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Wichtige Orte für Experimente

Reihe "Kultur im Wandel": Online-Diskussion des Liborianums befasste sich mit Geistlichen Zentren im Erzbistum
© Fabian Junge / Shutterstock.com
News
24. November 2022

Wichtige Orte für Experimente

Reihe "Kultur im Wandel": Online-Diskussion des Liborianums befasste sich mit Geistlichen Zentren im Erzbistum

Geistliche Zentren standen im Zentrum einer Veranstaltung der Online-Seminarreihe „Kultur im Wandel“ am 15. November 2022. Dr. Katharina Lammers, Referentin im Prozess 2030+ des Erzbistums Paderborn, führte als Moderatorin durch den Abend. Zu Beginn der Online-Diskussion begrüßte sie die Podiumsgäste, darunter Andrea Keinath vom Labor E.

Diese führte zunächst in das diözesane Verständnis von neuen Geistlichen Initiativen, Orten und Zentren ein, die im Zukunftsbild ausdrücklich erwähnt und gewünscht werden und die sich im Laufe der letzten Jahre als wichtige Orte für Experimente erwiesen haben. Geistliche Zentren als Ergänzung zu ortskirchlichen Strukturen habe es in der Kirchengeschichte immer gegeben, und sie waren in ihrer jeweiligen Zeit eine Antwort auf die Bedürfnisse der Menschen. So auch heute: Neue Geistliche Zentren, Orte und Initiativen sollten insbesondere der Säkularität heutiger Menschen entsprechen und der Tatsache Rechnung tragen, dass künftige kirchliche Sozialformen nur schwer planbar sind.

Christliche Wegbegleitung

Die Christliche Wegbegleitung im Pastoralen Raum Schmallenberg-Eslohe hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Ehrenamt zu stärken, Menschen zu begleiten, neue Gottesdienstformen zu etablieren, sowie Gottesdienste an ungewöhnlichen Orten zu feiern. Zu Beginn stand die Frage: Wie kann gottesdienstliches Leben trotz Personalmangel gewahrt bleiben?

Gemeindereferentin Monika Winzenick erklärt: „Die Christliche Wegbegleitung möchte zum Beispiel Hilfestellung für Ehrenamtliche geben und sie in ihrem Engagement unterstützen. Zum Beispiel bei Fragen, wie man eine Gräbersegnung gestaltet oder zu Weihnachten einen Wortgottesdienst feiern kann. Auch ist es uns ein Anliegen, alte und traditionelle Feste wieder aufleben zu lassen. Zum Beispiel das Schutzengelfest am 2. Oktober.“

Ziel sei es auch, Initiativen zu begleiten, die im Pastoralen Raum entstanden sind oder entstehen und den Menschen, die sich engagieren, beratend zur Seite zu stehen.

„Wir haben uns vor allem die Frage gestellt, wie wir Menschen in Gemeinden vernetzen können“, erklärt Monika Winzenick. Dies geschehe zum einen durch Partizipation und die Frage, wie Mitarbeitende vor Ort gefördert werden können. Darüber hinaus überlege man, wie der Kirche nahestehende Personen durch alternative Angebote erreicht werden können. Nicht vergessen dürfe man niederschwellige Angebote, die es Suchenden ermöglicht, Antworten auf existentielle Fragen zu finden und Raum für Spiritualität zu geben.

Jugendspirituelles Zentrum Spice

Das Jugendspirituelle Zentrum Spice wendet sich an junge Erwachsene, die sich gemeinsam auf die Suche machen wollen. Ursprünglich geplant als analoges Begegnungszentrum, hat Spice seinen Schwerpunkt coronabedingt auf digitale Angebote gelegt.

„Unser Angebot richtet sich an junge Leute, die sich die Frage stellen: Was trägt mich im Leben?“, erklärt Projektleiter und Religionspädagoge Martin Schwentker. „Neben täglichen Impulsen möchten wir Kraftquellen schenken und den jungen Erwachsenen Orientierung bei Fragen geben, die sie in ihrer aktuellen Lebenswelt bewegen.“

Der Schwerpunkt von Spice liege zwar auf digitalen Angeboten, trotzdem funktioniere Glaubenskommunikationen vor allem über Beziehungen, weiß der Projektleiter. Aus diesem Grund biete das Projekt auch die Möglichkeit, sich zu treffen und auszutauschen.

„Die Botschaft Jesu will in der Welt wirken“, so Schwentker. „Zu Beginn haben wir uns die Frage gestellt, mit Hilfe welcher Bilder und Geschichten und mit welcher Sprache man Räume schaffen kann, um junge Menschen zu erreichen. Wir wollen ergründen, wo und wie sie nach dem Glauben suchen und Ihnen durch das Projekt etwas Sinnstiftendes bieten.“

Geistliches Zentrum Franziskus

Das Geistliche Zentrum Franziskus möchte dazu einladen, aufzuatmen, um daraus Kraft und Freude für den Alltag zu schöpfen. Es geht darum,  den Glauben und das Leben zusammen zu denken, neu zu erfahren und zu vertiefen. Claudia Westermann und Sr. M. Angela Benoit stellten das Projekt vor, das sich an alle Menschen richtet, die einen Ort für ihren Glauben suchen.

Entstanden ist die Idee im Jahr 2017, als sich die Franziskanerinnen Salzkotten für eine zunehmende Öffnung ihres Mutterhauses für Gäste und Gruppen, für Suchende und Interessierte entschieden haben.

„Die Schwestern sind zum Beispiel in Schulen gegangen und haben dort die franziskanische Spiritualität vorgestellt, aber auch brandaktuelle Themen wie Umweltschutz angesprochen“, weiß Claudia Westermann zu berichten, „bis im Mai 2021 das Geistlichen Zentrum entstanden ist.“ Ziel sei es vor allem, Orte zu schaffen, wo Menschen sich begegnen können, den Menschen aber auch die Möglichkeit zu geben, aktiv mitzugestalten.

In Zusammenarbeit mit dem Dekanat sei so zum Beispiel ein Glaubenskurs entstanden, sowie das Online-Angebot des Bibelteilens. Darüber hinaus gibt es Exerzitien, das Angebot des Offenen Mittagstisches, sowie eine integrative Kita.

„Das Angebot Büffeln und Beten richtet sich an all jene, die sich Zeit und Ruhe zum Lernen wünschen, wenn es zu Hause oder in der Wohngemeinschaft zu laut und zu ablenkend ist.“

Das Geistliche Zentrum Franziskus erreicht über die Angebote vor Ort die Menschen in der Umgebung, richtet sich aber durch ein breit aufgestelltes Online-Angebot an alle Interessierten im deutschsprachigen Raum.

Labor E steht zur Beratung zur Verfügung

Die an diesem Abend vorgestellten Projekte gaben einen Einblick in die Vielfalt Geistlicher Zentren, Orte und Initiativen. Abschließend warb Andrea Keinath vom Labor E dafür, sich mit Ideen und Fragen an das zuständige Team im Generalvikariat zu wenden, das sowohl fachlich als auch im Hinblick auf Fördermöglichkeiten gerne bei der Entwicklung von solchen Initiativen berät.

Reihe „Kultur im Wandel“

Die Online-Reihe „Kultur im Wandel“ möchte interessierte Menschen in den Austausch bringen und Anregungen zur Umsetzung im eigenen Umfeld bieten. Veranstaltet wird dieses Angebot vom Prozessteam 2030+ und dem Bildungs- und Tagungshauses Liborianum.

Das nächste Online-Forum findet am  13. Dezember 2022 von 19 bis 20 Uhr statt. Der Abend steht unter dem Titel: Diversität. Vom Umgang mit Vielfalt in Kirche
Die Teilnahme ist kostenfrei.

Ein Beitrag von:

Anna Petri

 
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generalvikariat@erzbistum-paderborn.de
+49 (0)5251 125-0
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