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© siam.pukkato / Shutterstock.com
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Frauenperspektiven in Kirche und Gesellschaft im Blick

Kompetenzeinheit Frauen tauscht sich mit Erzbischof Dr. Bentz und den Generalvikaren über Verantwortung, Teilhabe und aktuelle Herausforderungen aus

Themen, die Frauen in Kirche und Gesellschaft aktuell beschäftigen, standen im Mittelpunkt eines Austauschs zwischen Vertreterinnen der Kompetenzeinheit (KE) Frauen und der Bistumsleitung. Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz sowie die Generalvikare Dr. Michael Bredeck und Thomas Dornseifer diskutierten mit den Teilnehmerinnen über aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen, weltkirchliche Impulse und die Chancen, die sich für Frauen im Zuge der Neuaufstellung der Seelsorgeräume ergeben.

Besetzung der Leitungstrios als Schwerpunkt

Ein Schwerpunktthema des jährlich stattfindenden Treffens war die Besetzung der künftigen Leitungstrios in den Seelsorgeräumen. Besonders diskutierten die Beteiligten die Rolle der pastoralen Koordination. Erzbischof Bentz betonte, dass er diese Aufgabe bei Personen mit theologischer Kompetenz sieht, da die nicht-sakramentalen Aufgaben des leitenden Pfarrers möglichst umfassend auf sie delegiert werden sollen. Zugleich sprach sich der Erzbischof dafür aus, alle Leitungstrios geschlechtersensibel in den Blick zu nehmen: „Wenn wir am Ende das Gesamtbild aller Leitungsteams betrachten, sollen Frauen darin in einem ausgewogenen Maß repräsentiert sein und nicht nur einzelne Ausnahmen bilden“, sagte er.

In diesem Zusammenhang griffen die Vertreterinnen der Kompetenzeinheit auch weltkirchliche Entwicklungen auf. Stefanie Matulla, Bildungsreferentin der kefb Dortmund, verwies auf eine Studie aus dem Kontext des Weltkirchlichen Synodalen Prozesses. Darin werde die „Frauenfrage“ als ein Zeichen der Zeit beschrieben, durch das der Heilige Geist spreche. Für die Diözesen könne dies Anlass sein, darüber nachzudenken, welche konkreten Konsequenzen sich daraus für die kirchliche Praxis vor Ort ergeben.

Gesellschaftliche Entwicklungen im Fokus

Auch aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen waren Thema des Gesprächs. Kathrin Waldhoff und Isabel Deimeke vom Diözesan-Caritasverband wiesen auf Herausforderungen hin, die insbesondere Frauen betreffen. Durch die geplanten Reformen im Pflege- und Gesundheitsbereich sei mit einer zunehmenden Belastung durch Care-Arbeit und damit verbunden mit einem höheren Risiko von Altersarmut zu rechnen. Zudem seien antifeministische Tendenzen zunehmend auch in der Mitte der Gesellschaft wahrnehmbar. Einigkeit bestand darüber, dass Kirche solche Entwicklungen aufmerksam wahrnehmen und sich für die Würde, Teilhabe und Gleichberechtigung aller Menschen einsetzen müsse.

Rückblick auf die Frauenfachkonferenz

Darüber hinaus blickten die Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner auf die Frauenfachkonferenz 2026 zurück, die im Februar rund 150 Teilnehmerinnen nach Dortmund geführt hatte. Marie-Simone Scholz, Referentin für Innovative Frauenpastoral, hob die gewachsene Vielfalt der Teilnehmenden positiv hervor. Gleichzeitig bleibe die Frage, wie Frauen mit Migrationsgeschichte und aus Gemeinden anderer Muttersprache noch besser erreicht und beteiligt werden können. Erzbischof Bentz unterstrich die Bedeutung dieses Anliegens: „Wir haben noch zu wenig auf dem Schirm, dass 20 Prozent unserer Katholikinnen und Katholiken einen migrantischen Hintergrund haben. Insofern: Verfolgen Sie das unbedingt weiter.“

Info: Kompetenzeinheit Frauen

Die Kompetenzeinheit Frauen besteht aus Mitarbeiterinnen verschiedener Bereiche des Erzbischöflichen Generalvikariates und des Diözesan-Caritasverbandes. Sie wurde 2019 im Anschluss an die erste Frauenkonferenz im Erzbistum Paderborn eingerichtet. In Kompetenzeinheiten arbeiten Fachleute aus unterschiedlichen Bereichen an strategischen Fragestellungen zusammen. Ziel dieser Netzwerkstruktur ist es, Herausforderungen frühzeitig wahrzunehmen, Perspektiven zusammenzuführen und Entwicklungschancen für das Erzbistum zu erschließen.

Ein Beitrag von:
© Besim Mazhiqi/Erzbistum Paderborn
Redaktion

Dr. Claudia Nieser

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