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Wie Pastoral und Caritas professionell zusammenarbeiten können

Vorträge, Erzählworkshops, Austausch und viele Ideen: Fachtag in Paderborn machte Mut zu mehr Miteinander

Es ist seit jeher eine Stärke der katholischen Kirche: Gleichgesinnte Menschen zusammenzubringen und durch abgestimmtes Wirken das Gute zu multiplizieren. So stand beim Fachtag „Gemeinsam.Mehr“ am 8. Dezember im Liborianum Paderborn zunächst die Frage im Vordergrund, wie pastorales Wirken und caritatives Handeln wieder enger zusammenfinden können. Denn in einem solchen Miteinander liegt unzweifelhaft ein großer Mehrwert.

Doch der Weg zu maximaler Gemeinsamkeit ist mitunter steinig. Das wurde durch zahlreiche Impulse und durchaus auch kritische Diskussionen deutlich. Unter den gut 50 Teilnehmenden waren haupt- und ehrenamtlich Engagierte aus Pastoral und Caritas sowie am Thema Interessierte.

Eineiige Zwillinge und konkurrierende Geschwister

In seinem Eröffnungsvortrag gab Prof. Dr. Hans Hobelsberger (Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen) zunächst einen geschichtlichen Überblick über die Entwicklung des Verhältnisses von Pastoral und Caritas, die er schon im Titel seines Vortrages als „eineiige Zwillinge und konkurrierende Geschwister“ bezeichnete. Kennzeichnend sei, dass diese beiden Ausprägungen kirchlichen Handelns in unterschiedliche Systeme eingebunden sind: Die Caritas sei in der gesellschaftlichen Wohlfahrtspflege verwurzelt, die Pastoral hingegen innerkirchlich verortet. Pastoral und Caritas haben sich jeweils professionalisiert. Das biete Herausforderungen und Chancen zugleich, auch und gerade für ein gemeinsames Engagement für die Menschen.

Multiprofessionelles Wirken im evangelischen Umfeld

Tabea Spieß, Akademische Mitarbeiterin der Evangelischen Hochschule Ludwigsburg, stellte im Anschluss unter dem Titel „Interprofessionalität – Dimensionen beruflicher Vielfalt in der Kirche“ die Ergebnisse einer aktuellen Studie zu multiprofessionellem Wirken im evangelischen Umfeld vor.

Sie zeigte Erfolgsfaktoren von haupt- und ehrenamtlichen multiprofessionellen Teams in der Pastoral auf. Zugleich wurden die Risiken in solchen Teams deutlich, wenn mit dem Ziel der „Versorgung von Gemeinden“ professionsfremder Einsatz eingefordert werde. Die anschließende Diskussion zeigte, dass nicht eine innerkirchliche „Versorgung“, sondern die Menschen mit ihren Themen und Lebenssituationen im Vordergrund eines multiprofessionellen pastoralen Handelns stehen müssen.

Zwischen den Vorträgen vermittelte ein Film ganz praktische Beispiele aus der Arbeit des Sozialraummanagers Heiko Hastrich. Er wirkt als Sozialpädagoge im multiprofessionellen Pastoralteam in Lahnstein (Diözese Limburg). Mit Blick auf die gewohnte Pastoral bezeichnete er seine Arbeit als „produktive Ruhestörung“. Am Nachmittag stand er den Teilnehmenden auch für Gespräche über seine Arbeit in einem Erzählworkshop zur Verfügung.

Erzählworkshops mit konkreten Beispielen

In weiteren Erzählworkshops präsentierten Referentinnen und Referenten konkrete Beispiele, wie Pastoral und Caritas enger zusammenfinden können.

Aus dem Bistum Limburg berichtete Michael Götz, Referent für Engagement beim Caritasverband für das Bistum Limburg und Geschäftsführer CKD, unter dem Thema „Caritas und Pastoral in der Kirchenentwicklung vor Ort“ von seinen Erfahrungen im Bistum Limburg.

Aus dem Erzbistum Paderborn stellten Peter Radischewski, Sozialpastoraler Mitarbeiter im Pastoralteam Arnsberg, und Annette Breische, Gemeindereferentin im Pastoralteam Salzkotten, ihre Erfahrungen mit sozial-pastoralen Projekten vor.

Peter Radischewski berichtete aus der Propsteipfarrei St. Laurentius Arnsberg von seinen vielfältigen Aufgaben wie Ehrenamtsbetreuung sowie Projektentwicklung. Sein Steckenpferd – die Video-Clip-Produktion – ist ein probates Mittel, die Vielfalt weiterzutragen: „Wir haben einen eigenen YouTube-Kanal, der sich wachsender Beliebtheit erfreut“, berichtete er. Ein weiteres Positivbeispiel des Zusammenwirkens von Caritas und Pastoral ist das Mehrgenerationenhaus „Mittendrin“. Ein wichtiges Zukunftsthema ist in Arnsberg zudem im Diakonischen Schwerpunkt „Einsamkeit – Leben teilen“ abgebildet.

Annette Breische, Gemeindereferentin im Pastoralen Raum Salzkotten, stellte ihr sozial-pastorales Netzwerk mit den Akteuren und Institutionen im Sozialraum vor Ort vor. Ein solches Netzwerk zu pflegen, sei aufgrund der personellen Fluktuationen bei den Partnerinnen und Partnern mitunter auch eine Herausforderung.

Auf großes Interesse stieß Annette Breische, als sie unter anderem das Erfolgsprojekt „Lesepaten in Grundschulen“ vorstellte, in dem Kinder mit Förderbedarf von rund 30 Ehrenamtlichen an Texte herangeführt werden.

Wichtiger Teil des Bistumsprozesses

Der Fachtag wurde in bewährter Weise von der Kompetenzeinheit Diakonische Pastoral im Erzbistum Paderborn in Kooperation mit der Katholischen Hochschule Nordrhein-Westfalen und dem Liborianum veranstaltet.

„Ich freue mich über das Interesse der Teilnehmenden an unserem Fachtag „Gemeinsam.Mehr“. Zugleich spüre ich bei den Teilnehmenden ein großes Engagement und den Wunsch, für die Menschen und ihre Lebenssituationen durch ein „gemeinsames“ Handeln von Pastoral und Caritas „Mehr“ zu erreichen“, sagte Pfarrer Günter Eickelmann am Ende der Veranstaltung.

Eickelmann ist im Erzbischöflichen Generalvikariat im Bereich Pastorale Dienste tätig, gehört der Kompetenzeinheit Diakonische Pastoral an und hat die Veranstaltung gemeinsam mit Daniel Born, Referent für die Pastoral der Caritas beim Diözesan-Caritasverband, maßgeblich organisiert. Beide erhielten von den Teilnehmenden am Ende des Tages eine positive Resonanz auf den Tag.

Text und Fotos: Heiko Appelbaum

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