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Für Menschen da sein

Mit der Suppe auch Hoffnung geben

Dorthin gehen, wo Not ist

Wir Christinnen und Christen haben einen klaren Auftrag: Nachfolge Jesu heißt für uns, dorthin zu gehen, wo Not ist. Das Zukunftsbild erkennt darin einen Gradmesser für die Echtheit unseres Glaubens.

Es passiert unglaublich viel: Wir hören zu und helfen. Wir gehen zu den Kranken, Alten und Einsamen. Wir sind da für Obdachlose und Verzweifelte und zugleich kostet es uns viel Kraft möglichst viele Gottesdienste aufrecht zu erhalten und Gemeindeaktivitäten zu organisieren. Häufig aber geschehen Pastoral und Caritas nur nebeneinander anstatt miteinander.

Liebe zu Gott und Liebe zu den Menschen gehören untrennbar zusammen

Und darum geht´s: Einigen ist unser Einsatz für Bedürftige nicht fromm genug. Andere vermissen in der Pastoral das soziale Engagement. Wollen wir das? Nächstenliebe ohne das Evangelium denken – und die Verkündigung des Evangeliums ohne den Einsatz für die Menschen? Da stimmt doch was nicht.

Die Liebe zu Gott und die Liebe zu den Menschen gehören untrennbar zusammen. Jesus lebt uns das vor: Beim letzten Abendmahl verbindet er Brotbrechen und Füßewaschen. Wirklich für Menschen da zu sein, das muss heißen, immer beides zu geben: Konkrete Hilfe und Hoffnung. Diakonisches und pastorales Handeln müssen sich gegenseitig tief durchdringen. Dazu müssen wir Schwerpunkte neu setzen. Und das wird uns etwas kosten. “Denn im ernsthaften Dienst an armen und bedürftigen Menschen erweist sich die Echtheit des Glaubens und der Liebe”, sagt das Zukunftsbild. Genau daran müssen wir uns messen lassen.

Zentrale Aussagen:

  • Nachfolge Jesu heißt für uns, dorthin zu gehen, wo Not ist.
  • Häufig aber geschehen Pastoral und Caritas nur nebeneinander anstatt miteinander.
  • Wirklich Für Menschen da zu sein, das muss heißen, immer beides zu geben: Konkrete Hilfe und Hoffnung.

Erfahrungen aus dem ersten digitalen Freiraum zum Schlüsselthema

Zum Schlüsselthema “Für Menschen da sein” fand am 15. Januar 2021 ein digitaler Dialograum statt, um das Thema zu vertiefen und weiterzuentwickeln.

Ihr zentrales Anliegen hat das Thementeam beim Diözesantag formuliert: Diakonisches und pastorales Wirken müssen sich gegenseitig tief durchdringen. Es gehe darum, immer beides zu geben – konkrete Hilfe und christliche Hoffnung: „Die Liebe zu Gott und die Liebe zu den
Menschen gehören untrennbar zusammen.“

Die Teamleader Günter Eickelmann und Ralf Nolte wollten es von 57 Teilnehmenden in vier virtuellen Dialogräumen deshalb genau wissen: Worin sehen sie im Auftrag auch Chancen? Welche konkreten Ideen gibt es, um die beiden Felder selbstverständlich zusammenzubringen
und gemeinsam wirksam werden zu lassen? Und schließlich, welche Voraussetzungen müssen für ein Gelingen gegeben sein?

Chancen sehen Teilnehmende vor allem in einem geschärften Profil kirchlichen Handelns – und damit in einer verstärkten öffentlichen Wahrnehmbarkeit als Kirche, die sich für die Schwachen einsetzt, ihnen Gehör und Stimme verschafft. Dies könne ein Beitrag sein, um verlorene Glaubwürdigkeit zurückzugewinnen: „Wo Kirche diakonisch wahrgenommen wird, ist das Bild von Kirche in der Regel positiv.“ Öffentliche Sichtbarkeit, die immer wieder als mangelhaft empfunden wird, wird dabei nicht als Selbstzweck gesehen. Vielmehr ist sie Notwendigkeit für einen gesellschaftlichen Beitrag, der auch mit gestalten will.

Aber schon beim zweiten Themencluster ist nicht eindeutig auszumachen, ob es sich um eine Chance oder doch eher um eine Voraussetzung handelt: wirkungsvollere Vernetzung und gezielter Austausch, und zwar auf unterschiedlichen Ebenen.

Konkrete Ideen zielen auf strukturelle und organisatorische Impulse, darunter Fragen der Ausbildung und Gebäudenutzung, aber auch die Konkretisierung von Pastoralvereinbarungen bis hin zum Vorschlag, das Thema diakonisches Handeln grundsätzlich auf die Tagesordnung der Pastoralen Gremien zu setzen.

Beim Thema Voraussetzungen verdichten sich die Beiträge zur Frage der finanziellen bzw. personellen Ressourcen. Der Ruf nach multiprofessionellen Teams und EhrenamtskoordinatorInnen wird hier genauso laut wie die Hoffnung, dass möglichst jeder Pastorale Raum Persönlichkeiten hat, die ganz im Sinn des Zukunftsbildes „für Menschen da“ sind und dadurch als Botschafter und Vorbilder wirken.

“Denn im ernsthaften Dienst an armen und bedürftigen Menschen erweist sich die Echtheit des Glaubens und der Liebe”, zitiert die Themengruppe das Zukunftsbild. Und genau daran müssten sich alle messen lassen.