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Leitung wahrnehmen

Leitung gelingt, wenn niemand die Notbremse ziehen muss

Leitung hat viele Gesichter und Facetten

Unser Zukunftsbild hat eine klare Meinung zum Thema. Auf einen Nenner gebracht: Leitung hat viele Gesichter und Facetten. Es geht um gegenseitiges Vertrauen, um geteilte Verantwortung, um eine aktive Beteiligung. Wir wollen Menschen fördern – und Ertrag sichern. Die Realität ist davon oft noch weit entfernt. Ein Spannungsfeld hält uns besonders in Schach: Die Schwierigkeit zu delegieren und Kontrolle abzugeben, auf der anderen Seite die abnehmende Bereitschaft Verantwortung zu übernehmen.

Gerade in den Pastoralen Räumen begegnet uns ein doppeltes Dilemma. Erstens: Wie gehen wir mit den zunehmend unbesetzten Stellen um? Und zweitens: Wie stellen wir eine kontinuierliche Handlungsfähigkeit sicher – unabhängig vom persönlichen Führungsstil Einzelner? Dafür müssen drei Fragen geklärt sein. Wer darf überhaupt leiten? Wer will leiten? Wer muss leiten? Unser Führungsstil wird sich an einer sehr einfachen Formel ausrichten müssen: Verfügbare Kräfte bündeln und Verantwortung teilen.

Niemanden überfordern oder ausbremsen

Dafür braucht es klare Leitlinien. Wenn jeder macht, was und wie er es will, werden wir dem Auftrag Jesu Christi nicht gerecht, gemeinsam Kirche zu sein. Leitung wahrnehmen, das heißt: jederzeit dafür zu sorgen, dass alles läuft. Dafür muss ich Vieles im Blick haben – und mich auf andere verlassen dürfen. Leitung gelingt dann, wenn „der Zug Kirche“ fährt und niemand die Notbremse ziehen muss.

Selbst besser leiten können und andere besser leiten lassen. Wir müssen lernen beides in Einklang zu bringen. Damit uns zwei Dinge nicht passieren: Niemand soll überfordert sein und niemand soll ausgebremst werden.

Zentrale Aussagen:

  • Leitung hat viele Gesichter und Facetten.
  • Es geht um gegenseitiges Vertrauen, um geteilte Verantwortung, um eine aktive Beteiligung.
  • Leitung gelingt dann, wenn „der Zug Kirche“ fährt und niemand die Notbremse ziehen muss.

Erfahrungen aus dem digitalen Freiraum zum Schlüsselthema

Zum Schlüsselthema “Leitung wahrnehmen” fand am 1. Dezember 2020 ein digitaler Dialograum statt, um das Thema zu vertiefen und weiterzuentwickeln.

Nach den Präsentationen beim Diözesantag 2020 führen die „Freiräume“ als digitales Dialogformat den inhaltlichen Austausch weiter: Mit „Leitung wahrnehmen“ widmete sich der Freiraum gleich einem kirchlichen Dauerbrenner.

„Kräfte bündeln, Verantwortung teilen“ – an dieser Formel müsse sich das Erzbistum Paderborn orientieren, hatten die Teamleader Theresa Reinke und Matthias Kolk beim Diözesantag 2020 betont. Niemand dürfe überfordert, niemand dürfe dabei ausgebremst werden.

Im Freiraum fragten die Teamleader nach konkreten Erfahrungen der Teilnehmenden mit einem Führungsstil geteilter Verantwortung sowie nach den vorhandenen Erwartungen. Sie baten um Impulse für die Weiterentwicklung und verknüpften ihr Anliegen mit dem Thema Evangelisierung, das für den Diözesanen Weg von zentraler Bedeutung ist: „Wie kann Führung aus dem Geist der Evangelisierung zum Gelingen von Emmaus-Erfahrungen beitragen?“

Verteilt auf vier moderierte Dialogräume, traten 66 angemeldete Teilnehmende in einen intensiven und kreativen Austausch, an dessen Ende viele konkrete Ideen gesammelt wurden.

Vom persönlichen Führungsstil Einzelner hängt viel ab

Viele Rückmeldungen zu den Erfahrungen mit geteilter Verantwortung illustrierten eine bekannte Problematik: Gelingen oder Misserfolg hängt häufig am persönlichen Führungsstil Einzelner. Damit verbunden ist die Schwierigkeit, Kontinuität über personelle Wechsel hinweg zu gewährleisten.

Der Austausch in den Dialogräumen zeichnet dabei ein differenziertes Bild: Geteilte Verantwortung führt zu neuen Anforderungen und verlangt weitreichende Kompetenzen, vor allem in einer verbindlichen, klaren und weitreichenden Kommunikation.

Positive Erfahrungen, in der eigenen Arbeit gestärkt zu werden, stehen hier neben Hinweisen, dass der steigende Kommunikationsaufwand auch zu Überforderung führen kann: „Die Lust zu leiten geht verloren, wenn der Tanker zu groß ist und zu viele Menschen informiert werden müssen.“ Auch grundsätzliche Zweifel, ob partizipative und kooperative Leitungsmodelle unter den aktuellen kirchlichen Bedingungen überhaupt möglich sind, werden wiederholt geäußert.

Die Notwendigkeit verbindlicher Leitungsmodelle in den Pastoralen Räumen sowie klare Verantwortungsbereiche für Pfarrgemeinderäte werden immer wieder betont.

Am Ende steht der Wunsch, über die Erfahrungen mit Modellversuchen besser informiert zu werden. Und die Erinnerung, dass in den Institutionen und Pastoralen Räumen die Entwicklung nicht synchron läuft: „Modell-Räume sind wichtig, aber bitte die langsameren Einheiten nicht abhängen.“