich für dieses Thema ist Konstanze Böhm-Kotthoff vom Team Engagementförderung. Zehn bis zwölf Stellen sollen bereits im März 2026 mit Verkündigung der Seelsorgeräume ausgeschrieben werden, damit diese dann gemeinsam in einen Qualifizierungs- und Lernprozess starten können.
Kleriker und Laien bilden das Pastoralteam
Am Mittag warfen die Priester einen genaueren Blick auf die zukünftige Ausgestaltung der multiprofessionellen Pastoralteams. Diese bestehen aus Gemeindereferentinnen und -referenten, Pastoralreferentinnen und -referenten, Diakonen, mindestens zwei Priestern, weiteren Pastoralen Mitarbeitenden, einem Engagementförderer, der Verwaltungsleitung und Kirchenmusikerinnen und-musikern.
Auch dieses Teammodell wurde lebhaft diskutiert. Etwa die Hälfte der Priester bewertete das vorgestellte Modell positiv, die andere Hälfte neutral, es gab drei ablehnende Haltungen.
Seinen Platz finden: Befragungen zur Selbstauskunft geplant
Domvikar Dr. Hohmann skizzierte den zukünftigen Personaleinsatzplan innerhalb des Seelsorgeraumes. Zugrunde liegen der Auftrag von Kirche, die Bedarfe im Seelsorgeraum und die Profile der Seelsorgenden. Innerhalb dieses Dreiecks gelte es Passungen zu finden. Dazu ist eine Selbstaussage jedes einzelnen Priesters geplant. Bis Ende Februar 2026 werden alle Seelsorgerinnen und Seelsorger zu einer ausführlichen Befragung auf der internen Kommunikationsplattform wir.desk eingeladen, in der sie selber Auskünfte zu ihren Aufgaben, Kompetenzen, Unterstützungsbedarfen und möglichen Einsatzorte nach Postleitzahl geben können. Auch Einsatzwünsche in der Kategorialseelsorge wie Tourismus, Krankenhaus etc. können geäußert werden. In einem weiteren anonymen Abschnitt dürfen Vorschläge für geeignete Kandidaten als Leiter eines Seelsorgeraumes gemacht werden.
Die MAVen der pastoralenMitarbeitenden, Priesterrat und Diakonrat sind informiert und in das Verfahren eingebunden. Die Datensätze werden anonymisiert aufbereitet und inhaltlich ausgewertet und kommuniziert. Insgesamt werden mehrere hundert Kleriker und Laien befragt. Die Daten dienen der gezielten Vorbereitung von Personalgesprächen und der Erarbeitung der Personaleinsatzpläne.
Ab Januar 2027 erfolgen dann erste Besetzungen der Leitungstrios und Seelsorgeteams in den neuen Seelsorgeräumen. Sukzessive bis 2030 werden dann die weiteren Teams eingesetzt.
Orientierung und Hilfe für Pastorales Personal bei der Entscheidungsfindung
Ab Oktober 2025 ist eine persönliche Vorbereitungszeit für das Seelsorgepersonal vorgesehen, die vom Team der Diözesanstelle Berufungspersonal mit Angeboten begleitet wird. Zu einer eintägigen Orientierungszeit in Form eines geistigen Tages kann man sich bereits jetzt anmelden. Geplant ist zudem ein Podcast in Form einer selbstgeführten geistlichen Einkehr, der dem Pastoralen Personal demnächst direkt zugestellt wird.
Die Selbstauskunft im Januar oder Februar ist freiwillig, allerdings stellt sie auch eine Dokumentation der eigenen Interessen und Vorlieben sicher. Sie dient als Grundlage für weitere Personalgespräche. Insgesamt stimmten 75 Prozent der Priester dem Vorgehen zur Selbstauskunft zu.