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Impulstext – 4. Evangelium

Manchmal scheint es so, als ob alle Türen zugefallen und völlig verschlossen sind. Ein Ausweg ist schlichtweg nicht in Sicht. Jeder kennt und fürchtet diese Situationen.
Beispielsweise wenn eine Partnerschaft oder eine langjährige Freundschaft zerbricht. Wenn in unserem Umfeld jemand schwer erkrankt. Oder auch, wenn man eine Absage für den Traumberuf oder den erhofften Studienplatz erhält.

In solchen Krisen fragen wir uns fast schon instinktiv: Warum ist das so? Warum hat mein Partner mit mir Schuss gemacht? Weshalb kann ich mit meinem besten Freund nicht mehr so unbeschwert quatschen? Wer trägt für all das die Schuld?

Im ersten Moment scheinen uns diese Fragen zu erleichtern. Sie lassen uns nicht als verantwortlich erscheinen und lenken uns auch von der Krise ab. Sie helfen uns auch mit dem Zustand besser umzugehen, indem wir immer mehr darüber erfahren. Diese Fragen sind menschlich und haben auch Bedeutung.

Doch wird die Krise durch die Frage nach dem „Warum?“ wirklich besser? Doch ist das so einfach? Manchmal gibt es schlichtweg keine Ursache, keine personalisierte Gemeinheit, keinen, der mir etwas heimzahlen will, kein böses Universum, das mir sagen will, wie sehr es mich hasst…

Und umso länger ich einen Schuldigen suche, jemanden die Verantwortung zuschiebe und je mehr die Wut, die Enttäuschung und mein Unverständnis über diese Situation steigt, desto mehr verrenne ich mich vielleicht auch. Die Türen scheinen nun auch noch verriegelt zu werden. Manchmal verbrauchen wir für die Frage nach dem „Warum?“ so viel an Energie, dass uns keine Kraft mehr bleibt, um mit der Situation umgehen zu können. Die Frage nach dem „Was nun? Wie komme ich heraus?“  können so nicht beantwortet werden…

Manchmal muss man hierfür die Perspektive ändern und eben nicht das “Warum“ fokussieren, sondern das „Wie?“ oder „Was?“: Wie kann ich mit der Situation umgehen? Was kann mir helfen?
Einfacher gesagt, als getan.

So fühlen sich auch die Jünger in Joh 9,2 sicherer mit der Frage nach dem Warum? und mit der Suche nach dem Schuldigen. Sie wissen nicht, wie sie mit dem Blindgeborenen umgehen sollen. Und sie wissen auch nicht, wie sie ihm helfen können. Also suchen sie nach einem Schuldigen: Die Eltern.

Doch Jesus beendet die Problemfokussierung und wendet seinen Blick auf eine Lösung. So tritt  Jesus gegen die Schuldzuweisungen seiner Jünger ein und offenbart ihnen und uns, dass es nicht immer einen Schuldigen für alle Begebenheiten gibt. Diese Erkenntnis macht die Situation nicht immer erträglicher, aber es lässt die Erfahrung zu, dass es in jeder Krise und auch eine Chance gibt und, dass es immer Möglichkeiten gibt, die Krise zu bewältigen. Jesus schreitet ein, schaut nach vorne und findet eine Lösung: Die Heilung des Blindgeborenen (Joh 9,7).

Ganz klar, wir können nicht mal so jemanden heilen oder ein Wunder vollbringen. Aber auch wir können unseren Blick nach vorne richten, in die Zukunft hinein. Und auch wir können Möglichkeiten finden und umsetzen, um die Situationen wenigstens erträglicher zu gestalten. Vielleicht erkenne ich auch, dass auch ich Fehler gemacht habe und werde diese in der nächsten Partnerschaft nicht nochmal begehen. Vielleicht finde ich ein neues gemeinsames Hobby für mich und meinen besten Freund. Und vielleicht finde ich jemanden mit dem ich über meine Sorgen und Ängste sprechen kann.

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