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Wort-Gottes-Feier in der 1. Fastenwoche 2020

Vorzubereiten: ein größerer Stein und ggf. Kieselsteine (mindestens für jeden TN einen Stein)

 

Lied zur Eröffnung: GL 745 (Herr, du kamst uns zu erlösen)

Kreuzzeichen

Liturgischer Gruß
Unsere Hilfe ist im Namen des Herrn. Der Himmel und Erde erschaffen hat.

Einführung
Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von jedem Wort, das aus Gottes Mund kommt. Dieses Wort Jesu, liebe Schwestern und Brüder, ist uns vertraut. Gottes Wort schenkt Leben, Gottes Wort schafft Leben. Das Wort Gottes soll uns jetzt in dieser Feier, aber auch in den kommenden Wochen auf Ostern hin begleiten.
Stellen wir uns bewusst vor Jesus Christus, das lebendige Wort Gottes, und rufen wir um sein Erbarmen:

 

Kyrie (mit gesungenem Ruf GL 151):

Herr Jesus Christus, dein Wort ist voll Erbarmen und Zuwendung.

Dein Wort offenbart uns die Wahrheit Gottes.

Dein Wort ruft uns zur Umkehr und weist uns den rechten Weg.

 

Eröffnungsgebet (MB 305):

Lasset uns beten:
Gott, unser Vater. Wir sind als deine Gemeinde versammelt und rufen dich an: Öffne unser Ohr, damit wir hören und verstehen, was du uns heute sagen willst. Gib uns ein gläubiges Herz, damit unser Beten dir gefällt und unser Leben vor dir bestehen kann. Darum bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn, unseren Herrn und Gott, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit. Amen.

 

Ruf vor dem Evangelium
V/A     Herr Jesus, dir sei Ruhm und Ehre! (GL 176,3)

V         Nicht nur vom Brot lebt der Mensch, sondern von jedem Wort aus Gottes Mund.

A         Herr Jesus, dir sei Ruhm und Ehre!

 

Evangelium             Mt 4,1-11

Vorgetragen aus dem Lektionar oder aus der Bibel. Das Buch wird anschließend auf den Altar gelegt.

 

Wiederholung des Rufes GL 176,3:

A         Herr Jesus, dir sei Ruhm und Ehre!

 

Gedanken zur Auslegung

Dreimal wird Jesus in Versuchung geführt. Und jedes Mal spiel Stein eine Rolle. Da ist zunächst der Stein, der zu Brot werden soll. Dann die Steine des Tempels, von dem sich Jesus herabstürzen soll. Und schließlich der hohe Berg, zu dessen Füßen die Welt liegt. Von Mal zu Mal wird der Stein und mit ihm die Versuchung größer.

Beim ersten Mal geht es „nur“ um Brot. Wer wollte es Jesus verdenken, dass er nach 40 Tagen hungerte, dass er etwas zum Essen brauchte. Wenn ich in diesen 40 Tagen der Fastenzeit bewusst auf etwas verzichte, dann wächst in mir von Tag zu Tag die Vorfreude auf das Ende des Verzichts, es wächst die Vorfreude auf Ostern. Das ist doch natürlich und auch legitim. Es geht bei dem Stück Brot also sicher nicht darum, dass Jesus nach 40 Tagen weiter fasten soll oder will. Die Versuchung steckt nicht in dem Brot als solchem. Die Versuchung verbirgt sich in der Aufforderung des Teufels an Jesus, sich als Gottes Sohn zu erweisen, indem er den ungenießbaren, harten Stein in weiches, sättigendes Brot wandelt. Ein Stein wie dieser [Stein zeigen]. So soll er seinen Hunger stillen. Oder anders gesagt: Sein Leben vor dem Verhungern retten. Hier klingt schon in ähnlicher Weise eine Versuchung an, die wir in einigen Wochen am Palmsonntag bei der Kreuzigung Jesus hören werden: Wenn du Gottes Sohn bist, rette dich selbst. Jesus soll sich retten und dafür allein auf sich selbst vertrauen, nicht auf Gottes Sorge um und für ihn. Er soll dafür die Dinge dieser Welt – auch dafür steht das Brot – nutzen. Dahinter stehen auch die Aspekte der Befriedigung unserer Bedürfnisse und des Strebens nach immer mehr Besitz. Was ist notwendig in meinem Leben? Was strebe ich darüber hinaus an, vielleicht ohne es wirklich zu brauchen – nur aus Gier und Egoismus?

Bei der zweiten Versuchung geht es nicht um materielle Dinge. „Wenn Du Gottes Sohn bist, so stürz dich vom Tempel hinab“. Engel sollen Jesus tragen, so dass er heil unten ankommt. Wieder kommt in mir eine Assoziation an Palmsonntag auf. Dann wird es heißen: Wenn du Gottes Sohn bist, steig herab vom Kreuz. Stellen wir uns einmal vor, das eine oder andere wäre so geschehen. Die Menschen, die dies gesehen hätten, wären wohl aus dem Staunen nicht mehr herausgekommen. Ein Mensch schwebt, wie von Engeln getragen, vom Tempel herab; ein Angenagelter steigt vom Kreuz herab. Ein solcher Mensch wäre ein Held. Er würde bejubelt, gleichsam auf Händen getragen. Oder vielleicht gleich zum König gemacht.
Wer auf diese Weise den Tempel, also den Wohnsitz Gottes verlässt, verlässt Gott. Und zugleich möchte er Ansehen unter den Menschen gewinnen. Hierin liegt die Versuchung. Niemand anderer soll größer, besser, schöner sein als man selbst. Aber letztlich trügt der Schein, ist er größer als das Sein.

Bei der dritten Versuchung geht es um Macht und Einfluss. „Alle Reiche der Welt mit ihrer Pracht will ich dir geben“, lockt der Teufel. Wer hat als Kind nicht schon einmal geträumt, König oder Königin zu sein und alles bestimmen zu können? Auch wenn es eine solche umfassende Macht auf Erden nicht gibt, so ist unser Leben doch immer auch bestimmt von einem Oben und Unten. Es gibt Menschen, die anderen in bestimmten Lebensbereichen wie etwa dem Beruf etwas zu sagen haben, andere müssen Anweisungen folgen. Manchmal ist Führung notwendig, aber sie kann auch missbraucht werden. Machtmissbrauch – ein Stichwort nicht nur in der Kirche! Wie in einer Steigerung des Negativen findet hier nicht nur eine Abwendung von Gott statt, wie bei der 2. Versuchung, sondern sogar die Hinwendung zum Bösen, die Anbetung des Teufels. Der hohe Berg, der Stein teuflischer Versuchung wird zum Ort der Entscheidung, ob ich mein Leben mit Gott und unter seiner Führung gestalten möchte oder ob ich in egozentrischer Weise und ohne Rücksicht auf andere nur mich selbst sehe: meine Bedürfnisse, mein Ansehen, meinen Einfluss.

Alle diese drei Versuchungen wischt Jesus mit einem kurzen Verweis auf die Heilige Schrift geradezu elegant zur Seite. Nur Gott ist der Herr des Lebens, meines Lebens und des Lebens aller anderen Menschen. Somit kommt ihm allein alle Macht zu, wir aber sollen ihm dienen. Aufmerksam begleitet er unser Leben, aber ohne unsere Freiheit einzuschränken. Somit liegt es an uns, nicht an den Stein der Versuchung zu stoßen oder gar über ihn zu fallen. Dabei hilft Gottes Wort, das wir in der Heiligen Schrift finden. Es ist die geistig-geistliche Nahrung, die unseren Hunger nach überflüssigen Dingen, eitlem Ansehen und ungezügelter Macht bremst und in geordnete Bahnen lenkt. Diese Wochen der Fastenzeit bieten vielleicht eine gute Gelegenheit, mal wieder öfter die Bibel zur Hand zu nehmen, bewusst und aufmerksam darin zu lesen und so unser Leben von Gottes Wort bereichern zu lassen.

Der Stein wird spätestens jetzt vor den Altar gelegt.

 

Stille

 

Lied    GL 450 (wenn möglich als Kanon): Gottes Wort ist wie Licht in der Nacht

 

Verehrung des Wortes Gottes

Wir haben Gottes Wort gehört. Es bereichert unser Leben, gibt uns Halt und weist uns den rechten Weg. Ich lade Sie ein, zum Altar zu kommen, auf dem das Lektionar/die Bibel liegt, und beides, Altar und Buch, zu verehren. Das kann durch eine Verneigung geschehen oder eine Berührung des Buches. Vor dem Altar liegt der Stein, den ich eben gezeigt habe: der Stein der Versuchung. Stoßen Sie sich nicht daran! Aber wenn Sie möchten, können Sie sich einen der kleinen Steine mitnehmen, die ebenfalls dort liegen. Er kann sie in den kommenden Wochen daran erinnern, mit Hilfe von Gottes Wort in den unterschiedlichsten Versuchungen des Lebens standzuhalten.

Während der Verehrung des Wortes Instrumentalmusik.

 

Wechselgebet „Zum Leben befreit“ (Versammelt in Seinem Namen, 160 ff.)

K/A     Lob dir, Christus, König und Erlöser.   (GL 584,9)

 

V1       Herr Jesus Christus, du kennst uns und unsere Sehnsucht nach Liebe.

V2       Du kennst uns und unsere Suche nach Verständnis.

V1       Du kennst uns und unser Sehnen nach Geborgenheit.

V2       Du kennst uns und unseren Hunger nach Anerkennung.

V1       Du kennst uns und unseren Durst nach Leben.

 

K/A     Lob dir, Christus, König und Erlöser.

 

V2       Jesus Christus, du gibst uns Zuflucht und Halt in Angst und Einsamkeit.

V1       Du gibst Zuflucht und Halt in Dunkelheit und Trauer.

V2       Du gibst Zuflucht und Halt in Missachtung und Ablehnung.

V1       Du gibst Zuflucht und Halt in Not und Ratlosigkeit.

V2       Du gibst Zuflucht und Halt in Bedrängnis und Schuld.

 

K/A     Lob dir, Christus, König und Erlöser.

 

V1       Jesus Christus, du schenkst Vergebung und Zukunft und weckst Verständnis füreinander.

V2       Du schenkst Vergebung und Zukunft und nimmst die Angst voreinander.

V1       Du schenkst Vergebung und Zukunft und führst auf Wege zueinander.

V2       Du schenkst Vergebung und Zukunft und lehrst das Hören aufeinander.

V1       Du schenkst Vergebung und Zukunft und befreist zu einem neuen Leben miteinander.

 

K/A     Lob dir, Christus, König und Erlöser.

 

Fürbitten und Vater unser

Fürbittruf: GL 182,2: Du sei bei uns …

 

Gott ist gegenwärtig unter uns in seinem Wort. Er leitet und begleitet uns, unser Leben, unsere Welt. Tragen wir ihm unsere Bitten vor:

  • Für unsere Kirche: um eine beständige Erneuerung aus deinem Wort.
  • Für die Hungernden und Benachteiligten: um eine gerechte Verteilung der Güter dieser Erde.
  • Für die Mächtigen: um einen aufmerksamen Blick auf die Nöte der Menschen.
  • Für uns selbst: um Standhaftigkeit in den Versuchungen des Lebens.
  • Für unsere Verstorbenen: um die Vollendung ihres Lebens in deiner Herrlichkeit.

All unsere Anliegen und Bitten lasst uns zusammenfassen in dem Gebet, das der Herr uns gelehrt hat:

Vater unser …

 

Segensbitte und Entlassung

Der Herr segne uns und behüte uns.
Der Herr lasse sein Angesicht über uns leuchten und sei uns gnädig.
Der Herr wende uns sein Antlitz zu und schenke uns seinen Frieden.

Das gewähre uns der allmächtige Gott, der Vater und der Sohn und der Heilige Geist.

Amen.

Singet Lob und Preis.

Dank sei Gott, dem Herrn.

 

Schlusslied  GL 266, 1+3+5

Bekehre uns vergib die Sünde

 

Rechte: Messbuch 1975/1988, 305 © 2020 staeko.net; Versammelt 2008/2019, 160 ff. © 2020 liturgie.de

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