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Impulstext – 5. Evangelium

„Es ist nicht deine Schuld,
wenn die Welt ist,
wie sie ist,
es ist nur deine Schule,
wenn sie so bleibt!“

Eine bekannte Liedzeile der Band „Die Ärzte“ bringt es auf den Punkt: Es ist Zeit einzugreifen, einzutreten für das, was uns wichtig ist. Die Welt scheint den Bach runter zugehen. Überall hören wir von den Prognosen, von all den Katastrophen und von der großen Schule der Menschheit. Immer wieder wird in den Nachricht thematisiert, dass die Welt zusammenbrechen wird, wenn wir nicht etwas ändern – und zwar jetzt. Aber kann ich wirklich etwas ändern? Kann ich mit meinem Verhalten dazu beitragen oder ist dieser Gedanke nicht viel zu groß für mich? Was kann ich alleine schon tun, damit sich etwas ändert?

Ein riesiger Auftrag und auch Anspruch an mich selber. Aber ist nicht genau das meine persönliche und christliche Verantwortung? Nicht wegzuschauen, wo Unrecht geschicht, sondern hinzuschauen und viel mehr noch – einzutreten, mich berühren und ergreifen lassen. Klar, das heißt auch, nicht immer den einfachen Weg zu wählen, der für mich am bequemsten ist. Aber sobald ich daran glaube, dass ich durch mein Handeln einen Unterschied bewirken kann – und sei es noch so klein und banal in den Augen anderer, kann ich etwas ändern.

Ab wann greifen wir also ein, in so einer Krise? Ab wann nehme ich die Lage ernst und erkenne, dass auch ich angesprochen bin etwas zu tun – und zwar mehr, als nur aus Entfernung zuzusehen und zu urteilen. Wann genau rückt mir eine Notlage oder eine Krise eigentlich so nah, dass ich etwas tue und aktiv werde, weil es mich innerlich so bewegt und an mir zerrt?

Eine ähnliche Erfahrung hat auch Jesus gemacht. Er war innerlich so zerissen und erschüttert, dass er weint. An nur dieser einen Stelle in diesem Evangelium (Joh 11, 35) fängt Jesus an zu weinen. Der sonst so souveräne Mann, der für alles eine Lösung hat, wirkt plötzlich ergriffen – zeigt Gefühle und lässt sich aufrütteln vom Elend, das ihn umgibt. Jesus bleibt nicht stumpf und teilnahmslos –Er übernimmt Verantwortung. Er tritt ein und macht, was er kann um die Situation zu retten. Er entscheidet sich gegen die Ohnmacht, gegen ein „Das-ist-nicht-meine-Schuld-also-bin-ich-auch-nicht-verantwortlich“. Stattdessen stellt er sich seinen Gefühlen, setzt sich mit dem Problem auseinander und handelt: Er erweckt Lazarus!

Schon klar: ich kann niemanden erwecken! Und genauso wenig kann ich von heute auf Morgen die Welt verändern. Aber ich kann anfangen – auch wenn es nur kleine Momente sind:

Momente, in denen mir nicht einfach alles egal ist.

Momente, in denen ich nicht mich in den Vordergrund stelle, sondern meinen Nächsten.

Momente, in denen ich ganz bewusst nicht etwas mache, bloß weil alle anderen das so machen.

Momente, in denen ich mich für andere stark mache.

Momente, ich denen ich den Mut habe, mich gegen die Meinung vieler für das Richtige einzusetzen.

Momente, ich denen ich als Christ handle, für andere, so dass die Welt nicht bleibt, wie sie ist.

Momente, ich denen ich Gefühle zeige und mich ergreifen lassen.

 

Einen Moment kann ich bewerkstelligen. Und wenn aus dem einen Moment immer mehr Momente werden, dann kann ich etwas bewegen. Ich muss nur damit anfangen – heute, und nicht morgen!

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